Carstens-Stiftung: Stiftungssymposium 2019

Rubrik: Wir für Journalisten

Carstens-Stiftung versammelt Wissenschaftler zum fachlichen Austausch

Stiftungssymposium 2019

Die Karl und Veronica Carstens-Stiftung hat vom 15.-16. Juli die Beteiligten ihrer Förderprojekte zum fachlichen Austausch eingeladen. Etwa 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus ganz Deutschland stellten Studienergebnisse vor und diskutierten zukünftige Forschungsvorhaben.

Abgeschlossene Projekte: Zwei Highlights

Unter den bereits abgeschlossenen Projekten ragen zwei besonders heraus. Zum einen das Projekt "Optimierungsstrategien bei Demenz", das von 2015-2018 an den Universitäten in Erlangen, Tübingen und Potsdam angesiedelt war. Im Rahmen von "OptiDem" fassten insgesamt 11 Doktorandinnen und Doktoranden die aktuelle Datenlage zur Versorgung von Menschen mit Demenz und zur Prävention zusammen. Ein Schwerpunkt lag dabei auf nicht-medikamentösen, psycho-sozialen Maßnahmen. "Damit waren wir sehr nahe an der Lebenswirklichkeit der Betroffenen", resümierte Projektleiter Prof. Dr. Elmar Gräßel vom Uni-Klinikum Erlangen. Als eines von vielen wichtigen Ergebnissen von "OptiDem" konnte festgehalten werden: Sogenannte Mehrkomponenten-Interventionen, also eine Kombination aus kognitivem Training, motorischer Stimulation und ggf. alltagspraktischem Angebot, können belastende Begleitsymptome einer Demenz wie Apathie, Unruhe oder auch Depression lindern, kognitive und alltagspraktische Fähigkeiten eine Zeit lang erhalten, und sollten daher zukünftig viel stärker in die Versorgung einbezogen werden.

Zum anderen sticht das Projekt zur "Integrativen Pädiatrie" heraus. Von 2015-2018 identifizierten die Beteiligten nachgewiesen wirksame und sichere Therapien aus der Naturheilkunde und Homöopathie für Kinder. Obwohl Eltern zuhause bereits vielfach auf Methoden aus diesem Bereich zurückgreifen, war bis vor Kurzem nur wenig über deren Sicherheit und Wechselwirkungen mit konventionellen Arzneimitteln bekannt. Durch die gewonnenen Erkenntnisse können – und werden – viele Maßnahmen nun auch auf Kinderstationen in Landshut und Essen professionell angewendet, darunter etwa Akupunktur bei Schmerzen oder Übelkeit nach Operationen, Quark-Wickel bei Rheuma, Fußreflexzonenmassage bei Verdauungsstörungen oder Yoga bei jugendlichem Kopfschmerz. "Was wir nun brauchen, ist eine weitere Akademisierung der Integrativen Pädiatrie, um eine bessere Grundlage für die Schulung von pflegerischem und ärztlichem Personal zu gewinnen", so PD Dr. Holger Cramer, Forschungsleiter an der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin der Kliniken Essen-Mitte. Denn dann könnte der Ausbau zu einer flächendeckenden Integrativen Pädiatrie bald Realität werden.

Vielversprechende Forschungsvorhaben gerade angelaufen

Unter den aktuell laufenden Projekten nahm das Alois Schnaubelt Habilitationsprogramm der Carstens-Stiftung großen Raum ein. Dr. Michael Jeitler, Arzt am Immanuel Krankenhaus Berlin, Dr. Petra Voiß, Oberärztin an der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin der Kliniken Essen-Mitte, und Dr. Joanna Dietzel, Fachärztin für Neurologie am Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité Berlin, stellten ihre geplanten und teilweise bereits angelaufenen Forschungsvorhaben vor.

Dr. Jeitler wird drei Studien durchführen. Er untersucht, inwieweit eine pflanzenbasierte Ernährung dazu beiträgt, Risikofaktoren für eine kardiovaskuläre Erkrankung – zu diesen zählen Übergewicht, Cholesterinerhöhung und Bluthochdruck – zu minimieren. In einer weiteren Studie wird es darum gehen, die Effekte von Yoga und Meditation auf die Lebensqualität von Menschen mit erhöhter Stressbelastung zu evaluieren und mit denen der konventionellen Psychoedukation zu vergleichen. Seine dritte Arbeit befasst sich schwerpunktmäßig mit den Wirkungen der Mind-Body-Medizin auf Lebensqualität, Stimmung und Fatigue von Brustkrebspatientinnen.

Der Schwerpunkt von Dr. Voiß liegt in der Untersuchung der Wirksamkeit von naturheilkundlichen Therapien auf die Schlafqualität bei Patientinnen mit Brustkrebs. Darüber hinaus sollen wirksame Maßnahmen bei krebsbedingter Erschöpfung und zur Linderung von Nebenwirkungen identifiziert werden, um sie in onkologische Behandlungskonzepte zu integrieren.

In zwei Studien von Dr. Dietzel steht die Akupunktur bei Nervenschmerzen im Mittelpunkt, einmal bei Patienten mit Polyneuropathie und einmal bei Patienten mit Trigeminusneuralgie. Sollte sich bestätigen, dass sich durch Akupunktur Beschwerden lindern, Medikamente einsparen und somit Nebenwirkungen verhindern lassen, wäre dies ein wichtiger Schritt in der Schmerzbehandlung.

Ausblick auf das Symposium 2021: Young Clinician Scientists

Das nächste Stiftungssymposium wird in zwei Jahren stattfinden. "Dann", sagt die Geschäftsführerin der Carstens-Stiftung Nicole Germeroth, "werden sicher auch die drei Geförderten aus dem Projekt 'Young Clinician Scientists' bereits ihre Forschungsvorhaben vorstellen können. Ich bin sehr gespannt, wen wir dann begrüßen dürfen." "Young Clinician Scientists" ist gerade ausgeschrieben worden (Bewerbungsfrist: 30.09.19) und richtet sich an wissenschaftlich tätige Ärztinnen und Ärzte zu Beginn ihrer ärztlichen Weiterbildung. Das Programm zielt auf eine planbare und qualitätsgesicherte Verzahnung von ärztlicher Weiterbildung und wissenschaftlicher Tätigkeit in der Naturheilkunde und Komplementärmedizin. Der Förderumfang beträgt insgesamt bis zu 240.000 Euro pro Fellowship.

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*Bildunterschrift: Prof. Dr. Jost Langhorst vom Klinikum am Bruderwald Bamberg stellte randomisiert kontrollierte Studien zum Einfluss von Stress und Lebensstilmodifikationen bei Colitis ulcerosa vor.

Die Carstens-Stiftung aus Essen setzt sich seit 1982 für die Verankerung von Naturheilkunde und Homöopathie in der Medizin ein. Hauptaufgaben sind die Förderung wissenschaftlicher Forschung und des therapeutischen Nachwuchses sowie, mit dem Förderverein Natur und Medizin e.V., die fundierte Aufklärung über Anwendung und Nutzen der Komplementärmedizin. Seit 1982 sind so mehr als 35 Mio. Euro für Wissenschaft und Forschung in über 300 Projekten aufgewendet worden.


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„Der Arzt und die Ärztin der Zukunft sollen zwei Sprachen sprechen, die der Schulmedizin und die der Naturheilkunde und Homöopathie. Im Einzelfall sollen sie entscheiden können, welche Methode die beste für den Patienten ist.“

(Veronica Carstens)

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