Carstens-Stiftung: Rosige Zeiten für Frauen mit PMS-Beschwerden

Rubrik: Studien kurz und knapp

Rosige Zeiten für Frauen mit PMS-Beschwerden

In einer Studie erwies sich Rosenöl in aromatherapeutischer Anwendung als effektive Maßnahme gegen typische Beschwerden in der prämenstruellen Phase.

Für 30% bis 80% der Frauen im reproduktionsfähigen Alter weltweit sind die Tage vor den Tagen mit einem erhöhten Leidensdruck verbunden. Charakteristisch für diese Phase, die ein bis mehrere Tage vor dem Einsetzen der Regelblutung auftritt, sind physische und mentale Symptome wie schmerzhaftes Brustspannen, Wasseransammlungen im Körper, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Antriebslosigkeit, Ängstlichkeit und depressive Verstimmungen. Abhängig von Auftreten und Intensität der Beschwerden greifen betroffene Frauen auf Medikamente wie z.B. Kontrazeptiva, Progesteron, Antidepressiva und Diuretika zurück. Um einen übermäßigen Gebrauch dieser Medikamente zu vermeiden, werden von Medizinern als Präventivmaßnahmen eine ausgewogene, gesunde Ernährung, Entspannungsübungen und regelmäßige Bewegung empfohlen.
Aromatherapeutische Maßnahmen unter Einsatz ätherischer, aus Pflanzen gewonnener Öle könnten sich aufgrund ihrer in klinischen Studien erwiesenermaßen positiven Effekte auf Stress, depressive Verstimmungen und Angst ebenfalls zur Linderung von PMS-Symptomen eignen. Dementsprechend untersuchten aktuell iranische Wissenschaftler der Universität Shiraz erstmals die Effekte eines aus der Damaszener-Rose (Rosa damascena) hergestellten ätherischen Öls auf Beschwerden in der prämenstruellen Phase. [1]

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Insgesamt 66 Studentinnen mit einem normalen Zyklus zwischen 24 und 35 Tagen und regelmäßig auftretenden moderaten bis schweren Beschwerden im Vorfeld der Regelblutung wurden per Zufall der Verum- oder Kontrollgruppe zugeteilt. Die Teilnehmerinnen der Verumgruppe wurden angewiesen, über einen Gesamtzeitraum von zwei Monaten eine Woche vor dem Einsetzen der Menstruationsblutung zwei Mal täglich für jeweils 5 Minuten den Duft des in einer Konzentration von 4 Prozent vorliegenden Rosenöls zu inhalieren. Dazu wurden 10 Tropfen des ätherischen Öls auf ein Wattebausch gegeben, in einem Abstand von 30 cm zur Nase gehalten und tief eingeatmet. In der Kontrollgruppe wurde dasselbe Verfahren mit Süssmandelöl durchgeführt, das laut Untersuchungen keine Effekte auf die beschriebenen Beschwerden aufweist. Im Rahmen des primären Endpunkt wurden zu Studienbeginn sowie ein und zwei Monate nach den Therapiephasen unter Verwendung des PSST (Premenstrual Symptoms Screening Tool)-Fragebogens PMS-typische physische, psychische und verhaltensspezifische Symptome sowie soziale Effekte durch die auftretenden Beschwerden erfasst. Zusätzlich wurden mittels eines spezifischen Fragebogens zur Erfassung von Symptomen zur psychologischen Gesundheit Parameter, z.B. Ängstlichkeit, depressive Verstimmung, Schlafstörungen und psychosoziale Störungen abgefragt.

Nach zwei Monaten war in der Rosenöl-Gruppe eine im Vergleich mit der Kontrollgruppe statistisch signifikante Reduktion der PMS-spezifischen Symptome in allen erhobenen Kategorien zu beobachten. In der Kontrollgruppe dahingegen konnten keine signifikanten Verbesserungen hinsichtlich der abgefragten Beschwerden festgestellt werden. Lediglich zwei Teilnehmerinnen wiesen als Nebenwirkung der Intervention Kopfschmerzen auf, in einem Fall in Begleitung von Schwindel und Erbrechen. Grundsätzlich wurde die Therapie jedoch gut vertragen.

Einschätzung:

Die in der vorliegenden Studie zu beobachtenden somatischen und psychischen Effekte durch die Inhalation des ätherischen Öls der Damaszener-Rose auf die Symptomatik prämenstrueller Beschwerden schreiben die Wissenschaftler im Wesentlichen zwei in der Damaszener-Rose enthaltenen "Schlüssel"-Flavonoiden (Quercetin und Kaempferol) zu, die sich in früheren Studien bereits als wirksam zur Reduktion depressiver Symptome erwiesen hatten. Die olfaktorische Stimulation des hier verwendeten Rosenöls, so argumentieren die Wissenschaftler weiter, führt überdies zu einer Freisetzung von Neurotransmittern wie beispielsweise Enkephalin und Endorphinen und der Reduktion von Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin auf der hormonellen Ebene, welche unter anderem schmerzspezifische Prozesse steuern. Durch den Einsatz von Aromatherapie mit Rosen-Öl während der einwöchigen prämenstruellen Phase kann ggfs. auf die Einnahme von häufig mit Nebenwirkungen behafteten Standardmedikamenten verzichtet bzw. der Verbrauch reduziert werden.

Mögliche Schwächen der Studie bestehen in der Verzerrung des Resultates durch die subjektive Einschätzung Ihrer Beschwerden durch die Teilnehmerinnen sowie die fehlende Abfrage von Ernährungsgewohnheiten, die Einfluss auf die Symptomatik ausgeübt haben könnten. In zukünftigen Studien sollte dies berücksichtigt werden und ggfs. aktive, bewährte Medikamente zur Linderung des PMS-Syndroms (Schmerzmedikament, Kontrazeptivum, Pyridoxin, Antidepressivum) als Kontrollbehandlung gewählt werden.

Literatur

1) Heydari N., et al. Evaluation of aromatherapy with essential oils of Rosa damascena for the management of premenstrual syndrome. Int J Gynecol Obstet 2018; 142: 156-161 Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract

Daniela Hacke

Daniela Hacke, M.A.
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