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Wirkprinzip der Schröpfmassage bei Patienten mit chronischem unspezifischem Nacken- und Rückenschmerz

Das Schröpfen ist eine traditionelle Therapiemethode der europäischen, asiatischen und arabischen Medizin und wird bereits seit mehreren Tausend Jahren bei einer Reihe von Erkrankungen wie beispielweise Rückenschmerzen angewendet. Zur Therapie wird das zu behandelnde Gebiet zunächst mit einem Massageöl eingerieben und dann ein Schröpfglas aufgesetzt, in dem durch eine Flamme ein Unterdruck erzeugt wurde. Durch den Unterdruck wird das Gewebe eingesaugt, es kommt zu einer örtlichen Reizung und anschließenden Mehrdurchblutung, die an einer Hautrötung ersichtlich ist.

In den letzten Jahren konnte eine Wirksamkeit dieser Methode zur Behandlung von Patienten mit Nacken- und Rückenschmerz in Studien gezeigt werden. Bisher wird davon ausgegangen, dass Rückenschmerzen u. a. durch eine erhöhte Spannung der sogenannten Muskelfaszien bedingt sind. Unter dem Begriff Faszie fasst man derbe Bindegewebsstrukturen zusammen, die die Aufgabe haben, das darunterliegende Gewebe zu umhüllen und zu schützen. Die Faszienspannung kann seit Kurzem mittels eines Gerätes, welches nach mechanischer Stimulation die Schwingung des Gewebes misst, schmerzfrei gemessen werden. Hiermit kann nun überprüft werden, ob Patienten mit Nacken- und Rückenschmerzen tatsächlich eine erhöhte Spannung der Faszien aufweisen.

Das Uni-Zentrum Naturheilkunde der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau, Universitätsklinikum Freiburg (Prof. Dr. med. Roman Huber, Christian Maly und Dr. med. Ann-Kathrin Lederer) möchte daher in einem ersten Schritt überprüfen, ob die Schmerzstärke von Patienten mit der gemessenen Muskelfaszienspannung in Beziehung steht. Im zweiten Schritt soll dann, innerhalb derselben Studie, überprüft werden, ob eine Schröpfmassage die Faszienspannung beeinflusst. Hierzu werden 40 Patienten im Alter von 18 bis 60 Jahren ausgewählt, die unter chronischen Nacken- und Rückenschmerzen leiden. Alle Patienten werden gebeten einen standardisierten Fragebogen zur Schmerzstärke auszufüllen und anzugeben, auf welcher Seite sie den Schmerz als intensiver empfinden. Die Stelle des größten Schmerzes sowie die exakte spiegelbildliche Stelle der Gegenseite werden markiert. An beiden Punkten erfolgt eine Untersuchung der Muskel-faszienspannung. Auf der Seite mit höheren Spannungswerten wird dann eine Schröpfmassage durchgeführt. 5, 10, 15 und 20 Minuten nach der Schröpfmassage erfolgen weitere Messungen in gleicher Technik wie die Erstmessung. 24 Stunden nach der Schröpfmassage sollen sich die Patienten erneut zur Messung vorstellen und einen weiteren Fragebogen zur Schmerzstärke ausfüllen.

Durch Durchführung der Studie wird es möglich sein grundlegende Erkenntnisse zur Anwendung der Schröpfmassage bei Patienten mit chronischen Rücken- bzw. Nackenschmerzen zu liefern. Die Studie trägt dazu bei, die Ursache von Nacken- und Rückenschmerzen besser zu verstehen und die Wirkweise des Schröpfens aufzuklären.

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(Veronica Carstens)