Zehn Fragen an Eberhard Schulz

Rubrik: Zehn Fragen an

Das macht Sie sofort wach!

»Zehn Fragen an …« Eberhard Schulz. Schulz ist Heilpraktiker mit dem Schwerpunkt Osteopathie. Mit seiner Praxis für Naturheilverfahren ist er in Düsseldorf niedergelassen.

Das klassische Setting: Die berühmte Fee und der berühmte Wunsch; in unserem Fall bezieht sich der Wunsch auf das Gesundheitssystem. Was wünschen Sie sich?

Schulz: Ich wünsche mir, dass eingetretene Pfade der Behandlung von Menschen mit Schmerzen verbreitert werden, z.B. indem auch osteopathische Behandlungen allen Patienten offen stehen. Osteopathie, manuelle Therapie, Faszientherapie, Akupunktur, Homöopathie u.a. Naturheilverfahren können einen wichtigen Beitrag leisten zur Versorgung der Patienten und sollten wie in anderen europäischen Ländern auch hier mehr integriert werden.

 

Während weite Teile der Bevölkerung Homöopathie sehr gerne in Anspruch nehmen, steht die Wissenschaft der Homöopathie tendenziell skeptisch gegenüber. Halten Sie Homöopathie-Forschung für sinnvoll?

Schulz: Homöopathische Mittel sind sowohl wirksam wie auch preiswert. Sonst würden nicht so viele Patienten darauf zurückgreifen. (Wer kauft freiwillig Mittel, die nicht wirken?) Mehr Forschung über die Wirksamkeit homöopathischer Mittel kann die Akzeptanz dieser Methode noch weiter voranbringen. Vielleicht finden dann auch noch mehr pflanzliche Wirkstoffe den Weg in ein Arzneimittel, das wenig Nebenwirkungen hat und gut verträglich ist. Das wäre doch eine gute Ergänzung zu schulmedizinischer Forschung und Präparaten, die wir natürlich auch benötigen.

 

Schon seit mehreren Tagen fühlen Sie sich schlapp. Sie spüren, ein bisschen fehlt die Energie. Was tun Sie?

Schulz: Ich mache eine Qi Gong-Übung: Füße schulterbreit aufstellen, die Knie leicht gebeugt halten. 1.) Mit beiden Handflächen kräftig in der Leiste rechts und links schräg von oben nach unten reiben. Dabei schnell und mit Druck 20 Sekunden hin und her reiben. 2.) Mit beiden Fäusten auf dem Brustbein mit kräftigen schnellen Bewegungen auf und ab reiben. Bitte nicht mit den Knöcheln, sondern mit den flach aufgelegten Mittelteilen der Finger. 3.) Mit beiden flach aufgelegten Händen beidseitig kräftig und schnell über den Hinterkopf reiben und zwar von außen unten zur Mitte oben. 4.) Mit allen Fingern (ohne Daumen) den Schädel trommelartig beklopfen (als ob Sie eine Krone tragen würden, die Sie klopfend bearbeiten). Alle Übungsteile werden mindestens 20 Sekunden hintereinander ausgeführt. Das macht Sie sofort wach. Probieren Sie es aus!

 

Zehn Fragen an … Die Interview-Reihe der Carstens-Stiftung.

Zehn Fragen an …

Was antworten die anderen Experten?
Alle Interviews unserer Reihe finden Sie hier.

Die deutsche Forschungslandschaft Medizin: Was ist verbesserungswürdig?

Schulz: Ich bin ja selbst kein Mediziner oder Forscher und kann das nicht beurteilen. Darf ich einmal von mir selbst auf andere schließen, auch wenn man das eigentlich nicht soll? Seit vielen Jahren habe ich immer eng zusammen gearbeitet im Team in der orthopädischen Rehabilitation oder in meinem kleinen Netzwerk mit Ärzten, Physiotherapeuten, Diplom-Sportlehrern, Heilpraktikern, Psychologen und anderen Therapeuten. Das hat super funktioniert und alle haben sich gegenseitig befruchtet. Wäre es nicht schön, wenn es auch mehr interdisziplinäre medizinische Forschung gäbe, wo Mediziner zusammen mit Biologen, Pharmakologen, Biomechanikern, Körpertherapeuten und anderen direkt an einem Projekt forschen und arbeiten und so mehrere Perspektiven gleichzeitig einbringen könnten? Ein Beispiel ist vielleicht Dr. Robert Schleip, dem ich schon mehrmals bei Fortbildungen begegnet bin. Der bekannte Biologe forscht an der Universität Ulm zusammen mit Human-Medizinern und Diagnostikern auf dem Gebiet der Faszienforschung, hat aber auch als Faszien-Therapeut direkt am Patienten gearbeitet. Er hat unter anderem mit moderner weiterentwickelter Sonographie wissenschaftlich belegt, was seine Hände gefühlt haben. Dank Dr. Schleip ist Deutschland auch international eine der Adressen auf dem Gebiet der Faszienforschung geworden. So etwas inspiriert mich.

Welche drei Attribute beschreiben das optimale Arzt-Patienten-Verhältnis?

Schulz: Zeit nehmen, zuhören, ehrlich sein und handeln (sind das vier?)

 

Omas bestes Hausmittel war …?

Schulz: Der Quarkwickel, weil er abschwellend und entzündungshemmend wirkt. Und die gute alte Morgengymnastik (hält beweglich bis ins hohe Alter, allerdings kann man sie auch etwas modernisieren mit Dehnungen oder dynamischen Übungen wie „Fascial Fitness“ nach Divo Müller.

 

Evidenzbasierte Medizin mit ihrer Forderung nach randomisierten, kontrollierten, doppelblinden Studien und viele Verfahren der Komplementärmedizin stehen ja sozusagen auf dem Kriegsfuß. Haben Sie einen Lösungsvorschlag?

Schulz: Komplementärmedizin ist Erfahrungsheilkunde, die wertvoll ist, weil sie den Menschen als Individuum wahrnimmt und dann auch individuell behandelt. Vielleicht ist das mit randomisierten doppelblinden Studien nicht immer eins zu eins abzubilden. Moderne Studien sind sicher unverzichtbar, aber könnte man nicht mehr pflanzliche Wirkstoffe mit solchen Studien für den Patienten nutzbar machen? Viele alte Heilpflanzen haben es verdient, zu überleben und den Weg in ein Arzneimittel zu finden, das wenig Nebenwirkungen hat und gut verträglich ist. Daneben sollten aber auch nicht standardisierbare Methoden aus der Naturheilkunde einen Raum im Gesundheitssystem behalten, weil die Patienten dies brauchen und wünschen.

 

Welche Maßnahme reißt Sie aus dem Stimmungstief?

Schulz: Mir hilft Rennradfahren (singlespeed). Ohne Gangschaltung ist das Fahren anstrengender, aber auch einfacher und irgendwie eleganter. Ich verlasse so bewusst meine Komfortzone, weil ich direkt spüre, wie dies meinem Körper und mir selbst gut tut. Das hebt die Stimmung.

 

Kennen Sie eine humorige Anekdote aus dem Ärztestand oder der Medizinwelt?

Schulz: Sorry, nein. Ich lache gerne über mich selbst und das Leben an sich, weniger über Medizinerwitze und nie über Patienten.

 

Sind Sie Mitglied von Natur und Medizin und wenn ja, warum?

Schulz: Gute Idee eigentlich. Ich werde jetzt Mitglied, denn gute Projekte verdienen Unterstützung.

 

Lieber Herr Schulz, vielen Dank für das Interview.

Carstens-Stiftung : Natur und Medizin


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Eberhard Schulz

1997 – 2002: Osteopathie-Ausbildung
College für Angewandte Osteopathie mit den internationalen Dozenten Bob Matthys, Mart Pijpers, Jean-Michel Lamy, Dr. Alain Abehsera, Jean-Marie Beuckels u.a. Erster Jahrgang bei Gründung des C.A.O College, das 1. Osteopathie-College in der BRD 

Seit 1998: Tätigkeit in eigener Praxis in Erkrath und dann in Düsseldorf (Schwerpunkt Osteopathie, Manuelle Therapie) 

2008 – 2009: Fortbildung Osteopathie: Postgraduate-Kurs "3D-Biomatrix
Universität Witten/ Herdecke
Lehrstuhl für Medizintheorie und Komplementärmedizin
erster Universitätsstudiengang für Osteopathie in Deutschland, Jahrgang 1

2011: Fortbildung Faszien-Distorsionsmodell nach Dr. Typaldos
(amerikanischer Notfallmediziner und Osteopath)

2012: Certified Fascia-Distorsionmodel-Practitioner (International FDM Organisation) Osteopathie-Weiterbildung, Jahrgang 1, Absolvent der ersten deutschlandweiten Prüfung am IFDMO-Institut in der BRD

2006-2016: Mitarbeit in teilstationärer orthopädischer Reha

2014 – 2016: Fortbildung Sportosteopathie
ACON Kolleg (Erste in Deutschland angebotene Fortbildung in Sportosteopathie mit Dozenten, die Fussballbundesligaspieler, Leistungssportler und Olympiateilnehmer behandeln.)

Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Chiropraktik, Osteopathie, Neuraltherapie (Öffnet externen Link in neuem FensterACON)  

Mitglied in der International Fascial Distortion Model Organization (Öffnet externen Link in neuem FensterIFDMO

Ab 1. Mai 2017: Umzug meiner Praxis in die Niederrheinstr. 155 in 40474 Düsseldorf–Lohausen. zur Öffnet externen Link in neuem FensterHomepage


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„Der Arzt und die Ärztin der Zukunft sollen zwei Sprachen sprechen, die der Schulmedizin und die der Naturheilkunde und Homöopathie. Im Einzelfall sollen sie entscheiden können, welche Methode die beste für den Patienten ist.“

(Veronica Carstens)