Rubrik: Studien kurz und knapp

Aderlass bei Hypertonie

Carstens-Stiftung lässt kontrollierte Studie wiederholen: Parallel zur Kohortenstudie zum Blutspenden bei Bluthochdruck wird die kontrollierte, randomisierte Pilotstudie zum Aderlass wiederholt. In der ersten Studie konnte eine Blutdrucksenkung um 16 mmHg systolisch ausgemacht werden.

An der Berliner Charite startet unter der Leitung von Prof. Andreas Michalsen die zweite Studie zum Wirksamkeitsnachweis des Aderlasses bei arterieller Hypertonie. Die randomisierte Studie wird von der Carstens-Stiftung gefördert und soll prüfen, ob durch Aderlass eine Absenkung der Blutdruckwerte und weiterer kardiovaskulärer Risikoparameter bei Patienten mit arterieller Hypertonie induziert werden kann.

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Das Studiendesign

Es handelt sich um eine monozentrische randomisierte kontrollierte Therapiestudie über acht Wochen mit einer Gruppengröße von 30 Patienten und einer Gesamtzahl von 60 Studienteilnehmern.

Gruppe 1 erhält kostenfreien Zugang zur Phlebotomie (Aderlass), Gruppe 2 bildet als Warteliste eine Kontrollgruppe. Die Randomisierung erfolgt über vorgefertigte versiegelte Briefumschläge. Die Erfassung des Hauptendpunktes und aller sekundären Zielkriterien erfolgt nach acht Wochen mittels der apparativen Untersuchungen / Laborwerte und  validierter Fragebögen. Die Patienten werden angehalten ihre studienunabhängige Therapie unverändert fortzuführen. Sie sollen keine Änderungen in der Therapie während des Studienzeitraumes durchführen. Ausnahmen bilden notwendige akute oder progrediente Behandlungssituationen. Es erfolgt keine studienabhängige Medikation.

Zum Aderlass

Der naturheilkundliche Aderlass gehört zu den klassischen Ausleitungsmethoden. Als Aderlass wird die künstliche Eröffnung einer Vene mit nachfolgender therapeutischer Blutentnahme bezeichnet. Klinisch wird synonym der Begriff hypo-volämische Hämodilution verwendet.

In der Naturheilkunde wird der Aderlass traditionell zur Behandlung metabolischer Erkrankungen eingesetzt, auch unter der Vorstellung der Prävention kardiovaskulärer Ereignisse.

Als ein Grund für die Wirksamkeit des Aderlasses bei Hypertonie wird der eisensenkende Effekt diskutiert. Internationale Studien weisen darauf hin, dass Serumeisen und Ferritin als Gefäßrisikofaktoren anzusehen sind (1-3). Unterstützt wird diese Hypothese durch Ergebnisse epidemiologischer Studien (4, 5).

Literatur

Facchini, F.S., Saylor, K.L.Effect of iron depletion on cardiovascular risk factors. Ann N Y Acad Sci. 2002;967:342-351. Opens external link in new windowAbstract

Piperno, A., Trombini, P., Gelosa, M., Mauri, V., Pecci, V., Vergani, A., Salvioni, A.: Increased serum ferritin is common in men with essential hypertension. Journal of Hypertension 2002; 20:1513-1518. Opens external link in new windowAbstract

Sullivan, J.L.: Stored Iron and Vascular Reactivity. Arterioscler. Thromb. Vasc. Biol. 2005; 25:1532-1535.

Salonen JT et al. Body iron stores and the risk of coronary heart disease. N Engl J Med 1994; 331: 1159-64.

Salonen, J.T., Tuomainen, T.P., Salonen, R., Lakka, T.A., Nyyssonen, K.: Donation of blood is associated with reduced risk of myocardial infarction. The Kuopio Ischaemic Heart Disease Risk Factor Study. Am J Epidemiol. 1998; 148:445-451. Opens external link in new windowAbstract

Karen Schmidt

Karen Schmidt, M.A.
Medizinredakteurin bei Natur und Medizin

Telefon: 0201 56 305 62
E-Mail: Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailk.schmidt@naturundmedizin.de


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