Carstens-Stiftung: Schwitzen zum Schutz vor Schlaganfall

Rubrik: Studien kurz und knapp

Schwitzen zum Schutz vor Schlaganfall

Das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, kann durch regelmäßiges, häufiges Saunabaden herabgesetzt werden, so das Ergebnis einer finnischen Kohortenstudie.

Der Schlaganfall ist eine der häufigsten kardiovaskulären Erkrankungen, die je nach Stärke und Ausprägung das Leben der Betroffenen massiv beeinträchtigen oder sogar beenden kann. Er entsteht aber nicht aus dem Nichts, sondern wird durch verschiedene Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Arteriosklerose oder Diabetes gefördert, die wiederum unter dem Einfluss diverser Risikofaktoren (Fehlernährung, Bewegungsmangel, Rauchen, etc.) stehen. Mit einem gesunden Lebensstil können diese Risiken herabgesetzt werden.

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Zur finnischen Lebenskultur gehört regelmäßiges Saunabaden, dessen positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System bereits in zahlreichen Studien mit unterschiedlicher Zielsetzung erforscht wurde. In der vorliegenden Arbeit wurde nun erstmals ab 1998 an einer Gruppe von 1628 Frauen und Männern im Alter von 53 bis 74 Jahren untersucht, inwieweit ein Zusammenhang zwischen der Regelmäßigkeit und Häufigkeit von traditionellen finnischen Saunabesuchen und dem Auftreten eines Schlaganfalls besteht. Eingeschlossen wurden Personen aus einer größer angelegten Studie (Finnish Kuopio Ischemic Heart Disease Risk Factor Study), die zum Untersuchungsbeginn in ihrer Krankheitshistorie keinen Schlaganfall erlitten hatten. Eingangs wurden Daten zu den Saunagewohnheiten (wöchentliche Häufigkeit, Dauer, Temperatur), zu kardiovaskulären Risikofaktoren (Cholesterinwerte, Triglyzeride, Blutzucker, Blutdruck), Vorerkrankungen, Medikation, Körperbau, Lebensgewohnheiten, darunter körperliche Aktivität und Alkoholkonsum, und soziodemographische Daten erhoben. Bis zum Jahr 2014 wurde das Eintreten von Schlaganfällen (Ersterkrankung) erfasst, wobei für eine subsidiäre Analyse zwischen ischämischen (Mangeldurchblutung) und hämorrhagischen (Blutungen) Schlaganfällen unterschieden wurde.Während der rund 15 Untersuchungsjahre traten in der Studiengruppe insgesamt 155 Schlaganfälle auf, die Mehrzahl bei Männern (95).
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Am seltensten waren Personen betroffen, die vier- bis siebenmal pro Woche ein Saunabad nahmen. Auch zwei bis drei wöchentliche Saunabesuche wirkten sich noch risikomindernd aus, während in der Personengruppe, die höchstens einmal pro Woche ein Schwitzbad nahm, die meisten Schlaganfälle auftraten. Ihr Schlaganfallrisiko lag um 62 % höher als das der ersten Gruppe (> vier Saunabesuche/Woche). Dieser Zusammenhang zwischen der Frequenz der Saunabäder und dem Risiko eines Schlaganfalls zeigte sich in zusätzlichen Berechnungen durch die anderen erhobenen Parameter wie Geschlecht, Alter und klinische Charakteristika weitestgehend unbeeinflusst. Bei der separaten Analyse von ischämischen und hämorrhagischen Schlaganfällen zeichnete sich für die erste Form ebenfalls eine deutliche Risikominderung durch häufigere Saunabäder ab.

Einschätzung:

Wer sein Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, mindern möchte, sollte gemäß den Ergebnissen dieser Langzeitbeobachtungsstudie regelmäßig und möglichst häufig saunieren. Wem nahezu tägliche Saunagänge nicht möglich sind, sollte in jedem Fall auf einen gesunden Lebensstil achten, um weitere Risikofaktoren zu vermeiden. Ebenfalls ist zu berücksichtigen, dass es bestimmte Kontraindikationen für Saunabäder gibt. So sollten beispielsweise Patienten mit Angina pectoris, Herzinfarkt oder Aortenstenose sowie ältere Personen mit niedrigem Blutdruck Vorsicht walten lassen und sich zuvor ärztlich beraten lassen. Wer nicht zu dieser Risikogruppe gehört, kann sich getrost der entspannenden und nicht nur auf kardiovaskulärer Ebene gesundheitsfördernden Wärme hingeben.

Literatur

Kunutsor SK, Khan H, Zaccardi F, Laukkanen T, Willeit P, Laukkanen JA. Sauna bathing reduces the risk of stroke in Finnish men and women. A prospective cohort study. Neurology 2018; [Epub ahead of print]. Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract

Petra Koczy

Petra Koczy, Dipl.-Biol.
Fachbereich Bibliothek | Informationsmanagement

Telefon: 0201 56 305 0
E-Mail: Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailp.koczy@carstens-stiftung.de


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