Carstens-Stiftung: Fußreflexzonenmassage zur Linderung postoperativer Schmerzen

Studien kurz und knapp

Fußreflexzonenmassage zur Linderung postoperativer Schmerzen

Nach einer Gebärmutterentfernung wurden sowohl die Schmerzen als auch die Angst der Patientinnen durch eine Reflexzonentherapie erfolgreich herabgesetzt, so das Ergebnis einer randomisierten klinischen Studie.

Die Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) ist auch nach dem Abebben der großen Welle in den 1970-er und 1980-er Jahren noch einer der häufigsten operativen Eingriffe in der Gynäkologie. Für viele Frauen ist dies die einzige Möglichkeit, von den wiederkehrenden bzw. chronischen Beschwerden durch gutartige Uterusgeschwülste (Myome/Fibroide) und starke Blutungen (Menorrhagie) erlöst zu werden. Schmerzen, aber auch psychische Beschwerden wie Angst und depressive Verstimmungen aufgrund des massiven Eingriffes in die Weiblichkeit stellen sich oftmals in der postoperativen Phase ein. Die konventionelle Behandlung mit Schmerzmitteln ist nicht immer zufriedenstellend oder kann zu unangenehmen Nebenwirkungen führen. Daher ist eine komplementäre, nicht-pharmakologische Schmerztherapie in diesen Fällen wünschenswert.

Die Fußreflexzonenmassage ist ein jahrtausendealtes Behandlungsverfahren, das bereits im alten Ägypten und China praktiziert wurde und in der Neuzeit von verschiedenen Personen methodisch weiterentwickelt wurde. Seine schmerzlindernde Wirkung ist durch klinische Untersuchungen belegt, darunter auch in Studien zu postoperativen Schmerzen. Gleichzeitig ist diese spezielle manuelle Therapie für ihre entspannende und damit angstlösende Wirkung bekannt.

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Aus diesem Grund wählte eine türkische Forschergruppe die Fußreflexzonenmassage als ergänzende Behandlung der postoperativen Schmerzen und Angst von 63 Frauen nach einer Uterusentfernung. Die Patientinnen wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt. Während die eine Gruppe ausschließlich mit Analgetika behandelt wurde, erhielten die Frauen der anderen Gruppe zusätzlich an den drei auf die Operation folgenden Tagen eine Fußreflexzonenmassage. Nach einer anfänglichen intravenösen Verabreichung von 0,05 mg/kg Morphin konnten alle Patientinnen die weitere Medikation mittels einer entsprechenden Vorrichtung und einer Maximalbeschränkung selbst vornehmen. In den Patientenakten wurde die jeweils verwendete Menge des Analgetikums dokumentiert. Die Fußreflexzonentherapie nach der Ingham-Methode wurde einmal täglich für 20 Minuten (10 Minuten/Fuß) unter Verwendung von Olivenöl als Gleitmittel durchgeführt. Jeweils vor der Behandlung, unmittelbar danach und nach einer weiteren halben Stunde stuften die Patientinnen die empfundene Angst sowie die Schmerzintensität mittels Fragebogen und visueller Analogskala ein. In der Kontrollgruppe wurden ebenfalls einmal täglich in der gleichen zeitlichen Abfolge die entsprechenden Daten erhoben.
Sowohl die Schmerzintensität als auch die empfundene Angst wurden von den Frauen nach der Reflexzonenmassage im Vergleich zum Ausgangswert und im Vergleich zu den entsprechenden Messwerten der Kontrollgruppe signifikant niedriger eingestuft. Der Tagesverbrauch an Schmerzmitteln war dementsprechend in der Kontrollgruppe signifikant höher als in der Massagegruppe.

Einschätzung:

Eine Fußreflexzonenmassage in Ergänzung zur konventionellen Schmerzbehandlung nach einer Hysterektomie konnte in der vorliegenden Studie den Analgetika-Verbrauch in der postoperativen Phase deutlich verringern und sowohl die Schmerzintensität als auch die Angst der Patientinnen effektiv lindern. Somit könnte diese manuelle Therapie ein integratives Pflegekonzept sinnvoll ergänzen. Der zeitliche und damit verbundene Kostenaufwand könnte durch eine Einsparung an Schmerzmitteln und weiterer Medikamente zur Behandlung von Analgetika-induzierten Nebenwirkungen ausgeglichen werden. Diese ökonomische Betrachtung gehörte in der vorliegenden Studie jedoch nicht zur eingangs gesetzten Fragestellung.

Literatur

Öztürk R, Sevil Ü, Sargin A, Yücebilgin MS. The effect of reflexology on anxiety and pain in patients after abdominal hysterectomy:  A randomised controlled trial. Complement Ther Med 2018; 36: 107-112. Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract

Petra Koczy

Petra Koczy, Dipl.-Biol.
Fachbereich Bibliothek | Informationsmanagement

Telefon: 0201 56 305 0
E-Mail: Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailp.koczy@carstens-stiftung.de


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