Carstens-Stiftung: Schmerzlinderung durch "verrückten Honig"?

Rubrik: Studien kurz und knapp

Schmerzlinderung durch "verrückten Honig"?

Pontischer Honig (auch "verrückter Honig") ist ein Bienenhonig mit einem hohen Anteil giftiger Wirkstoffe aus dem Pollen und Nektar von größtenteils Rhododendron ponticum. Ob dieser giftige Honig Schmerzen lindern kann, untersucht eine aktuelle Studie.

Wenn Bienen von bestimmten Rhododendron-Arten Nektar sammeln, enthält der Honig anschließend Giftstoffe aus der Gruppe der Grayanotoxine. Die Toxine können gefährliche Konzentrationen im Honig erreichen, und ein derartiger Honig wird im Volksmund als "verrückter Honig" bezeichnet. Trotz seiner Giftigkeit findet der "verrückte Honig" auch Anwendung als Arznei bei der Behandlung von Schmerzen in der traditionellen Medizin (z.B. in der Türkei), und eine aktuelle Studie überprüft, ob die schmerzlindernde Wirkung in Laborversuchen belegt werden kann (1).

Unser Kompass Komplementärmedizin (KoKo)

Zu diesem Thema ist im Mitgliederbereich von Natur und Medizin ein Kompass Komplementärmedizin (KoKo) als Download erhältlich. Der KoKo ist ein Mini-Ratgeber, der alle zwei Monate kostenlos und exklusiv für unsere Mitglieder von Natur und Medizin erscheint.

Insgesamt wurden 85 Mäuse in randomisierten und verblindeten Versuchen untersucht. Wenn auch mit großen Standardabweichungen belastet, ließ sich dennoch eine schmerzlindernde Wirkung in den Versuchen nach Behandlung mit geringen Dosen an Grayanotoxinen nachweisen. Die Autoren mutmaßen, dass die Behandlung mit dem "verrückten Honig" einen Nutzen in der Schmerzprävention haben könnte.

Einschätzung:

Positiv an der Studie sind der Wille zur Randomisierung und die durchgeführte Verblindung. Darüber hinaus sind leider sowohl die Applikationsroute des Honigs unzweckmäßig als auch die Beschreibung der Daten lückenhaft. Die Ergebnisse können absolut nicht überzeugen.

Literatur

Gunduz A, Eraydin I, Turkmen S, Kalkan OF, Turedi S, Eryigit U, Ayar A. Analgesic effects of mad honey (grayanotoxin) in mice models of acute pain and painful diabetic neuropathy. Hum Exp Toxicol. 2013, pp. 1 - 6. Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract


Dieser Artikel erschien in der Kategorie: Rubrik: Studien kurz und knapp