Integrative Medizin
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Homöopathie als Zusatztherapie bei Krebs

Homöopathie als Zusatztherapie bei Krebs

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Homöopathie Onkologie Integrative Medizin

Methodisch hochwertige Studie beobachtet positive Wirkungen auf Lebensqualität und Überlebenszeit bei Patienten mit Bronchialkarzinom

In einer Arbeit, die 2020 in einer angesehenen medizinischen Fachzeitschrift (The Oncologist) veröffentlicht wurde, untersuchte eine österreichische Forschergruppe 150 Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs (nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom, Stadium IV). [1] Die Fragestellung der Studie war, ob durch eine homöopathische Begleitbehandlung die Lebensqualität und eventuell auch Überlebenszeit verbessert werden können.

Die Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt und erhielten zusätzlich zur standardmäßig angewandten Chemotherapie entweder ein individuell ausgewähltes homöopathisches Arzneimittel oder ein ununterscheidbares Placebopräparat. Eine dritte Gruppe, die weder Homöopathie noch Placebo erhielt, diente als Kontrolle. Weder die Patienten noch die Ärzte wussten, in welcher der beiden Behandlungsgruppe sich die Patienten jeweils befanden. Zur Erhebung der Lebensqualität wurden standardisierte Fragebögen verwendet. Diese füllten die Patienten jeweils zu Beginn der Studie, nach neun und nach 18 Wochen aus.

Diagnose Krebs

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Homöopathische Begleitung vom Diagnosetrauma über das Therapietrauma bis zur Nachsorge

Michael Elies · Annette Kerckhoff

ISBN: 978-3-86864-012-0
Erscheinungsjahr: 2013

6,90 EUR

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Dabei zeigte sich bei den Patienten unter Homöopathie insgesamt eine deutlich höhere Lebensqualität. Im Einzelnen wurden in dieser Gruppe chronische Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Atemnot, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit, Schmerz und Luftnot im Vergleich zur Placebogruppe signifikant besser beurteilt. Die Studienteilnehmer wurden bis zu zwei Jahren nachbeobachtet. Es fand sich im Durchschnitt eine deutlich längere Überlebenszeit unter Homöopathie als unter Placebo (435 vs. 257 Tage). Die Placebogruppe unterschied sich in dieser Hinsicht nicht nennenswert von der Kontrollgruppe, die nur die Standardtherapie erhielt (228 Tage).

Die dokumentierten Effekte können aufgrund des Studiendesigns nicht von der Erwartungshaltung der Teilnehmer, psychotherapeutischen Wirkungen der homöopathischen Befunderhebung (Anamnese) oder einer besonderen Arzt-Patienten-Beziehung herrühren. Diese waren nämlich in der Homöopathie- und der Placebogruppe identisch wirksam, da weder Arzt noch Patient wussten, wer welche Behandlung erhielt und die Gruppenzuteilung zufällig erfolgte. Der Unterschied bei der Überlebenszeit zeigt besonders eindrücklich, dass hier, vorbehaltlich einer Bestätigung dieses Resultats durch weitere Studien, eine spezifische Wirkung der homöopathischen Arzneimittel gemessen wurde. Denn die Placebogruppe, die wie die Homöopathiegruppe unter dem Einfluss der Anamnese und einer etwaigen besonderen Behandlung durch homöopathische Ärzte stand, unterschied sich in dieser Hinsicht kaum von der Kontrolle.

Homöopathie aus Sicht der Carstens-Stiftung
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Fazit

Diese methodisch hochwertige Studie (randomisiert, placebokontrolliert, doppelblind) beobachtete eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität sowie der Überlebenszeit von Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs unter homöopathischer Behandlung. Die Autoren weisen explizit darauf hin, dass die Homöopathie im Rahmen ihres Forschungsprojekts im Sinne der Integrativen Medizin ergänzend zur schulmedizinischen Therapie eingesetzt wurde. Das Zusammenwirken beider Behandlungsansätze bei der untersuchten Erkrankung beurteilen sie als besonders erfolgreich. Da es sich um die erste Studie dieser Gütestufe zu Homöopathie bei Bronchialkarzinom handelt, sind die Ergebnisse solange mit Vorsicht zu genießen, bis eine unabhängige Forschergruppe dieselbe Therapie unter vergleichbaren Bedingungen testet. Sollte eine solche Replikation vergleichbare Ergebnisse zutage fördern, wäre dies sowohl für die Homöopathie- als auch für die Krebsforschung sehr bedeutsam.

Literatur zu »Homöopathie als Zusatztherapie bei Krebs«

[1] Frass, Michael, et al. "Homeopathic Treatment as an Add‐On Therapy May Improve Quality of Life and Prolong Survival in Patients with Non‐Small Cell Lung Cancer: A Prospective, Randomized, Placebo‐Controlled, Double‐Blind, Three‐Arm, Multicenter Study." The oncologist 25.12 (2020): e1930-e1955. Link

Dr. Jens Behnke
Dr. Jens Behnke

Programmleitung Integrative Medizin

Telefon: 0201 56 305 13