Unsere Projekte

Unsere Projekte

Unser Auftrag

Unser Stiftungsauftrag lautet, Naturheilkunde und Komplementärmedizin in Wissenschaft und Forschung zu integrieren. Wir verfolgen dieses Ziel, indem wir Forschung fördern und eigene Projekte verwirklichen.

Unsere Förderkriterien

Wir freuen uns über Anträge, die den höchsten qualitativen Ansprüchen an Methodik und Methoden in der in der aktuellen Forschungslandschaft genügen. Unsere Projekte sind bundesweit angesiedelt. Wir fördern Projekte mit Modellcharakter, die wegweisend in der wissenschaftlichen Durchdringung der Naturheilkunde sind. Gute Wissenschaft braucht Zeit und Geld. Im Rahmen unseres Budgets gibt es für Anträge weder in Laufzeit noch in Finanzierung Ober- oder Untergrenzen.

Unsere Forschungsbereiche

Wir konzentrieren uns darauf, Ideen zu entwickeln und Modelle zu realisieren, die zu den Besonderheiten der Naturheilkunde und Komplementärmedizin passen. Unsere Förderschwerpunkte sind zur Zeit unter anderem Projekte in der Demenz, der Pädiatrie sowie der interprofessionellen Lehre.


Unsere aktuelle Ausschreibung

Bewerben Sie sich bis zum 15. Januar 2017 für unser Promotionsseminar. Die Teilnahme am Promotionsseminar ist Voraussetzung für die Aufnahme in unser Promotionsförderprogramm.




Eigene Projekte

Um Naturheilkunde und Komplementärmedizin zukunftsfähig zu machen, braucht es starken Nachwuchs. Zentraler Bestandteil unserer Arbeit ist unser Nachwuchsförderprogramm.

Wir bieten regelmäßig Promotionsseminare und -kolloquien an, wir betreuen unsere Doktoranden während der Promotionsphase intensiv und vergeben unter bestimmten Voraussetzungen Stipendien. Auch anschließend bieten wir Möglichkeiten des Informationsaustausches und des Netzwerkens in unserem Alumniprogramm.

Im universitären Bereich fördern wir Wahlpflichtfächer, studentische Arbeitskreise und veranstalten regelmäßige Fortbildungen zu Homöopathie in Forschung und Lehre.

Wir bündeln und managen Wissen mit und in unseren Datenbanken. Dieses Wissen stellen wir kostenlos zur Verfügung und bieten einen Rechereservice zu konkreten Fragen. Darüber hinaus halten wir vor Ort eine der größten Präsenzbibliotheken zu Naturheilkunde und Komplementärmedizin vor.

 


Förderprojekt

Integrative Pädiatrie

Die Carstens-Stiftung : Natur und Medizin fördert über drei Jahre ein deutschlandweites Projekt mit zwei Zielen: 1. Wirksame und sichere Therapien aus der Naturheilkunde und Homöopathie in die Pädiatrie zu integrieren und 2. Kinder vor unnötigen Maßnahmen und Wechselwirkungen zu schützen.

Key Visual Naturheilkunde und Homöopathie in der Integrativen Pädiatrie: ein Förderprojekt der Carstens-Stiftung : Natur und Medizin.



Naturheilkunde und Homöopathie sind längst in den Kinderzimmern angekommen. Dagegen gibt es in Kinderkliniken kaum ganzheitliche Behandlungskonzepte im Sinne einer integrativen Pädiatrie. Denn: An objektivem Wissen darüber, welche komplementären Verfahren sich bei welchen pädiatrischen Krankheitsbildern anbieten, wie stark pflanzliche und homöopathische Mittel bei Kindern dosiert werden müssen, ob Wechselwirkungen mit konventionellen Arzneien bestehen usw., fehlt es noch an vielen Stellen.

Die Carstens-Stiftung und ihre Fördergemeinschaft Natur und Medizin e.V. nehmen sich dieser Aufgabe an. Durch die systematische Aufarbeitung der bisherigen Forschung sollen wirksame und sichere Verfahren aus Naturheilkunde und Homöopathie für Kinder und Jugendliche identifiziert, bei Bedarf angepasst und ergänzt werden. Gleichzeitig sollen diese Verfahren zunächst an drei Kinderkliniken in München, Landshut und Essen implementiert werden.


Förderprojekt

Optimierungsstrategien bei Demenz


1,5 Millionen Demenz-Erkrankte leben aktuell in Deutschland. Doch kausale Therapieansätze mit Arzneimitteln sind bisher nicht in Sicht – eine große Herausforderung für Gesellschaft und Wissenschaft gleichermaßen. Wir nehmen diese Herausforderung an und fördern mit 300.000 Euro das Projekt "Optimierungsstrategien bei Demenz" (OptiDem), bei dem Projektleiter Professor Dr. Elmar Gräßel, Versorgungsforscher am Uni-Klinikum Erlangen der FAU, und Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland zusammenarbeiten.

 
Carstens-Stiftung: Erste Expertenkonferenz zum Projekt »Optimierungsstrategien bei Demenz« an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).
Auf dem Bild: Das Experten-Kernteam von OptiDem, v.l.n.r. Dr. Anna Pendergrass (Universitätsklinik Erlangen), Prof. Dr. med. Andreas Frewer (Institut für Geschichte und Ethik der Medizin), Prof. Dr. med. Dr. phil. Michael Rapp (Universität Potsdam), Prof. Dr. med. Elmar Gräßel (Universitätsklinik Erlangen), Prof. Dr. med. Stefanie Joos (Universitätsklinikum Tübingen), Univ.-Prof. Dr. med. Peter Kolominsky-Rabas (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg)


Kern des auf drei Jahre angelegten Projektes ist ein sogenanntes Graduiertenkolleg: Durch die Gewinnung von insgesamt 12 geeigneten Promovierenden und deren wissenschaftlicher Schulung wird zum einen die Nachwuchsförderung auf diesem bisher wenig erschlossenen Gebiet in Deutschland gestärkt. Zum anderen werden die 12 Doktorarbeiten neue Erkenntnisse zur Demenz gewinnen. Ermöglicht wird dies durch einen multidisziplinären Ansatz, der sich auf drei Schwerpunkte stützt.

  • Primäre Prävention
  • Nicht-pharmakologische Therapieverfahren bei Demenz
  • Versorgungsdefizite bei Demenz und Strategien zu deren Behebung

Interessieren Sie sich für eine Förderung?

Die Carstens-Stiftung ist sowohl operativ als auch fördernd tätig, sie unterstützt – neben ihren eigenen Projekten – wissenschaftliche Studien und Projekte in den Bereichen Naturheilkunde und Komplementärmedizin an Universitäten und Forschungseinrichtungen.



Meilensteine unserer Förderprojekte

Stiftungsprofessur zur Komplementärmedizin an der Charité (2008–2013)

Stiftungsprofessur zur Komplementärmedizin an der Charité (2008–2013)

Durch die Förderbeiträge an Natur und Medizin e.V. konnte erstmals in Deutschland Spitzenforschung auf dem Gebiet der Komplementärmedizin im Rahmen einer eigenen Professur durchgeführt werden. Man spricht von der so genannten Primärforschung, das heißt, es konnten neue, bisher nicht erfasste wissenschaftliche Daten erhoben werden. Die zweite Besonderheit an diesem Projekt: Die Förderung war als Basisfinanzierung ausgelegt. Mit den Förderbeiträgen wurde lediglich die Besoldung der Stiftungsprofessorin Claudia Witt und ihrer wissenschaftlichen Mitarbeiter abgedeckt – ohne Vorgaben oder Bedingungen. Dies garantierte größtmögliche Unabhängigkeit und Neutralität in Bezug auf die Forschungsergebnisse.

Die Schwerpunkte von Prof. Witt und ihrem Team lagen in der Akupunktur, Mind-Body-Medizin und Homöopathie. Geprüft wurden Wirksamkeit, Sicherheit und Kosteneffektivität dieser Behandlungsansätze bei chronischem Schmerz, in der Geriatrie und Onkologie.

Aus dem Projekt ist unter anderem auch eine Studie zur Effektivität der Homöopathie hervorgegangen: Mehr als 4.000 Patienten in über 100 Arztpraxen wurden acht Jahre lang beobachtet, so dass weltweit erstmals Erkenntnisse über die langjährige Wirkung der Homöopathie bei chronisch Kranken gewonnen werden konnten.

Dass das Konzept der basisfinanzierten Stiftungsprofessur erfolgreich gewesen ist, zeigt die Tatsache, dass die Stelle nach Ablauf der Förderung von der Charité selbst weitergeführt wurde. Dieses Projekt hat den Ausbau der Lehre an der Charité angestoßen. Diese umfasst heute nicht nur einen Regelstudiengang mit einer verpflichtenden Seminarstudie zur Mind-Body-Medicine, sondern auch einen Modellstudiengang, der in einem Seminar die Grundlagen ärztlichen Denkens und Handelns in der Integrativen Medizin vermitteln soll.

Damit ist die Weiterführung der Forschung zur Komplementärmedizin, aber auch die integrative Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses in Zukunft gesichert.

Fachambulanz für Naturheilkunde in der Onkologie (2003–2007)

Fachambulanz für Naturheilkunde in der Onkologie (2003–2007)

In Europa setzt jeder dritte Krebspatient komplementärmedizinische Heilmethoden ein. In Deutschland sind es sogar zwischen 60 und 80 Prozent. Darunter sind jedoch auch Selbstversuche mit zum Teil wenig erforschten Mitteln, die hinter dem Rücken des Arztes unternommen werden. Ein Missstand, dem durch die Förderbeiträge an Natur und Medizin e.V. begegnet werden konnte.

Mit der Einrichtung einer Fachambulanz für Naturheilkunde in der Onkologie an der Friedrich Schiller Universität Jena konnte der wichtige erste Schritt getan werden, naturheilkundliche Behandlungsmethoden gesichert und systematisch in die Onkologie der Universitätskliniken zu integrieren. Der damals amtierende Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums, Prof. Klaus Höffken, war gleichzeitig der Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, der führenden onkologischen Fachgesellschaft. Dies zeigt: In Jena wurde vonseiten der etablierten Onkologie ein Zugang zur Naturheilkunde gesucht. Hier öffnete eine im Fach führende Universitätsklinik, in der bislang ausschließlich konventionell behandelt wurde, erstmals ihre Tore für unkonventionelle Therapiemethoden. Die Devise lautete dabei: Kombination statt „Entweder-Oder“. 

Gemeinsam mit Prof. Höffken wurde das Konzept einer Ambulanz für Naturheilkunde mit einer von Natur und Medizin e.V. finanzierten Arzt-Stelle entwickelt. Dort sollte die Möglichkeit geschaffen werden, Krebspatienten professionell zu beraten. Die Arztstelle wurde mit Dr. Katja Zulkowski besetzt und schon bald entstand die Idee, intensiv mit den SANITAS Dr. Köhler Parkkliniken, einer Fachklinik für Naturheilverfahren in Bad Elster, zu kooperieren. Dr. Zulkowski wurde intensiv in Bad Elster wie auch in der Abteilung für Naturheilkunde der Universitätsklinik Berlin geschult. Unterstützt wurde sie von der Leitenden Oberärztin wie auch von einer mittlerweile für onkologische Erkrankungen ausgebildeten Gesundheitstrainerin aus Bad Elster.

Das Sozialgesetzbuch fordert die Selbstverantwortung gegenüber der eigenen Gesundheit. Dies wird in Jena ernst genommen. Im Beratungsgespräch wird die Autonomie der Patienten gefördert, der Behandlungsplan wird gemeinsam entwickelt. Dieser besteht aus klassischen Therapien der Naturheilkunde wie Schröpfen, Akupunktur oder der Misteltherapie und wird ergänzt durch ein optionales zehnwöchiges Gesundheitstraining.

Ziel des Projektes war die Verbesserung der Lebensqualität von Tumorpatienten durch naturheilkundliche Behandlungsformen. Ein primäres Therapieziel bestand dabei in der Linderung von Nebenwirkungen der konventionellen Therapie. Mittlerweile ist die Naturheilkunde-Ambulanz in Jena komplett ausgelastet. Die Wartezeiten für einen Termin sind bis auf ein halbes Jahr angestiegen. Für viele Krebskranke ein zu langer Zeitraum. Damit noch mehr Patienten die positiven Effekte einer komplementären Krebstherapie unter fachkundiger Anleitung erleben können, wäre es wünschenswert, ähnliche Einrichtungen auch an anderen Universitätskliniken zu etablieren.

Modellklinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin in Essen (2000–2010)

Modellklinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin in Essen (2000–2010)

Ziel dieser 10-jährigen Förderung war es, die Etablierung der Komplementärmedizin innerhalb der konventionellen Inneren Medizin zu ermöglichen. Hierzu war die intensive Erforschung komplementärer Methoden essentielle Grundvoraussetzung.

Durch die Förderbeiträge an Natur und Medizin e.V. konnte von 2000-2010 eine deutliche Zunahme der klinischen Forschung in der Naturheilkunde, d.h. mit echten Patienten in einem relevanten Klinik-Setting, erreicht werden. Die wissenschaftlichen Arbeiten befassten sich vor allem mit der Koronaren Herzkrankheit, gastrointestinalen Erkrankungen, Schmerz, Gesundheitsverhalten und Lebensqualität, aber auch mit brandaktuellen Themen wie dem Placeboeffekt.

Methodisch hat sich die Abteilung für Naturheilkunde und Integrative Medizin der Kliniken Essen-Mitte dabei der Erforschung nahezu aller naturheilkundlichen Verfahren gestellt, darunter insbesondere der Blutegeltherapie, der Akupunktur, der Mind-Body-Medicine sowie des Heilfastens. Später wurden diese um Verfahren aus traditionellen Medizinsystemen, wie der Traditionellen Chinesischen oder Indischen Medizin, ebenso erweitert, wie um neurobiologische Fragestellungen.

In den letzten Jahren haben insbesondere die Ergebnisse der neurobiologischen Grundlagenforschung im Bereich des autonomen und somatischen Nervensystems nachhaltig zum Verständnis von Schmerzsyndromen beigetragen. Damit sind die Voraussetzungen für die Erforschung potenzieller Wirkmechanismen und Reflextherapien geschaffen worden.

Die durch die Förderung in ihrer Wirksamkeit bestätigten naturheilkundlichen Verfahren bei Fibromyalgie, Reizdarmsyndrom, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa wurden zwischen 2007 und 2009 in die Leitlinien (medizinische Behandlungsempfehlungen) aufgenommen und kommen nun täglich Patienten in ganz Deutschland zugute.

Homöopathie in der Pädiatrie (1995–2001)

Homöopathie in der Pädiatrie (1995–2001)

Eltern ist es verständlicherweise sehr wichtig, dass ihrem Kind im Krankheitsfalle schnell und wirksam geholfen werden kann. Leider führen Medikamente gerade beim jungen Organismus nicht selten zu Nebenwirkungen, die man den kleinen Patienten gern ersparen möchte. Das Projekt verfolgte daher zwei Ziele: durch Verlaufsbeobachtungen und Studien sollte überprüft werden, ob die Homöopathie bei typischen Kinderkrankheiten eine wirksame Ergänzung oder Alternative zu den konventionellen Medikamenten sein könnte; und wenn dem so ist, sollte die homöopathische Therapie direkt an einer Universitätskinderklinik integriert werden.

Mit den Förderbeiträgen an Natur und Medizin e.V. wurden am Dr. von Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilians-Universität München von 1995-2001 und von 1997-2000 zwei Assistenzarztstellen finanziert. Beide Ärztinnen, Dr. Sigrid Kruse und Dr. Katharina Naske, erlangten die Zusatzbezeichnung für Homöopathie. Ab August 2001 finanzierte Natur und Medizin e.V. eine Ärztin im Praktikum. Während dieser Zeit entstanden Kooperationen mit anderen Kinderkliniken im Bundesgebiet, in München, Tübingen, Frankfurt und Rostock. Mehrere Kliniken – ein Konzept, das bedeutete:

Für die Praxis der Ärzte: auf die Erfahrungen der anderen Kliniken, der dort tätigen Kollegen zurückgreifen und sich über die Fälle austauschen zu können.

Für die Dokumentation: Die Kliniken waren vernetzt, die Daten der homöopathisch behandelten Patienten wurden in einem gemeinsamen Dokumentationssystem gesammelt. Auf dieses System konnte jeder der behandelnden Ärzte zugreifen, um sich über vergleichbare Fälle zu informieren.
Für die Wissenschaft: an unterschiedlichen Orten die gleichen Studien durchführen zu können. Man spricht von multizentrischen Studien, die eine größere Überzeugungskraft besitzen, als Einzelstudien. Denn ist eine Studie an mehreren Orten unter identischen Studienbedingungen durchgeführt worden und zu ähnlichen Ergebnissen gekommen, so lässt sich das Ergebnis kaum noch anfechten.

Auf diese Weise gelang zum Beispiel am Dr. von Haunerschen Kinderspital die Integration der Homöopathie in alle Klinikbereiche, das heißt in die Ambulanz, Chirurgie, Neugeborenen-Intensivstation, Säuglingsstation und Onkologie – jeweils mit großem Erfolg und positiven Studienergebnissen.

So erwies sich die Homöopathie etwa bei Mittelohrentzündungen (Otitis media) als ebenso wirksam wie die konventionelle Therapie mit Antibiotika, verursachte aber weniger Nebenwirkungen. Antibiotika können Allergien bis hin zu schockartigen Reaktionen hervorrufen, es kann zu Hautausschlägen und Verdauungsbeschwerden kommen. Zudem treten nach der Einnahme gehäuft Pilzinfektionen auf. Ein weiteres Problem ist das Entstehen resistenter Keime, wenn Antibiotika zu häufig eingesetzt werden. Das Modellprojekt konnte jedoch zeigen, dass Kinder, die mit einer akuten Otitis media homöopathisch behandelt werden, ähnlich schnell und zuverlässig gesund werden. Schwere Komplikationen traten in keinem Fall auf und nicht nur die Dauer der Therapie war deutlich kürzer als bei konventioneller Behandlung, es kam tendenziell auch zu weniger Rückfällen. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei akuten Nasennebenhöhlen-Entzündungen (Sinusitis).

Die Tatsache, dass die ursprünglich von Natur und Medizin e.V. finanzierte Assistenzarzt-Stelle für eine homöopathisch arbeitende Ärztin mittlerweile von der Krankenkasse als Planstelle eingerichtet wurde, belegt die große Nachfrage und den außerordentlichen Erfolg des Modellprojektes.

Homöopathie bei unerfülltem Kinderwunsch (1993–1998)

Homöopathie bei unerfülltem Kinderwunsch (1993–1998)

Hoffen. Bangen. Jeden Monat eine neue Enttäuschung. Die Auseinandersetzung mit dem Zyklus, der Versuch, fruchtbare Tage zu bestimmen. Sexualität unter Druck, immer in der Hoffnung, dass es diesmal „klappt“. Die tickende biologische Uhr im Kopf. Vorsichtige Gespräche, an wem oder was es wohl liegen mag. Gespräche beim Gynäkologen. Untersuchungen. Hormonbehandlungen. Vielleicht eine künstliche Befruchtung. Vielleicht sogar eine Schwangerschaft. Aber dann die Enttäuschung, wenn es – wie leider nicht selten – zu einer Fehlgeburt kommt.

Mit den Förderbeiträgen an Natur und Medizin e.V. konnte in der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg die erste Ambulanz für Naturheilkunde an einer Universitätsklinik in Deutschland überhaupt eingerichtet werden. Über 5.000 Patientinnen aus dem gesamten Bundesgebiet nahmen zum Teil weite Anfahrten in Kauf, um sich in Heidelberg beraten und behandeln zu lassen. Das Beschwerdespektrum reichte dabei von zu starken oder schwachen Periodenblutungen, Beschwerden vor oder während der Mensis, in der Schwangerschaft oder im Klimakterium, bis hin zu hormonell bedingter Akne, Migräne oder Allergien. Behandelt wurde u.a. mit Akupunktur und pflanzlichen Heilverfahren. Von allen Erfolgen in der Ambulanz gehört jedoch die Erkenntnis, wie gut Homöopathie bei Fruchtbarkeitsstörungen wirken kann, zu den schönsten.

Dabei muss man zwischen organischen, hormonellen und psychischen Ursachen unterscheiden. In der Frauenklinik zeigte sich, dass organische Sterilitätsursachen, z.B. verklebte Eileiter, sehr gut konventionell behandelt werden können, etwa durch Pertubation und In-Vitro-Fertilisation. Bei nicht-organischen Ursachen zeigte sich jedoch die Stärke der Homöopathie.

Am Anfang jeder homöopathischen Behandlung stand neben einer umfangreichen Bestandsaufnahme der hormonellen Situation, der Bestimmung des Eisprungs usw., eine ausführliche Anamnese, die weit über die gynäkologische Problematik hinausging. Sie erfasste die verschiedensten Beschwerden und Symptome, die konstitutionelle Reaktionslage, die psychische Verfassung, die Interaktion mit dem sozialen Umfeld, die Gewohnheiten, Vorlieben und Abneigungen. All diese Daten wurden dann ausgewertet und dasjenige homöopathische Arzneimittel ausgewählt, welches der „Gesamtheit der Symptome“ am ehesten entsprach.

Der Vergleich zwischen konventioneller Hormontherapie und Homöopathie zeigte: Bei beiden Behandlungsformen gab es eine relativ hohe Schwangerschaftsrate von knapp 30%, bei der Hormontherapie kam es jedoch zu weitaus mehr Fehlgeburten. Die so genannte „Baby-take-home-Rate“ fiel deshalb bei homöopathischer Behandlung fast dreimal höher aus, Nebenwirkungen gab es nicht. Die homöopathische Behandlung hatte also die gleiche Wirksamkeit bei weitaus weniger Komplikationen. Dazu betragen die Kosten nur ein Zehntel derjenigen der konventionellen Therapie. Jedes Paar mit unerfülltem Kinderwunsch sollte es also durchaus mit der Homöopathie versuchen!

 

 

Homöopathie

aus Sicht der Carstens-Stiftung : Natur und Medizin


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