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Long COVID: Verbesserungen nach Rehabilitation bleiben über Monate erhalten

Long-COVID: Verbesserungen nach Rehabilitation bleiben über Monate erhalten

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COVID Integrative Medizin

Menschen mit Long-COVID leiden häufig noch Monate nach einer SARS-CoV-2-Infektion unter Atemnot, Erschöpfung, eingeschränkter körperlicher Belastbarkeit oder Schmerzen. In einer aktuellen Studie aus Polen (1) kam ein individuell angepasstes, mehrteiliges Rehabilitationsprogramm über sechs Wochen zum Einsatz. Verbesserungen waren auch sechs Monate nach Abschluss der Behandlung noch nachweisbar, vor allem in der körperlichen Leistungsfähigkeit sowie der Atemfunktion.

Studienaufbau: Breites Rehabilitationsprogramm

Insgesamt 109 Menschen mit Long-COVID-Beschwerden (u.a. anhaltende Atemnot und Einschränkungen im Alltag) wurden zunächst zufällig einer von zwei Gruppen zugeteilt: Die eine Gruppe erhielt das Rehabilitationsprogramm und ein Atemmuskeltraining mit individuell eingestelltem Widerstand (zunächst 45-55 % der maximalen Einatemkraft, später bis auf 70-80 % gesteigert); die andere Gruppe erhielt ebenfalls das Rehabilitationsprogramm, aber ein Placebo-Atemmuskeltraining (ohne Widerstand).

Die Intervention dauerte sechs Wochen und umfasste 18 betreute Trainingseinheiten von jeweils 60 bis 90 Minuten. Das Programm kombinierte mehrere Elemente: Ausdauertraining auf dem Fahrradergometer, Atem- und Sprechübungen, individuell angepasstes Krafttraining sowie allgemeine Fitnessübungen und Dehnungen. Die Übungen wurden an die individuellen Voraussetzungen der Teilnehmenden angepasst und durch Übungen für zu Hause ergänzt. Die Forschenden untersuchten die Teilnehmenden vor der Rehabilitation, unmittelbar nach den sechs Wochen und nochmals sechs Monate später. In die Auswertung gingen schließlich die Daten von 75 Personen aus beiden Gruppen ein.

Post-COVID

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Ergebnis: Mehr Ausdauer und bessere Atemfunktion

Ein wichtiger Messwert war die Strecke, die die Teilnehmenden innerhalb von sechs Minuten zurücklegen konnten. Der sogenannte 6-Minuten-Gehtest ist ein medizinischer Belastungstest, bei dem Patient*innen in sechs Minuten eine möglichst lange Strecke auf ebenem Untergrund zurücklegen. Zu Beginn lag die mittlere Gehstrecke bei etwa 300 m. Nach der Rehabilitation waren es 365 m, nach sechs Monaten 368 m. Der Wert lag damit auch ein halbes Jahr später in etwa auf dem Niveau unmittelbar nach der Behandlung.

Auch die Atemmuskelkraft verbesserte sich. Zudem zeigten sich Verbesserungen bei verschiedenen Lungenfunktionswerten und bei der Beweglichkeit des Brustkorbs. Diese Veränderungen waren sechs Monate später weitgehend noch vorhanden. Die größten Verbesserungen wurden bei Personen beobachtet, deren körperliche Leistungsfähigkeit zu Beginn stärker eingeschränkt war.

Auch einzelne Beschwerden gingen zurück. Der Anteil der Teilnehmenden mit Atemnot sank von 100 Prozent zu Beginn auf 77 Prozent unmittelbar nach der Rehabilitation und 59 Prozent nach sechs Monaten. Beim Husten zeigte sich ebenfalls eine Verringerung. Bei anderen Beschwerden waren dagegen keine entsprechenden langfristigen Veränderungen nachweisbar. So waren etwa Kopfschmerzen nach sechs Monaten nicht signifikant seltener als zu Beginn. Auch die Fatigue, also eine ausgeprägte und anhaltende Erschöpfung, blieb bei einem großen Teil der Teilnehmenden bestehen: 89 Prozent berichteten auch nach sechs Monaten noch von Fatigue.

Einschätzung

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein individuell angepasstes, multimodales Rehabilitationsprogramm bei Menschen mit Long-COVID mit länger anhaltenden Verbesserungen der körperlichen Belastbarkeit und der Atemfunktion verbunden sein kann. Die nach der Rehabilitation beobachteten Verbesserungen waren auch sechs Monate später noch nachweisbar. Gleichzeitig blieben einzelne Beschwerden wie Fatigue jedoch bestehen.

Bei der Interpretation der Ergebnisse ist eine wichtige Einschränkung zu beachten: Die sechsmonatige Auswertung verglich nicht eine Rehabilitationsgruppe mit einer unbehandelten Kontrollgruppe. Da sich die beiden ursprünglichen Studiengruppen in den meisten untersuchten Parametern nicht unterschieden, wurden sie für die Langzeitbeobachtung zusammengeführt. Die Studie kann deshalb vor allem zeigen, dass die nach der Rehabilitation beobachteten Verbesserungen langfristig bestehen blieben. Sie kann weniger eindeutig beantworten, welcher Anteil dieser Entwicklung tatsächlich auf die Rehabilitation zurückzuführen ist.

Hinzu kommt die relativ kleine Zahl von 75 ausgewerteten Personen und die Auswahl der Teilnehmenden: Menschen mit Adipositas, bestimmten chronischen Atemwegserkrankungen und einigen weiteren Erkrankungen wurden ausgeschlossen. Die Ergebnisse lassen sich daher nicht ohne Weiteres auf alle Menschen mit Long-COVID übertragen.

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Literatur zu "Long-COVID: Verbesserungen nach Rehabilitation bleiben über Monate erhalten"

1) Pietranis, K.A., Kuryliszyn-Moskal, A., Moskal-Jasińska, D. et al. Effectiveness of comprehensive rehabilitation for functional recovery and symptom reduction in long COVID: results from a six‑month randomised controlled trial. Sci Rep 16, 20662 (2026). Link

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Michèl Gehrke, M.A.
Michèl Gehrke, M.A.

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