Forschungsplattform Homöopathie

Forschungsplattform Homöopathie

Förderprogramm der Karl und Veronica Carstens-Stiftung


Forschungsplattform Homöopathie

Im Rahmen der Forschungsplattform Homöopathie fördert die Carstens-Stiftung Projekte in den Bereichen klinische Forschung und Grundlagenforschung zur Homöopathie. Das Budget des Programms beträgt 500.000 EUR.

Zielgruppe

Die Ausschreibung richtet sich an Mediziner (m/w) und Naturwissenschaftler (m/w). Voraussetzung für eine Förderung ist die Anbindung an eine Universität oder außeruniversitäre Forschungseinrichtung.

Wozu?

Die Homöopathie ist eines der am weitesten verbreiteten komplementärmedizinischen Therapieverfahren. Im Rahmen der evidenzbasierten Medizin wird sie jedoch kontrovers diskutiert. Die Datenlage stellt sich in Bezug auf methodische Aspekte der zugrundeliegenden Studien sowie deren Resultate zum Teil als heterogen dar. Um die Evidenz in Bezug auf Wirksamkeit, Sicherheit sowie weitere Aspekte dieser Behandlungsform zu erweitern, sind neue Forschungsansätze auf höchstem wissenschaftlichem Niveau notwendig.

Was?

Gefördert werden Projekte aus den Bereichen Klinische Forschung sowie Grundlagenforschung zur Homöopathie. 2017 haben Experten im Rahmen eines Symposiums "Welche Forschung braucht die Homöopathie?" folgende inhaltliche Richtlinien für AntragstellerInnen formuliert:

  • Sämtliche Forschungsarbeiten müssen nach allgemein anerkannten Kriterien von hoher methodischer Qualität sein (CONSORT-Statement und ähnliche). [1]

  • Zusätzlich sollten randomisierte, kontrollierte Studien so angelegt werden, dass sie gemäß der aktuellen Version des Cochrane Risk of Bias Tool for Randomized Controlled Trials [2] im Rahmen einer Meta-Analyse in die Kategorie "Low risk of bias" fallen würden.

  • Im Bereich Klinische Forschung ist den inhärenten methodologischen Vorgaben der homöopathischen Therapie im Sinne der Model Validity of Homeopathic Treatment [3] Rechnung zu tragen.

  • Pragmatische Studien (randomisiert, kontrolliert) werden bei qualitativ äquivalentem Design als mindestens genauso förderungswürdig angesehen wie explanatorische Studien mit Placebokontrolle.

  • Der Replikation bereits erfolgreicher klinischer Studien, zum Beispiel zu bestimmten Indikationen, kommt tendenziell das Primat gegenüber vollständig neuen Ansätzen zu.

  • Analoges gilt für Experimente aus dem Bereich der Grundlagenforschung. Eine mögliche Ausnahme bilden hierbei Versuchsreihen, die das Potenzial haben, zur Aufklärung des Wirkprinzips potenzierter Arzneimittel beizutragen.

Wie?

Die Anträge sind in siebenfacher Ausfertigung als Ausdruck und zudem per E-Mail komplett als pdf-Datei ohne Passwortschutz bzw. ohne Zugriffsbeschränkungen hinsichtlich Lesen, Kopieren und Drucken einzureichen. Anträge werden bis zum 31. Mai 2018 entgegen genommen.

Einzelprojekte werden mit einer maximalen Summe von 250.000 EUR, im Normalfall auf drei Jahre verteilt, gefördert. Kooperationen der Geförderten sollen etabliert und ausgebaut werden.

Sämtliche Anträge werden extern begutachtet.

Die Carstens-Stiftung steht für transparenten Umgang mit Forschungsergebnissen. Es wird daher regelmäßig über die in der Forschungsplattform Homöopathie zusammengefassten Projekte berichtet.

1. Die einschlägigen Richtlinien für verschiedene Studientypen (auch Grundlagenforschung) sind hier abrufbar: Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.equator-network.org
2. The Cochrane Collaboration: Cochrane Handbook for Systematic Reviews of Interventions, Vers. 5.1.0. Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://handbook-5-1.cochrane.org
3. Mathie RT, Roniger H, Van Wassenhoven M, et al. Method for appraising model validity of randomised controlled trials of homeopathic treatment: multi-rater concordance study. BMC Medical Research Methodology. 2012: 12:49. doi: 10.1186/1471-2288-12-49. Öffnet externen Link in neuem FensterLink