Rubrik: Studien kurz und knapp

Blutdrucksenkung durch schwedische Massage

Ergebnisse früherer Studien zur Überlegenheit der schwedischen Massage wurden nun durch malayische Wissenschaftler widerlegt.

Die schwedische Massage (auch: klassische Massage) ist eine von den Krankenkassen anerkannte manuelle Methode, die laut Studien entspannungsfördernd wirken und stressbedingten Blutdruck senken soll. Die im Rahmen dieser manuellen Therapie angewandten Techniken, wie Streich-, Knet- und Reibebewegungen, sowie Klopfen, Klatschen und das Verursachen von leichten Erschütterungen des Körpers entspannen nicht nur die Muskulatur, sondern dienen auch zur Anregung des Nervensystems sowie der Durchblutung.

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In einer Studie wurde nun untersucht, ob einmal wöchentlich durchgeführte, jeweils einstündige Massageeinheiten sich hinsichtlich einer Blutdrucksenkung effektiver zeigen als unter den gleichen Konditionen eingelegte Ruhezeiten. An der über einen Zeitraum von vier Wochen durchgeführten Studie nahmen 20 unter Bluthochdruck leidende Patientinnen teil, die per Zufallsprinzip entweder der Massage- oder der Ruhe-Gruppe zugeteilt wurden. Die Frauen, die sich einmal in der Woche für eine Stunde in Rückenlage ausruhen sollten, durften zwar ein wenig lesen und schlafen, jedoch nicht Musikhören, fernsehen oder sich körperlich betätigen.

In beiden Gruppen war nach zwei, drei und vier Wochen eine signifikante Senkung sowohl des systolischen als auch des diastolischen Blutdrucks sowie der Herzratenfrequenz zu beobachten. Die Gefäßverengungen verursachenden vaskulären Entzündungsmarker konnten verringert werden.

Einschätzung:

Entgegen der positiven Ergebnisse zugunsten der schwedischen Massage aus früheren Studien konnte die manuelle Intervention hier nicht überzeugen. Die Wissenschaftler vermuten, dass dies darauf zurückzuführen sei, dass die Ruhezeiten in der Kontrollgruppe länger waren als üblich. Auch sei es möglich, dass die Patienten in dieser Gruppe während der Ruhezeiten zusätzliche Entspannungsmethoden durchgeführt hätten.

Einen kleinen Vorteil wies die Massage-Behandlung in dieser Studie dennoch auf: Die positiven Effekte auf den Blutdruck hielten länger an als in der Ruhe-Gruppe. Die Ergebnisse der Studie lassen sich jedoch nicht auf die Gesamtbevölkerung übertragen, da ausschließlich weibliche Teilnehmer rekrutiert wurden. Weitere Studien mit einer höheren Probandenzahl und gemischt-geschlechtlichem Kollektiv sind dementsprechend vonnöten, um einen potenziellen Vorteil der schwedischen Massage für Bluthochdruckpatienten aufzeigen zu können.

Literatur

Supa’at I, Zakaria Z, Maskon O, Aminuddin A, Megat NA, Nordin M. Effects of Swedish massage therapy on blood pressure, heart rate, and inflammatory markers in hypertensive women. Evid-based Complement Altern Med 2013; Article ID 171852 Opens external link in new windowAbstract


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