Carstens-Stiftung: Aerobe Fitness hilft später nicht an Bluthochdruck zu erkranken.

Carstens-Stiftung: Aerobe Fitness hilft später nicht an Bluthochdruck zu erkranken.

Rubrik: Studien kurz und knapp

Früh übt sich, wer gesund bleiben will

Aerobe Fitness und Gewichtskontrolle in jungen Jahren mindern das Risiko, später an Bluthochdruck zu erkranken.

In den letzten Jahrzehnten hat in den Wohlstandsgesellschaften der Industrieländer bedingt durch eine zunehmend sitzende Lebensweise der Anteil an übergewichtigen Menschen stark zugenommen. Gleichzeitig treten Bluthochdruck und Diabetes mellitus und ihre Folgekrankheiten wie Schlaganfall, Herzinfarkt und chronische Nierenerkrankung gehäuft auf. Statt einer oft schwierigen Behandlung der Hypertonie, setzt eine frühzeitige Primärprävention durch einen gesünderen Lebensstil an der Wurzel des Übels an. Hierzu ist es jedoch erforderlich, die Risikofaktoren und deren potentielle Verknüpfung näher zu kennen.
In Schweden wurden die Daten von rund 1,5 Millionen Männern ausgewertet, die in der Zeit von 1969 bis 1997 als 18-Jährige einer Wehrdienst-Untersuchung unterzogen wurden [1]. Standardisiert wurden dabei die aerobe Kapazität (Fahrradergometer-Test), die Muskelkraft (Kniestreckung, Ellenbogenbeugung, Handgriffstärke) und der Body-Mass-Index (BMI) erfasst. Bis Ende 2012 wurde anhand von Patientenregistern verfolgt, wie viele dieser Männer an einem essentiellen, primären Bluthochdruck erkrankten. Dies war bei 93.035 Männern der Fall, was einem Prozentsatz von 6 % entspricht. Das Durchschnittsalter bei Diagnosestellung lag bei 49,8 Jahren. Das Durchschnittsalter der Männer im Jahr 2012 lag bei 46 Jahren, das maximale Alter bei 62 Jahren.

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Eine entsprechende statistische Analyse zeigte, dass sowohl Übergewicht als auch eine geringe aerobe Fitness in jungen Jahren mit einem höheren Hypertonie-Risiko korreliert sind:
Übergewichtige oder fettleibige Männer hatten ein 2,5-faches Krankheitsrisiko im Vergleich zu Normalgewichtigen.
Männer mit einer geringen aeroben Fitness hatten unabhängig von ihrem BMI ein erhöhtes Hypertonie-Risiko.
Eine Kombination aus geringer aerober Kapazität und hohem BMI erhöhte das Bluthochdruck-Risiko um das 3,5-fache im Vergleich zu Männern mit normalem BMI und hoher aerober Kapazität.
Die Muskelkraft zeigte nur eine sehr geringe Korrelation mit Bluthochdruck. Familiäre Vorerkrankungen an Hypertonie bei den Eltern der untersuchten Männer erhöhten das Krankheitsrisiko um das 1,5-fache.
Aus diesen Ergebnissen schließen die Autoren, dass unter der Annahme einer Kausalität zwischen den gemessenen Parametern und dem Krankheitsrisiko eine Prävention von essentiellem, primärem Bluthochdruck schon in frühen Lebensjahren durch eine Gewichtskontrolle und ein aerobes Training zur Steigerung der Sauerstoffkapazität erfolgen sollte.

Einschätzung:

Die vorgestellte Arbeit untermauert die Ergebnisse früherer Studien, in denen ein Einfluss des Körpergewichtes oder von körperlicher Aktivität auf das Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken, untersucht wurde.
Dabei scheint es keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern zu geben, wie eine Untersuchung an Frauen zeigte [3].
Eine weitere Publikation von Crump und Kollegen [2] präsentiert die Analyse-Ergebnisse, die das Forscherteam mit den Daten der gleichen 1,5 Millionen Männer hinsichtlich des Risikos an Diabetes mellitus 2 zu erkranken, vornahmen. Auch hier zeigte sich, dass das Risiko einer Erkrankung im Erwachsenenalter für diejenigen Männer signifikant niedriger war, die in jungen Jahren in einer besseren körperlichen Verfassung waren.

Fazit:
Eine Gewichtskontrolle und eine Steigerung der Sauerstoffkapazität durch regelmäßige körperliche Bewegung (Ausdauertraining) in jungen Jahren trägt dazu bei, eine Erkrankung an Bluthochdruck im Erwachsenenalter zu vermeiden. Der wichtigere Faktor scheint die aerobe Kapazität, also der regelmäßige Ausdauersport zu sein. Darüber stellt sich in der Regel auch ein niedrigeres Gewicht bzw. eine niedrigerer Körperfettanteil ein.
Wird Kindern und Jugendlichen eine gesunde Lebensweise vermittelt bzw. vorgelebt (elterliche Prägung), ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie diese auch im Erwachsenenalter beibehalten.

Literatur

1) Crump C, Sundquist J, Winkleby MA, Sunquist K. Interactive effects of physical fitness and body mass index on the risk of hypertension. JAMA Intern Med 2016; 176(2): 210-216. Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract
2) Crump C, Sundquist J, Winkleby MA, et al. Physical fitness among Swedish military conscripts and long-term risk for type 2 diabetes mellitus: a cohort study. Ann Intern Med 2016; [Epub ahead of print]. Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract
3) Jackson C, Herber-Gast GC, Brown W. Joint effects of physical activity and BMI on risk of hypertension in women: a longitudinal study. J Obes 2014; 2014: 271532. Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract

Petra Koczy

Petra Koczy, Dipl.-Biol.
Fachbereich Bibliothek | Informationsmanagement

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E-Mail: Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailp.koczy@carstens-stiftung.de


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