Integrative Medizin
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Carstens-Stiftung: Wird Grüntee das neue Alzheimer-Medikament?
Studien kurz und knapp

Wird Grüntee das neue Alzheimer-Medikament?

Epigallocatechingallat gegen Plaques: Deutsche Forscher haben entdeckt, dass EGCG schädliche Eiweißablagerungen, wie sie für die Alzheimer-Erkrankung verantwortlich gemacht werden, auflösen kann.

EGCG (Epigallocatechin-3-gallate) ist eine Substanz aus dem grünen Tee. Deutsche Forscher haben nun entdeckt, dass EGCG schädliche Eiweißablagerungen, wie sie für die Alzheimer-Erkrankung verantwortlich gemacht werden, auflösen kann (1). Die gleiche Arbeitsgruppe hat schon nachgeweisen, dass EGCG auch die Neubildung solcher Ablagerungen verhindern kann (2).

Einschätzung

Allerdings: das alles sind reine Laborergebnisse an Zellkulturen. Ob die entsprechenden Effekte auch klinisch wirksam sind, und wenn ja, welche Mengen grünen Tees dann getrunken werden müssten, ist völlig unklar. Zu Euphorie besteht daher kein Anlass, bis zur Entwicklung eines Medikaments oder zu klaren Ernährungsempfehlungen ist noch ein weiter Weg.

Michèl Gehrke

Michèl Gehrke

M.A. Pressesprecher der Karl und Veronica Carstens-Stiftung

Telefon: 0201 56 305 61

E-Mail: m.gehrke@carstens-stiftung.de

Literatur

Ehrnhöfer et al., EGCG redirects amyloidogenic polypeptides into unstructured off-pathway oligomers. Nat Struct Mol Biol, 2008 Abstract

Bieschke et al., EGCG remodels mature alpha-synuclein and amyloid-beta fibrils and reduces cellular toxicity. Proc Natl Acad Scie USA,2010. Abstract