Integrative Medizin
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Darmmikrobiom verändert nach Fastenkur
Metabolisches Syndrom und naturheilkundliche Intervention

Darmmikrobiom verändert nach Fastenkur

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Bluthochdruck Naturheilkunde Magen-Darm

Fasten verändert die Zusammensetzung des gastrointestinalen Mikrobioms und kann dazu beitragen, dass eine Ernährungsstilmodifikation bei Patienten mit metabolischem Syndrom bessere Effekte zeigt.

Das metabolische Syndrom ist eine Kombination aus vier Zivilisationskrankheiten: Adipositas, Hypertonie, Fettstoffwechselstörung und Diabetes mellitus. Neben medikamentösen Behandlungen sind Ernährungsstilmodifikationen vielversprechende Therapieansätze, um Gewicht zu reduzieren und den Blutdruck zu senken. Während die positiven Effekte einer Ernährungsumstellung zu einer mediterranen Vollwertkost bereits bekannt sind, wurden in einer Studie an 71 Patienten die Auswirkungen einer Fastenkur, die der DASH-Diät (Dietary Approach to Stop Hypertension) vorangeht, auf Blutdruck und Gewichtsreduktion untersucht.

In dieser randomisiert-kontrollierten Interventionsstudie an Patienten mit metabolischem Syndrom wurden zwei Ernährungsstilmodifikationen gegenübergestellt: Eine Gruppe ernährte sich über 3 Monate nach der sogenannten DASH-Diät, die einer mediterrane Vollwertkost entspricht. Die zweite Gruppe begann mit einem Fastenintervall von 5 Tagen bevor die DASH-Diät ebenfalls über 3 Monate als Ernährungsweise befolgt wurde. In einer 3-monatigen Nachbeobachtungsphase war die kombinierte Intervention aus fünftägiger Fastenkur und Ernährungsumstellung sowohl bei der Gewichtsreduktion als auch bei der Senkung des Blutdrucks überlegen.

Heilfasten

Heilfasten

Hinweise für das stationäre Heilfasten und Selbsthilfetipps für die häusliche Fastenkur in modifizierter Form

Annette Kerckhoff · Thomas Rampp

ISBN: 978-3-96562-011-7
Erscheinungsjahr: 2020, 2. Aufl.

6,90 EUR

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Darmmikrobiom und Immunparameter

Welche Auswirkungen hat eine Fastenkur auf die Zusammensetzung des Mikrobioms und auf bestimmte Immunparameter? Dieser Frage widmeten sich Forschende in einer Teilstudie mittels computergestützter Analysen.

Das Darmmikrobiom und die Artenvielfalt der Bakterienstämme veränderten sich in der Fastenkur deutlich, was sich anhand von Stuhlproben untersuchen ließ. Modifizierungen des Darmmikrobioms werden sowohl für die Senkung des Blutdrucks als auch im Rahmen der dauerhaften Gewichtsabnahme bei Patienten mit metabolischem Syndrom relevant. Besonders hervorzuheben ist laut der Forschenden, dass sich gesundheitsfördernde Bakterien vermehren und die Vielfalt der Bakterienstämme zunimmt. Insbesondere die Vermehrung von Bakterienstämmen, die kurzkettige Fettsäuren verstoffwechseln ist als positiver Effekt zu beurteilen, da diese bei der Behandlung von Stoffwechselkrankheiten eine Rolle spielen.

Durch Immunphänotypisierung wurde die Veränderung der Immunzellen der Patienten während der Ernährungsstilmodifikation untersucht, wobei eine Reduktion der entzündungsfördernden T-Zellen (u.a. IL-17+; TNFα) und eine Vermehrung der regulatorischen T-Zellen festzustellen war.

Die Veränderungen des gastrointestinalen Mikrobioms und bestimmter Immunparameter waren nur bei Probanden zu beobachten, die eine fünftägige Fastenkur der Ernährungsstilmodifikation vorangehen ließen. Positive Effekte des Fastens sind somit sowohl auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms als auch auf das adaptive Immunsystem bei Patienten mit metabolischem Syndrom in dieser Teilstudie herausgestellt worden.

Literatur zu »Darmmikrobiom verändert nach Fastenkur«:

Maifeld, A., Bartolomaeus, H., Löber, U. et al.Fasting alters the gut microbiome reducing blood pressure and body weight in metabolic syndrome patients. Nat Commun12, 1970 (2021). doi 10.1038/s41467-021-22097-0  Artikel

Ursula Heim, M.A.
Ursula Heim, M.A.

Pressesprecherin i.V.

Öffentlichkeitsarbeit