Carstens-Stiftung: Selbstheilungskräfte stärken

Rubrik: Gesundheitstipps kompakt

Wie Sie Ihre Selbstheilungskräfte mit Homöopathie und Naturheilkunde stärken

Sind Sie in diesem Winterhalbjahr bislang verschont geblieben oder haben Sie bereits eine Erkältung durchleben müssen? Gehören Sie zu den Menschen, die schon einen Infekt hatten und sich immer noch nicht gesund fühlen? Und jedes Jahr stellt sich aufs Neue die Frage nach Vorbeugung und Behandlung von Erkältungskrankheiten mit ihren typischen Symptomen. Was kann ich tun?

Wenn Sie regelmäßig die Mitgliederzeitschrift von Natur und Medizin lesen, sich einen der Ratgeber zum Thema besorgt haben, dann finden Sie vielfältige Hinweise, wie man sich vor Infekten schützen oder zumindest schwerwiegenden Verläufen vorbeugen kann. Denn bekanntlich sind die Auslöser dieser fieberhaften Infekte keine Bakterien, sondern Viren; diese verändern sich von Jahr zu Jahr immer wieder, weshalb es keine Therapie gibt, um davor grundsätzlich gesichert zu sein.

Aber je stabiler und abwehrbereiter das Immunsystem ist, umso weniger anfällig sind wir gegenüber Viren und Bakterien, generell gegenüber Erkrankungen.

Das Immunsystem lässt sich nämlich trainieren. Ein Beispiel, welches Sie aus Ihrem Familien- und Bekanntenkreis kennen, soll Ihnen das veranschaulichen: Im Kindesalter treten Infekte ungleich viel häufiger auf als bei Erwachsenen oder älteren Menschen. Ein wesentlicher Faktor ist das Immunsystem, welches beim Kind noch nicht ausgereift ist, sondern sich erst entwickeln muss.

Und so wird die Häufigkeit von Erkältungskrankheiten verständlich. In der Medizin spricht man von einer "Feiung" – ein heutzutage ungebräuchlicher Begriff, der jedoch verständlich wird mit der Aussage "vor Infekten gefeit zu sein".

Wenn jedoch diese bei Kindern so häufig auftretenden Erkältungskrankheiten, deren Ursache zumeist Viren sind, nicht mittels Training des Immunsystems behandelt werden, dann ist es selbsterklärend, dass diese Kinder und später als Erwachsene unter Infektanfälligkeit bzw. unter Atemwegserkrankungen leiden. Wie oft höre ich in meiner Sprechstunde von einem Erwachsenen mit Asthma bronchiale, dass er als Kind gehäuft unter Infekten litt; als Jugendlicher entwickelte sich ein Heuschnupfen, im weiteren Verlauf eine chronische Kiefernhöhlenentzündung und jetzt leide er zunehmend unter anhaltendem Husten und Atemnot beim Sport: Der Lungenfacharzt diagnostiziert ein Asthma. Habe ich Sie mit dieser Schilderung angesprochen? Oder ein Familienmitglied von Ihnen?

Aus Sicht der Homöopathie und Naturheilkunde widerspiegelt dieser Verlauf geradezu klassisch, dass zu keinem Zeitpunkt eine konsequente Behandlung mit dem Ziel der Anregung der Selbstheilungskräfte erfolgte. Deshalb halte ich es für unabdingbar, dass gerade in der Kinderheilkunde naturheilkundliche Methoden vermehrt eingesetzt werden. Insofern ist es uns ein wichtiges Anliegen, dass mit Hilfe Ihrer Mitgliedsbeiträge und Spenden die Carstens-Stiftung das große Forschungsprojekt "Öffnet internen Link im aktuellen FensterHomöopathie und Naturheilkunde in der Pädiatrie" auflegen konnte. Damit soll systematisch erforscht und dokumentiert werden, dass diese Methoden einen hohen Stellenwert und Effizienz in der Kinderheilkunde haben.

Als praktizierender Arzt weiß ich, dass die Homöopathie und Naturheilkunde in der Gesellschaft längst angekommen sind. Viele Eltern wünschen sich nachdrücklich eine solche Behandlung für ihre Kinder – und das ist gut so!

Denn die Arzneimittel der Homöopathie und Pflanzenheilkunde lassen sich idealerweise zur Vorbeugung, Behandlung und zur Nachbehandlung von vielen Erkrankungen, auch von Erkältungskrankheiten, wirkungsvoll einsetzen – nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen.

Zwei Beispiele aus der Praxis

Zunehmend höre ich von jungen Familien, dass sie sich eine homöopathische Hausapotheke angeschafft haben zur Behandlung von alltäglichen Beschwerden. Was berichtet die Mutter? Sobald unser Kind eine Erkältung "ausbrütet", bekommt unser Kleiner Aconitum D6, etwa stündlich 3 Globuli. Oft ist am nächsten Tag der beginnende Infekt bereits abgeklungen, so dass kein Aconitum mehr gegeben werden muss. Und die Mutter fügt hinzu: Seitdem ich mein Kind homöopathisch behandle, ist es weniger oft, weniger schwer und weniger lang krank.

Homoeopathische Sandkastenfibel, Band 2

Homöopathische Sandkastenfibel

Michael Teut und Christian Lucae, beide erfahrene Homöopathen, haben ihr Buch prägnant und nachvollziehbar aufgebaut, so dass man direkt bei den entsprechenden Beschwerden nachschlagen und ein passendes Arzneimittel wählen kann. Der Schwerpunkt der Sandkastenfibel liegt bei Kindern im Säuglings- und Sandkastenalter, von vielen Vorschlägen können auch Schulkinder profitieren.

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Aus dieser Beschreibung lässt sich unschwer
ableiten, dass durch die gezielte Anregung der Selbstheilungskräfte das Kind in seinem Immunsystem gestärkt, also trainiert wird. Dass dieses Vorgehen nicht nur bei Kindern Sinn macht, sondern auch bei Erwachsenen, lässt sich bei Gelegenheit selbst erfahren. Dies ist nur ein Hinweis von vielen aus dem Bereich der Homöopathie.

Ein anderes Beispiel: Unser Kind hatte schon mehrfach eine Mittelohrentzündung, die jedes Mal mit einem Antibiotikum behandelt wurde. Dann haben wir einen Tipp bekommen: Wenn das Kind beginnt, über Ohrenschmerzen zu klagen, dann geben wir sofort Belladonna D6, stündlich 3 Globuli, am nächsten alle 2 Stunden 3 Globuli. Obwohl die Schmerzen nachlassen und das Kind
keine erhöhte Temperatur mehr hat, gehen wir zum Kinderarzt. Er untersucht das Kind und stellt fest: Die Entzündung ist bereits am Abklingen, ein Antibiotikum ist nicht notwendig.

Beides sind alltägliche Beispiele aus der Praxis, die zeigen, warum die Homöopathie einen so großen Stellenwert in der Bevölkerung hat, aber auch in den Fachkreisen. Sprechen Sie einmal mit einer Hebamme und Sie werden erfahren, dass die Homöopathie in Schwangerschaft, Geburtshilfe, Wochenbett und Stillzeit eine etablierte Methode ist. Mehr noch – auch das Thema "unerfüllter Kinderwunsch" kann mit Homöopathie und Naturheilkunde behandelt werden: äußerst erfolgreich wie das Öffnet externen Link in neuem FensterForschungsprojekt von Frau Prof. Ingrid Gerhard an der Universitätsfrauenklinik Heidelberg gezeigt hat. Und dass Das Öffnet externen Link in neuem FensterKinderWunschBuch bereits mehrfach im KVC Verlag bei Natur und Medizin aufgelegt wurde, spricht für sich.

Häufig ist es auch die Hebamme, die den jungen Familien Hinweise gibt, wie sie sich mit Homöopathie und Naturheilverfahren zunächst einmal selbst weiterhelfen können. Als ich unlängst von einer Klinik eingeladen wurde, um zu diesem Thema zu sprechen, war der große Hörsaal so gefüllt, dass Zuhörer auf den Treppenstufen saßen. Warum? Weil dieses Thema unserem Zeitgeist entspricht.

Komplementärmedizin: Gemeinsames Miteinander

Und einmal mehr zeigt sich der vorausschauende Blick des Ehepaars Carstens, das die Institution Carstens-Stiftung : Natur und Medizin vor mehr als 30 Jahren begründet hat. Nicht als Alternative zur so genannten konventionellen Medizin, sondern für ein gemeinsames Miteinander. Deshalb wird Homöopathie und Naturheilkunde auch als Komplementärmedizin bezeichnet.

Man kann es auch anders formulieren: Das eine tun, ohne das andere zu lassen. Natürlich gibt es Erkrankungen, bei denen chemisch-synthetische Medikamente eingesetzt werden müssen: Eine schwere bakterielle Erkrankung muss mit einem Antibiotikum behandelt werden. Das aber schließt nicht aus, dennoch ein homöopathisches oder pflanzliches Arzneimittel begleitend einzunehmen, um die zwangsläufig vorhandenen Nebenwirkungen des Antibiotikums auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Um Ihnen ein Beispiel zu geben: Okoubaka, das aus einer Baumrinde hergestellte Arzneimittel, ist in der Homöopathie etabliert zur Begleitbehandlung eines Antibiotikums. Denn Okoubaka wirkt auf das mit dem Darm verbundene Immunsystem und reduziert dadurch die antibiotikumbedingten Nebenwirkungen und aktiviert zugleich die Selbstheilungskräfte. Damit wird der Verlauf der Infektion abgekürzt und möglichen Folgen am Darm wie unregelmäßiger Stuhlgang und Verdauungsstörungen vorgebeugt.

Und dass Okoubaka D3, 3-mal tägl. 5 Globuli ein Mittel unserer Zeit ist, zeigt sich in seiner Anwendung bei Reiz-Darm-Syndrom, einer Erkrankung, unter der heutzutage sehr viele Menschen leiden. Kennen Sie übrigens den Natur und Medizin Ratgeber Öffnet externen Link in neuem FensterOkoubaka – Medizin aus Afrika? Sie werden erstaunt sein, welche weiteren Anwendungsmöglichkeiten dieses Arzneimittel bietet.

"Homöopathische Arzneimittel sind sicher"

Zwei homöopathische Arzneimittel möchte ich Ihnen aus meiner Praxiserfahrung noch nennen: Eine Erkältungskrankheit bei Jugendlichen und Erwachsenen geht oftmals einher mit starken Gliederschmerzen und einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Nehmen Sie so frühzeitig wie möglich Eupatorium perfoliatum D6 ein, am 1. Krankheitstag stündlich, am 2. Tag etwa alle 2 Stunden und ab dem 3. Tag 3-mal tägl. 5 Globuli bis zum Abklingen der Symptome: Sie werden überrascht sein, wie rasch die Beschwerden abklingen.

Grippe und Infekte

Grippe und Infekte. Vorbeugung und Behandlung

Ratschläge zur Vorbeugung und ersten Hilfe bei einer Erkältung und Tipps für die unterstützende Behandlung der Grippe.

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Auch dass es zu Eupatorium eine Doppelblindstudie im Vergleich zu Aspirin gibt, sollte nicht unerwähnt bleiben: Denn das chemischsynthetische Arzneimittel war nicht besser wirksam als das homöopathische Arzneimittel. Das führt uns zum Thema der Wissenschaftlichkeit der Homöopathie. Dazu gibt es eine Vielzahl von Veröffentlichungen – und eine frei zugängliche Medienbibliothek der Carstens-Stiftung, die Sie unter Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.cam-quest.org finden können. Dass homöopathische Arzneimittel sicher sind, garantiert das Homöopathische Arzneibuch (HAB) – bemerkenswert, dass im Europäischen Arzneibuch (PhEur) ebenfalls die Homöopathie verankert ist. Das sollte einfach mal zur Kenntnis genommen werden, auch dass es am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (Öffnet externen Link in neuem FensterBfArM) eine eigene Arzneimittelkommission gibt, die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit homöopathischer Arzneimittel bewertet.

In der Praxis erlebe ich typischerweise, dass der Patient sagt: "Hauptsache es hilft mir." Denn obwohl die akute Erkältungskrankheit bereits seit zwei Wochen abgeklungen ist, komme ich nicht "auf die Beine": Ich fühle mich schlapp, müde, ohne Energie, schwitze bei der geringsten Anstrengung und bekomme "nichts auf die Reihe". Für diese Beschwerden kennt die Medizin sogar eine Diagnose: das postinfektiöse Syndrom. Und wie kann man das behandeln?
Im einfachsten Fall mit Gelsemium D6, 3-mal tägl. 5 Globuli, erfahrungsgemäß zwei Wochen lang. Das Mittel hilft zum Ausscheiden der Toxine, die sich durch die Erkältung im Körper noch befinden. Meinen Patienten erkläre ich es mit dem Begriff "Restmüll", der entsorgt werden muss.

Nun haben Sie zugleich fünf homöopathische Arzneimittel kennengelernt, die sich als Grundstock für eine homöopathische Hausapotheke eignen. Und wie kann ich vorbeugen, mein Immunsystem trainieren?

Meine Empfehlung: mit den Möglichkeiten der Kneipp'schen Therapie. Und dass eine Kneipp-Therapie nicht gleichbedeutend ist mit der Anwendung von kaltem Wasser, weiß jeder, der sich ernsthaft damit beschäftigt hat. Das von Sebastian Kneipp entwickelte Behandlungskonzept ist nicht umsonst Bestandteil der klassischen Naturheilkunde, wie sie in der Mitgliederzeitschrift von Natur und Medizin immer wieder vorgestellt wird.

Die Natur hilft heilen – mit dieser häufig zitierten Aussage von Frau Dr. Veronica Carstens wünsche ich Ihnen alles Gute und danke Ihnen für Ihre Unterstützung.

Ihr Dr. Markus Wiesenauer

Dieser Artikel erschien exklusiv in der Ausgabe 1/2018 der Mitgliederzeitschrift von Natur und Medizin e.V.

 

Carstens-Stiftung : Natur und Medizin


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Dr. med. Markus Wiesenauer

Dr. med. Markus Wiesenauer
Vorstandsmitglied der Carstens-Stiftung

Telefon: 0201 56 305 0
E-Mail: Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailinfo@carstens-stiftung.de


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„Der Arzt und die Ärztin der Zukunft sollen zwei Sprachen sprechen, die der Schulmedizin und die der Naturheilkunde und Homöopathie. Im Einzelfall sollen sie entscheiden können, welche Methode die beste für den Patienten ist.“

(Veronica Carstens)