Carstens-Stiftung: Ölweidenextrakt bei Kniebeschwerden

Studien kurz und knapp

Ölweidenextrakt bei Kniebeschwerden

Ein Auszug aus der Ölweidenfrucht zeigte in einer randomisierten klinischen Studie sowohl in Kombination mit Weihrauch als auch allein eine gleich gute Wirksamkeit gegen Kniearthrose wie Ibuprofen.

Insbesondere mit zunehmendem Alter, aber auch durch starke Beanspruchung, Verletzungen oder Übergewicht setzen bei vielen Menschen degenerative Prozesse in den Gelenken ein, die zu Entzündungen, Schmerzen und zunehmenden Bewegungseinschränkungen führen. Besonders häufig tritt diese Osteoarthritis unter anderem in Kniegelenken auf. Trotz nicht-medikamentöser Verfahren wie Gewichtsreduktion oder Bewegungsübungen kann die Einnahme entzündungshemmender und schmerzstillender Medikamente erforderlich sein. Nicht-steroidale Antiphlogistika gehören zur Standardtherapie, zeigen jedoch nicht immer die gewünschte Wirksamkeit oder gehen mit unerwünschten Effekten wie Magen-Darm-, Nieren- oder Herz-Kreislauf-Beschwerden einher.

Rheuma, dritte Auflage, KVC Verlag, Carstens-Stiftung : Natur und Medizin

Was tun bei … Rheuma? 

Der kompakte Ratgeber zum kleinen Preis. Volkskrankheit Rheuma! Welche Verfahren bietet die Naturheilkunde? Wie regen Sie die Selbstheilungskräfte an?

Logo des KVC Verlags in Essen: Lesen Sie sich gesund!

Alternative Wirkstoffe bieten Heilpflanzen, die in vielen traditionellen Heilsystemen seit Jahrhunderten genutzt werden. So kennt die Traditionelle Persische Medizin die schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung der Schmalblättrigen Ölweide (Elaeagnus angustifolia) und des Weihrauchs (Boswellia thurifera) im Zusammenhang mit Gelenkentzündungen. Die Studienlage ist jedoch überschaubar und wurde daher jüngst von einer iranischen Forschergruppe um eine randomisierte Doppelblindstudie [1] erweitert. Die 40 bis 80 Jahre alten Studienteilnehmer mit einer seit mindestens sechs Monaten andauernden Kniegelenksarthrose wurden in drei Behandlungsgruppen aufgeteilt und erhielten für vier Wochen dreimal täglich zu den Mahlzeiten eine Kapsel mit a) 200 mg Extrakt aus der Frucht der Ölweide (Elaeagnus), b) 200 mg Extrakt aus der Frucht der Ölweide + 100 mg Extrakt aus dem Harz des Weihrauchs (Elaeagnus+Boswellia) oder c) 400 mg Ibuprofen. Vor und nach der Behandlungsphase wurden die Schmerzintensität, die Intensität der Bewegungseinschränkung im Alltag sowie die empfundene Wirksamkeit der Behandlung erhoben. Zusätzlich wurden die Patienten dazu angehalten, über eventuelle Nebeneffekte während der Medikamenteneinnahme zu berichten.

Alle Studienteilnehmer erfuhren gleichermaßen eine signifikante Linderung der Schmerzen, eine Verringerung der Funktionalitätseinschränkungen sowie eine Verbesserung des Befindens unabhängig vom jeweils verabreichten Wirkstoff. Zwischen den Gruppen war kein statistisch relevanter Unterschied berechenbar. So sank die mittels Visueller Analogskala (VAS) gemessene, durchschnittliche Schmerzintensität in der Elaeagnus-Gruppe von 7,04 auf 4,65, in der Elaeagnus+Boswellia-Gruppe von 7,03 auf 4,84 und in der Ibuprofen-Gruppe von 7,01 auf 5,30 Punkte. Vier Patienten der Ibuprofen-Gruppe, drei der Elaeagnus+Boswellia-Gruppe und zwei der Elaeagnus-Gruppe litten während der Medikationsphase unter gastrointestinalen Beschwerden.

Einschätzung:

Der Extrakt aus der traditionell in der persischen Medizin verwendeten Frucht der Ölweide (Elaeagnus angustifolia) zeigte sich in der vorliegenden Studie mit einer Dosierung von 800 mg/d dem konventionell eingesetzten Antiphlogistikum Ibuprofen in der Behandlung osteoarthritischer Kniegelenksbeschwerden ebenbürtig. Dieses Ergebnis entspricht dem Ausgang einer früheren Studie [2], bei der über einen Zeitraum von sieben Wochen zweierlei Dosierungen (300 mg/d und 600 mg/d) des Ölfruchtextraktes gegen 800 mg/d Ibuprofen getestet wurde. Während die vorliegende Studie von einem iranischen Pharmaunternehmen finanziell unterstützt wurde, geben die Autoren der Publikation aus dem Jahr 2016 keine Interessenskonflikte an.
Die zusätzliche Einnahme eines Extraktes des ebenfalls traditionell bei Gelenkerkrankungen eingesetzten Weihrauches (Boswellia thurifera), dessen Wirksamkeit gegen entzündliche Prozesse schon umfangreicher klinisch erforscht ist, brachte in der vorliegen Untersuchung keinen Mehrgewinn.

Literatur

1) Karimifar M, Soltani, R.; Hajhashemi V, Sarrafchi S. Evaluation of the effect of Elaeagnus angustifolia alone and combined with Boswellia thurifera compared with ibuprofen in patients with knee osteoarthritis: a randomized double-blind controlled clinical trial. Clin Rheumatol 2017; 36: 1849-1853. Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract

2) Panahi Y, Alishiri GH, Bayat N, Hosseini, SM, Sahebkar A. Efficacy of Elaeagnus angustifolia extract in the treatment of knee osteoarthritis. EXCLI J 2016; 15: 203-210. Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract

Petra Koczy

Petra Koczy, Dipl.-Biol.
Fachbereich Bibliothek | Informationsmanagement

Telefon: 0201 56 305 0
E-Mail: Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailp.koczy@carstens-stiftung.de


Dieser Artikel erschien in der Kategorie: Studien kurz und knapp

Immer gut informiert –

der Newsletter der
Carstens-Stiftung : Natur und Medizin

✓ einmal im Monat
✓ gratis
✓ jederzeit kündbar

Mitglieder profitieren
mehrfach –

alle Infos zur
Fördermitgliedschaft

mehr erfahren

Unterstützen Sie unsere Arbeit

und stärken Sie mit Ihrer Spende Naturheilkunde und Homöopathie.

„Der Arzt und die Ärztin der Zukunft sollen zwei Sprachen sprechen, die der Schulmedizin und die der Naturheilkunde und Homöopathie. Im Einzelfall sollen sie entscheiden können, welche Methode die beste für den Patienten ist.“

(Veronica Carstens)