Carstens-Stiftung: Tägliches Schwitzen in der Sauna reduziert laut einer finnischen Studie das Demenzrisiko.

Carstens-Stiftung: Tägliches Schwitzen in der Sauna reduziert laut einer finnischen Studie das Demenzrisiko.

Studien kurz und knapp

Häufiges Saunabaden für einen gesunden Geist

Viel hilft viel: Tägliches Schwitzen in der Sauna reduziert laut einer finnischen Studie das Demenzrisiko.

Saunabäder blicken in Finnland auf eine jahrhundertlange Tradition zurück, was dazu führte, dass nahezu in oder an jedem Haus in dem Land der tausend Seen eine Sauna zu finden ist. Regelmäßiges Saunieren kann das Immunsystem stärken und vor Erkältungen schützen [1], auch können häufige Saunabesuche das Risiko von Herzerkrankungen senken [2], aber kann das Schwitzbad womöglich noch mit anderen gesundheitsrelevanten Effekten punkten? Dieser Frage gingen Wissenschaftler der University of East Finland nach, indem sie eine großangelegte Studie konzipierten, in deren Rahmen sie den Zusammenhang zwischen der Häufigkeit des Saunabadens und dem Risiko an Demenz - und im Speziellen an Morbus Alzheimer -  zu erkranken untersuchten.

Für die Auswertung im Rahmen der prospektiven Studie standen den Wissenschaftlern die Daten von 2315 gesunden, finnischen Männern in einem Alter ab 20 Jahren zur Verfügung, die über einen mittleren Zeitraum von 20,7 Jahren beobachtet wurden. [3] Grundlage der Datenanalyse bildeten die per Fragebogen erhobenen Aussagen der Teilnehmer zu ihren Saunagewohnheiten, welche Details wie Häufigkeit und Dauer der Saunabesuche sowie die Temperatur während des Saunierens umfassten. Zudem wurde zwecks Diagnosestellung auf Patientendaten der jeweiligen Krankenhausarchive zurückgegriffen, sofern vorhanden. Anhand der Daten zur Häufigkeit des Saunierens bildeten die Wissenschaftler drei Gruppen: Die Teilnehmer in der ersten Gruppe gönnte sich nur einmal pro Woche ein Saunabad, in der zweiten Gruppe waren es zwei bis drei Saunabesuche wöchentlich, während die Männer in der dritten Gruppe vier bis sieben Mal pro Woche in der Sauna schwitzten.

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Hinsichtlich der Diagnosen erhoben die Wissenschaftler Daten zum Auftreten einer demenziellen Erkrankung im Allgemeinen und isolierten dann die Fälle von Alzheimer-Demenz, der häufigsten Form der Demenzerkrankung. Um möglichst viele Störvariablen auszuschließen, die das Ergebnis der Studie negativ beeinflussen könnten, adjustierten die Forscher nach Faktoren wie Alter, Zigaretten- und Alkoholkonsum, sportlichen Aktivitäten, dem sozio-ökonomischen Status sowie anderer gesundheitlich relevanten Lebensstilfaktoren der Studienteilnehmer.

Das Fazit der Wissenschaftler: Je häufiger die wöchentlichen Saunabesuche der teilnehmenden Männer, desto geringer war ihr Risiko an Demenz zu erkranken. Während die Erkrankungsrate der Teilnehmer mit einem Saunagang pro Woche bei zehn Prozent lag, waren es bei den Männern mit zwei bis drei und vier bis sieben Saunabädern wöchentlich nur neun bzw. vier Prozent. Hinsichtlich der Alzheimer-Demenz beliefen sich die Krankheitsfälle in der ersten Gruppe auf sechs, in der zweiten ebenfalls auf sechs und in der dritten Gruppe auf drei Prozent. Die Männer, die sehr häufig die Sauna besuchten, profitierten eindeutig am meisten, denn das Risiko einer Demenzerkrankung reduzierte sich für sie um 66 Prozent, die Gefahr an Alzheimer zu erkranken, um 65 Prozent.

Obgleich der genaue Wirkmechanismus regelmäßiger Saunagänge hinsichtlich der Demenzprävention bisher nicht eindeutig geklärt ist, vermuten die Wissenschaftler, dass die Assoziation häufigen Saunierens mit einer verbesserten Gefäßfunktion, dem daraus resultierenden verminderten Entzündungsrisiko sowie einer Stabilisierung des Blutdrucks, insgesamt also Faktoren, die auch für die Herzgesundheit relevant sind, auch in der Demenzprävention eine bedeutende Rolle spielt.

Einschätzung:

Erstmals untersuchten Wissenschaftler die präventiven Effekte regelmäßiger Saunabäder auf die Entwicklung einer Demenzerkrankung und fanden ihre Hypothese, dass häufige Saunabesuche das Demenz- und im einzelnen Alzheimer-Risiko senken können, bestätigt. Allerdings bleiben Zweifel hinsichtlich der Übertragbarkeit dieses Ergebnisses auf andere Nationen, muss man doch berücksichtigen, dass der Saunagang kulturell bedingt für die Finnen ein fester Bestandteil ihrer Tradition und ihres Alltagslebens darstellt, und dementsprechend in anderen Kulturen und Nationen die Bereitschaft täglicher Saunagänge eher seltener zu finden ist. Zudem könnten auch Faktoren wie beim Saunabad von den meisten Menschen empfundene Entspannungseffekte von Bedeutung für die Demenzprävention sein. Von Interesse wäre auch die Frage, ob andere Saunabäderformen, die andere Temperaturen und Erwärmungsformen – wie z.B. die Infrarotsauna – verwenden, einen vergleichbaren präventiven Effekt bieten.

Literatur

1) Pilch W, Pokora I, Szygula Z, Palka T, Pilch P, Cison T, Malik L, Wiecha S. Effect of a single finnish sauna session on white blood cell profile and cortisol levels in athletes and non-athletes. J Hum Kinet 2013; 39: 127-135 Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract

2) Laukkanen T, Khan H, Zaccardi F, Laukkanen JA. Association between sauna bathing and fatal cardiovascular and all-cause mortality events. JAMA Intern Med 2015; 175(4): 542-548 Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract

3) Laukkanen T, Kunutsor S, Kauhanen J, Laukkanen JA. Sauna bathing is inversely associated with dementia and Alzheimer’s disease in middle-aged Finnish men. Age Ageing 2016; epub ahead of print. doi: 10.1093/ageing/afw212 Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract

Daniela Hacke

Daniela Hacke, M.A.
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