Integrative Medizin
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Carstens-Stiftung: Zichorienkaffee zur Thromboseprävention
Studien kurz und knapp

Zichorienkaffee zur Thrombose­prävention

Von Daniela Hacke

Phytotherapie Ernährung

Tendenz positiv, weitere Studien nötig: Ungarische Wissenschaftler haben in einer klinischen Studie untersucht, inwiefern sich Zichorienkaffee auf als Thrombose-Prophylaxe eignet.

Die Wegwarte (Cichorium intybus) ist bereits seit Hippokrates als Bittermittel bekannt und wird hauptsächlich bei Insuffizienzen von Magen, Leber und Galle eingesetzt. Aber auch als Adstringens (zusammenziehendes Mittel) ist sie uns geläufig, und zwar wegen ihres Vermögens, Blutungen zum Stillstand zu bringen. Manche unter uns erinnern sich sicher noch aus schwierigeren Zeiten an den Ersatzkaffee, bekannt auch unter der Bezeichnung Muckefuck, der meist aus Getreide, unter anderem auch aus Zichorienwurzeln gewonnen wurde. Dieses koffeinfreie Heißgetränk fand bald aber wegen seiner gesundheitlichen Vorzüge, zumal reich an herzschützenden Polyphenolen und bekömmlicher als sein koffeinhaltiger Verwandter, der Kaffee, seine Anhängerschaft unter gesundheitsbewussten Verbrauchern.

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Bisherige experimentelle Untersuchungen konnten aufzeigen, dass Kaffeesäure im in-vitro-Versuch, d.h. im Laborversuch, die Thrombozytenaggregation hemmt, ein Faktor, der eine entscheidende Rolle in der Thromboseforschung spielt. Ungarische Wissenschaftler haben nun im Rahmen einer klinischen Studie untersucht, inwiefern sich Zichorienkaffee auf Parameter hinsichtlich einer Thrombose-Prophylaxe in vivo, also am lebenden Organismus, auswirkt. Dazu wurden 27 gesunde Probanden rekrutiert, die über einen Zeitraum von einer Woche jeden Morgen 300 ml Zichorienkaffee (hergestellt aus 20 g Zichorienkaffeepulver) zu sich nehmen mussten. Drei Probanden brachen die Studie ab, aber bei den 24 verbleibenden Probanden wurden Parameter wie Thrombozytenaggregation, hämorheologische Faktoren, Fibrinogenwerte und MIF (Makrophagen-Migrations-Inhibitions-Faktor)-Konzentration gemessen.  Lediglich die MIF-Konzentration sank nach einer Woche des Konsums in bedeutendem Ausmaß, obwohl diese Tendenz im in vitro-Versuch in viel ausgeprägterer Form zu beobachten war. Weitere tendenzielle Vorteile des Konsums von Zichorienkaffee konnten für hämorheologische Parameter wie Plasma- und Vollblutviskosität festgestellt werden.

Einschätzung

Die erhaltenen Resultate reichen jedoch noch nicht aus, um einen eindeutigen positiven Effekt von Zichorienkaffee hinsichtlich der Thrombose-Prävention zu konstatieren. Es bedarf also weiterer Studien mit einer größeren Studienpopulation, um diese vielversprechenden Ansätze noch weiter konsolidieren zu können.

Literatur

Schumacher E, Thrombosis preventive potential of chicory coffee consumption: a clinical study. Phytother Res, 2011 Abstract