Studien kurz und knapp

Wasserkur lässt die Pfunde purzeln

Mit Balneotherapie besser abnehmen als durch eine Diät: Mineralwasseranwendungen und Trinkkuren sollen laut einer Studie nachhaltig das Gewicht senken.

Spätestens wenn der Hüftspeck, wie z.B. nach den Feiertagen, die Hose kneifen lässt, ist bei vielen eine Diät angesagt. Nur wenigen dürfte bekannt sein, dass nicht nur Ernährung und Bewegung eine Rolle spielen, sondern dass wohl auch die Balneotherapie (Therapie mit Wasser aus Heil- und Mineralquellen), eine plausible Methode zum Abnehmen darstellt. In Frankreich, in dem die unter der Bezeichnung „Spa-Therapie“ bekannte Methode bereits seit 50 Jahren von den Krankenkassen erstattet wird, wurde nun eine Doppelblindstudie mit gesunden, übergewichtigen Probanden durchgeführt.

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Die Behandlungsdauer betrug drei Wochen, zuzüglich einer 14-monatigen Follow-Up-Phase. Die über den Studienzeitraum abgehaltenen Sitzungen bestanden aus jeweils 10-minütigen Einheiten unter Verwendung von Mineralwasser wie einem Sprudelbad (bei 37 Grad Celsius), einer Wassermassage, einer warmen Ganzkörper-Schlammpackung sowie einer 15minütigen Trainingseinheit im Warmwasserbecken. Außerdem tranken die Probanden jeden Tag ausgewählte Mineralwässer. Die Entscheidung über die tägliche Kalorienzufuhr und sportliche Betätigung wurde den Teilnehmern überlassen. Die Kontrollgruppe erhielt eine Ernährungsberatung und Anweisungen zur Einhaltung ihrer Diät. Zudem sollten sie sich für den Studienzeitraum regelmäßig sportlich betätigen. Einmal im Monat wurde per Telefon ein Interview zur Motivation der Diäteinhaltung geführt.

Ein Drittel der Balneotherapie-Probanden konnte nach drei Wochen einen Gewichtsverlust von mindestens 5 % verzeichnen. Nach Beendigung der Follow-Up-Phase war es sogar die Hälfte. In der Kontrollgruppe war der Abnahmeeffekt statistisch unerheblich.

Einschätzung:

Bis auf die Auswahl des experimentellen Designs ist an der Methodik der Studie nichts auszusetzen. Die Zahlen hinsichtlich der Verteilung per Zelen-Design auf die einzelnen Gruppen, bei der die Probanden erst nach der randomisierten Zuweisung ihre informierte Einwilligung zur Teilnahme geben, überschreiten den für dieses Design akzeptablen Rahmen, so dass man nun nicht mehr von Zuweisung per Randomisierung sprechen kann, und die Studie allenfalls als prospektive, nichtrandomisierte Interventionsstudie zu bezeichnen wäre.

So aufwändig aber eine 3-wöchige Wasserkur wie die in der Studie angewandte auch klingt: Der Langzeiteffekt ist erstaunlich. Zu den gängigen oft nebenwirkungsreichen Appetithemmern und Fettkillern bildet die Wasserkur eine nachhaltige Alternative. Zu erklären ist der Gewichtsverlust vermutlich durch die Beeinflussung des Gewebshormons Adiponektin, das im Verbund mit anderen Hormonen den Appetit regelt. Dies, so betonen die Wissenschaftler, müsse jedoch in weiteren Studien eingehender untersucht werden.

Literatur

Hanh T, Serog P, Fauconnier J, Batailler P, Mercier F, Roques CF, Blin P. One-year effectiveness of a 3-week balneotherapy program for the treatment of overweight or obesity. Evid Based Complement Altern Med 2012, Art.-Id. 150839 (DOI: 10.1155/2012/150839) Opens external link in new windowAbstract

Daniela Hacke

Daniela Hacke, M.A.
Fachbereich Bibliothek | Informationsmanagement

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