Rubrik: Studien kurz und knapp

Elastische Gefäße auf natürliche Art?

In asiatischen Gebieten gilt die Gummiulme als leber- und nierenreinigend. Hat sie auch eine blutdrucksenkende Wirkung?

Die Rinde und Blätter der Gummiulme (Eucommia ulmoides, auch Guttaperchabaum genannt) werden in asiatischen Ländern wie China und Japan schon lange aus gesundheitlichen Zwecken konsumiert. In der traditionellen chinesischen Medizin gilt die Baumrinde – in China Du Zhong genannt – als leber- und nierenreinigend.

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Eine aktuelle Publikation berichtet über drei Versuche (darunter zwei klinische Studien), die Extrakte der Gummiulme in verschiedenen Konzentrationen hinsichtlich ihrer Effekte auf die Prähypertonie ansonsten gesunder Probanden untersuchten. Die beiden randomisierten, placebokontrollierten Studien wurden unter verschiedenen Studienbedingungen durchgeführt. Die 24 gesunden, im Vorstadium des Bluthochdrucks befindlichen Probanden der ersten Studie nahmen drei Mal täglich über einen Zeitraum von acht Wochen jeweils entweder 500 Milligramm Eucommia-Extrakt oder ein Placebomedikament zu sich. Den nicht-signifikanten Unterschied zwischen beiden Gruppen erklären die Wissenschaftler mit der zu niedrig gewählten Dosis des Eucommia-Medikaments. Auch in einer weiteren Studie, in der eine höhere Dosis von einem Gramm gewählt wurde, schnitt der Eucommia-Extrakt nicht wesentlich besser als das Placebomedikament ab. In beiden Gruppen konnte der diastolische Blutdruck jedoch deutlich (um 3 mmHg) gesenkt werden.

In der dritten Untersuchung, einem Laborexperiment mit menschlichen Zellen, wies der Eucommia-Extrakt signifikante Ergebnisse in der Reduktion eines im Zusammenhang mit dem Blutdruck wichtigen Prozesses, der Lipolyse, auf. Die Wirkungsweise kann man mit der von Beta(-Rezeptoren)-Blockern vergleichen, die in der konventionellen Medizin häufig bei Bluthochdruckpatienten eingesetzt werden. Der Zellversuch zeigte ein deutlicheres Ergebnis zugunsten des Extrakts aus der Gummiulme als die beiden klinischen Studien.

Einschätzung:

Hundertprozentig überzeugen die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchungen zwar nicht, zeigen sie doch, dass hinsichtlich der Bludrucksenkung Eucommia-Extrakt nicht besser als Placebo abschneidet.

Was jedoch in früheren, unkontrollierten Studien bereits gezeigt werden und in dieser Untersuchung bestätigt werden konnte, ist, dass der Extrakt aus der Rinde der Gummiulme gefäßerweiternde Wirkung zeigt und im Umkehrschluss den Blutdruck senkt, gleichzeitig aber keine Nebenwirkungen aufweist.

Frühere experimentelle Versuche am Tier konnten außerdem zeigen, dass Eucommia-Extrakt die Produktion von Stickoxid im Organismus stimuliert, welches hinsichtlich der Senkung des Blutdrucks eine wichtige Rolle spielt. Für Menschen, die sich im Vorstadium des Bluthochdrucks (Prähypertonie) befinden, wäre der Einsatz eines höherdosierten Extrakts aus der Rinde der Gummiulme also eine Option.

Studien mit einer höheren Teilnehmerzahl sollten in Zukunft jedoch für klarere Ergebnisse sorgen (Bemerkung: Präparate mit dem Eucommia-Extrakt sind größtenteils nur über Hersteller in China zu beziehen).

Literatur

1) Greenway F, Liu Z, Yu Y, Gupta. A clinical trial testing the safety and efficacy of a standardized Eucommia ulmoides Oliver bark extract to treat hypertension. Altern Med Rev 2011; 16: 338-347 Opens external link in new windowAbstract


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