Carstens-Stiftung: Ayurveda: ein guter therapeutischer Ansatz bei Kniegelenksarthrose

Rubrik: Studien kurz und knapp

Ayurveda: ein guter therapeutischer Ansatz bei Kniegelenksarthrose

Im Vergleich mit konventionell behandelten Patienten erfuhren Arthrosepatienten durch eine ayurvedische Therapie eine deutlichere Linderung der Beschwerden.

Osteoarthritis, auch als Arthrose bekannt, ist eine degenerative Gelenkerkrankung, unter der viele Menschen ab dem mittleren Lebensalter leiden. Sehr häufig sind es die Kniegelenke, die aufgrund von Verschleißerscheinungen schmerzen, oftmals begünstigt durch Übergewicht der Betroffenen. Gefördert seitens des indischen Ministry of Ayurveda, Yoga & Naturopathy, Unani, Siddha and Homoeopathy (AYUSH) verglich ein international besetztes Forscherteam in vier Berliner Krankenhäusern zwei multimodale Behandlungsansätze für Kniearthrosepatienten. Die konventionelle Behandlung (Kontrollgruppe) war gemäß aktueller Richtlinien individuell zusammengesetzt aus Kräftigungsübungen, Ergo- und Physiotherapie, einschließlich manueller Behandlungen und einer Anleitung zu eigenständigen Übungen sowie Ernährungsempfehlungen zur Gewichtsreduktion.

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Die multimodale Ayurvedabehandlung erfolgte ebenfalls individuell auf die Patienten abgestimmt und beinhaltete neben manuellen Behandlungen durch entsprechend geschulte Therapeuten kniespezifische Yogaübungen, Selbstmassage, allgemeine ayurvedische Lebensstil- und Ernährungsempfehlungen sowie die Einnahme zweier pflanzlicher Nahrungsergänzungsmittel aus dem Ayurveda. Die Studienteilnehmer erhielten insgesamt fünfzehn Behandlungen innerhalb von zwölf Wochen. Eine Ayurvedasitzung dauerte 60 bis 90 Minuten, eine konventionelle Behandlung 45 bis 60 Minuten. Beiden Gruppen war nach Absprache mit einem Studienarzt und unter Einhaltung einer Maximalmenge der Einsatz einer Notfallmedikation mit verschiedenen oralen oder äußerlichen Schmerzmitteln erlaubt. Deren Verwendung musste in einem Tagebuch dokumentiert werden. Vor Studienbeginn, nach sechs und zwölf Wochen sowie nach sechs und zwölf Monaten wurden verschiedene krankheitsbezogene Parameter erhoben. Als primärer Zielparameter diente die Veränderung der Arthrosebeschwerden nach zwölfwöchiger Behandlungsphase im Vergleich zum Ausgangswert, gemessen anhand des WOMAC-Indexes. Die sekundären Zielparameter bestanden aus den Einzelparametern des WOMAC-Indexes zu Schmerz, Steifigkeit und physischer Funktion, sowie mittels weiterer Fragebögen ermittelter Daten zu Schmerzen, Lebensqualität, Stimmung und Patientenzufriedenheit. Ebenfalls erhoben wurden möglicherweise auftretende unerwünschte Ereignisse. Zu Studienbeginn dokumentierten die Patienten ihre jeweilige Erwartung an das Behandlungsprogramm.

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Beide Gruppen erfuhren durch das 12-wöchige Behandlungsprogramm eine Verbesserung ihrer Arthrosebeschwerden, jedoch war diese Linderung in der Ayurveda-Gruppe wesentlich deutlicher. Im Vergleich zu dem in beiden Gruppen ähnlichen WOMAC-Ausgangswert lag der Index in der Ayurveda-Gruppe durchschnittlich 61 Punkte niedriger und in der Kontrollgruppe lediglich 32 Punkte. Dieser Unterschied von fast 30 Punkten zwischen den beiden Gruppen blieb auch zu den Nachbeobachtungszeitpunkten nach sechs und zwölf Monaten nahezu unverändert, auch wenn die WOMAC-Indexwerte beider Gruppen insgesamt wieder etwas höher lagen. Hinsichtlich der meisten sekundären Zielparameter, mit Ausnahme der Wirkung auf die mentale Verfassung, erwies sich die Ayurvedabehandlung der konventionellen Behandlung gleichermaßen überlegen. Hervorzuheben ist, dass während der zwölf Behandlungswochen nur 18,9 % der Patienten in der Ayurveda-Gruppe auf die Notfallmedikation zurückgriffen, während es in der Kontrollgruppe 81,1 % waren. Unerwünschte Ereignisse traten in der Ayurveda-Gruppe etwas häufiger auf als in der Kontrollgruppe (59,7 % gegenüber 36,5 %), von denen die behandlungsbezogenen Ereignisse jedoch keine große klinische Relevanz hatten.

Einschätzung:

Das in dieser Studie eingesetzte individualisierte, multimodale Ayurveda-Programm führte im Vergleich mit dem durchgeführten konventionellen Programm zu einer lang anhaltenden deutlicheren Verbesserung der Arthrose-Symptomatik. Möglicherweise hat die höhere Erwartung der Patienten an das Ayurveda-Programm das Ergebnis beeinflusst, jedoch lässt sich damit der doch erhebliche Unterschied zwischen den beiden Behandlungsgruppen nicht so einfach erklären. Ob einzelne Elemente der ayurvedischen Behandlung, so zum Beispiel die Supplementierung mit den Heilkräutern Ashvagandha und Vogaraja Guggulu, den entscheidenden Unterschied ausmachen oder ob es die feinere Abstimmung der Einzelkomponenten innerhalb des individuell zusammengesetzten Programms sind, kann erst durch weitere Untersuchungen geklärt werden. Für Arthrose-Patienten ist jedoch letztlich entscheidend, dass es über die konventionellen Therapiemöglichkeiten hinaus weitere Behandlungskonzepte gibt, die ihnen Linderung ihrer Beschwerden verschaffen können, auch wenn eine Kostenerstattung für die Behandlung bisher, wenn überhaupt, meist nur über eine Zusatzversicherung abgedeckt wird.

Literatur

Kessler CS, Dhiman KS, Kumar A, Ostermann T, Gupta S, Morandi A, Mittwede M, Stapelfeldt E, Spoo M, Icke K, Michalsen, A. Effectiveness of an Ayurveda treatment approach in knee osteoarthritis – a randomized controlled trial. Osteoarthritis Cartilage 2018; 26(5): 620-630. Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract


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