Carstens-Stiftung: Kiwis essen gegen Verstopfung (Reizdarm)

Rubrik: Studien kurz und knapp

Kiwis essen gegen Verstopfung: Nicht nur Reizdarmpatienten profitieren

In einer klinischen Studie wurde der Effekt des regelmäßigen Verzehrs einer bestimmten Menge von Kiwifrüchten auf Symptome, wie sie bei Reizdarmpatienten zu beobachten sind, getestet.

Unter dem Reizdarm-Syndrom, das funktionelle Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Verstopfung, begleitet von Bauchschmerz aufweisen kann, leiden in Europa schätzungsweise zwischen 20 und 30 Prozent der Bevölkerung. Schwierig ist bei dieser Erkrankung die Erfassung der Ursache sowie die genaue Diagnose.

Ein primärer Eckpfeiler in der Behandlung des Reizdarmsyndroms bildet eine individuell verträgliche, gesunde Ernährung, die möglichst reich an Ballaststoffen ist. Wissenschaftler in Taiwan untersuchten im Rahmen einer placebokontrollierten klinischen Studie den Effekt des regelmäßigen Verzehrs einer bestimmten Menge von Kiwifrüchten auf Symptome, wie sie bei  Reizdarmpatienten zu beobachten sind.

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Insgesamt 70 Patienten beendeten die Studie, in deren Rahmen  drei Gruppen gebildet wurden: Die erste Gruppe, bestehend aus 41 Reizdarmpatienten, erhielten die Kiwi-Intervention, die zweite Gruppe (13 Reizdarmpatienten) bekam Placebo-Tabletten (zwei Tabletten pro Tag), und die dritte Gruppe, die sich aus gesunden Probanden zusammensetzte, wurde wie die erste Gruppe ebenfalls dazu angehalten, über einen Zeitraum von vier Wochen zwei Kiwifrüchte pro Tag zu verzehren. Nach vier Wochen konnte in der Gruppe der Reizdarmpatienten, die Kiwifrüchte zu sich nahmen, eine deutliche Verbesserung hinsichtlich der Defäkationsfrequenz (Erhöhung) als auch der Kolontransitzeit (Verringerung) festgestellt werden. Insgesamt war im Vergleich zur Placebogruppe sowie zu den gesunden Probanden eine wesentliche Optimierung der Darmfunktion der Probanden dieser Gruppe zu beobachten, was vermuten lässt, dass ein regelmäßiger Verzehr von Kiwifrüchten hilft, Verstopfung vorzubeugen.

Die Wissenschaftler erklären diesen Effekt mit der Erkenntnis, dass eine reife Kiwifrucht eine hohe Wasserspeicherkapazität habe und sie somit den Stuhlgang vereinfache. Der beobachtbare abführende Effekt wird außerdem auf ein in der Kiwifrucht enthaltenes proteolytisches Enzym, Actinidin, zurückgeführt, welches sich via stimulierende Rezeptoren im Darm auf die Darmaktivität auswirkt.

Einschätzung:

Auf die Relevanz des Ergebnisses dieser Studie wirkt sich neben der doch sehr geringen Probandenanzahl und der kurzen Studiendauer jedoch der nachteilige Aspekt aus, dass zum Einen die Bereitschaft der Betroffenen, jeden Tag mindestens zwei Kiwifrüchte zu verzehren langfristig nachlässt, zum Anderen muss auch die Möglichkeit einer potenziellen Unverträglichkeit berücksichtigt werden. Negativ zu bewerten ist auch die Gegebenheit, dass die Studie durch einen marktführenden Kiwi-Importeur finanziert wurde, was natürlich nicht zwangsläufig Einflussnahme auf die Studienresultate bedeuten muss.

Eine unabhängige Überprüfung des vorliegenden Ergebnisses, möglichst mittels einer größeren Doppelblindstudie wäre jedoch wünschenswert.

Literatur

1) Chang CC, Kiwifruit improves bowel function in patients with irritable bowel syndrome with constipation. Asia Pac J Clin Nutr, 2010, 451-457 Opens external link in new windowAbstract


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(Veronica Carstens)

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