Integrative Medizin
Zum Hauptinhalt springen Zum Seiten-Footer springen
Studien kurz und knapp

Basenreiche Kost bei Adipositas und Hypertension

Aderlass und ein Mineralsalzpräparat als adjuvante Therapie: Die von der Carstens-Stiftung geförderte Studie belegt, wie basenreiche Kost die Hämoglobinoxigenierung und den Sauerstoffgehalt in den Hautkapillaren signifikant verbessern kann.

Zusammenfassung

In der vorliegenden einfachblinden, placebokontrollierten, randomisiertern Parallelgruppenstudie bei adipösen normotensiven und hypertensiven Patienten wurde der Effekt einer achtwöchigen basenreichen Kost, ergänzt durch ein basisches Mineralsalzpräparat und – bei einem Hämatokrit über 45% – durch eine wöchentliche Aderlasstherapie, auf die kapilläre Sauerstoffkonzentration der Haut und kardiovaskuläre Risikofaktoren untersucht. Es ergab sich eine signifikante Gewichtsreduktion in allen Gruppen, während nur unter basenreicher Kost die kapilläre Sauerstoffkonzentration gesteigert und der Blutdruck insbesondere unter der Aderlasstherapie gesenkt werden konnten. Plasmafibrinogen- und Gesamtcholesterinkonzentration wurden dagegen nicht beeinflußt. Das Therapiekonzept einer basenreichen Kost scheint somit eine unter ambulanten Bedingungen gut zu verwirklichende adjuvante Therapie bei arterieller Hypertonie darzustellen, die gleichzeitig zu einer verbesserten kapillären Perfusion führt.Projekte der Carstens-Stiftung

Hintergrund

Die Hautkapillaren sind besonders geeignet, Veränderungen des Sauerstoffbedarfs und –angebotes im Organismus zu reflektieren. Bei Personen, deren Kreislaufsituation und die pulmonale Funktion über einen längeren Zeitraum im Wesentlichen unverändert geblieben sind, zeigt ein Anstieg des Sauerstoffgehalts in den Hautkapillaren eine Verminderung der Azidose im Gesamtorganismus an.

Fragestellung

Ziel dieser Studie ist es, den Effekt einer nach ärztlichen Empfehlungen zusammen gestellten basenreichen Kost auf Körpergewicht, Blutdruck, Stoffwechselparameter und den kapillaren Sauerstoffgehalt zu untersuchen. Als Hauptzielkriterium wurde die Veränderung des Sauerstoffgehalts in Hautkapillaren nach 8-wöchiger Therapie definiert, gemessen an 16 zufällig ausgewählten Punkten des Handrückens.

Patienten und Methoden

In einer einfachblinden, randomisierten Studie erhielten 40 ambulante normotensive adipöse oder hypertensive Patienten über acht Wochen wöchentlich eine Ernährungsberatung. In der Verumgruppe erhielten die Patienten zusätzlich eine Anweisung zur Durchführung einer basenreichen Kost, die um täglich 3x2 Tabletten eines basischen Mineralsalzgemisches ergänzt wurde, wenn ein ph-Wert des Spontanurins unter 6 gemessen wurde.
Der Sauerstoffgehalt der Hautkapillaren wird mit dem Erlanger Mikrolichtleiter Spektrophotometer EMPHO (BGT Bodenseewerk Gerätetechnik Überlingen) ermittelt.

Prüfpräperate

Die Tabletten des Mineralsalzgemischs (Bullrichs Vital Tabletten®) enthalten 408mg Natiumcarbonat, 136 mg Calciumcarbonat, 90 mg Magnesiumcarbonat, 51 mg Kaliumcitrat und 25 mg Natriumphosphat.

Mithelfen

„Der Arzt und die Ärztin der Zukunft sollen zwei Sprachen sprechen, die der Schulmedizin und die der Naturheilkunde und Homöopathie. Im Einzelfall sollen sie entscheiden können, welche Methode die beste für den Patienten ist.“

jetzt spenden

Projektleitung:
> Prof. Dr. Karin Kraft

Fördersumme:
> 138.000 Euro

Studienzeitraum:
> 1996 - 1998

Literatur

Kraft K, Spielberger: Einfluß einer naturheilkundlichen Kostform (basenreiche Kost) auf die Hämoglobinoxigenierung und den Sauerstoffgehalt in Hautkapillaren bei normo- und hypertensiven Patienten. In: Albrecht H, Frühwald M, eds. Jahrbuch der Karl und Veronica Carstens-Stiftung, Band 4 (1997). Essen: KVC; 1998: 41-59. Link

Ingo Munz

Ingo Munz

Ingo Munz

Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit der Karl und Veronica Carstens-Stiftung

Telefon: 0201 56 305 14
E-Mail: i.munz@carstens-stiftung.de