Integrative Medizin
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Soja unterstützt den Kinderwunsch
Studien kurz und knapp

Soja unterstützt den Kinderwunsch

Von Daniela Hacke

Kinderwunsch

Mehr Geburten nach künstlicher Befruchtung durch den Verzehr von Sojaprodukten:
Eine Kohortenstudie deckt auf, dass der Erfolg einer In-Vitro-Fertilisation gesteigert werden kann, wenn die betroffenen Frauen im Vorfeld sojahaltige Lebensmittel in ihren Speiseplan aufnehmen.

Der Leidensdruck von Paaren, deren Kinderwunsch nicht auf natürlichem Wege erfüllt werden kann, ist groß. Viele wählen daher eine künstliche Befruchtung wie die sog. In-Vitro-Fertilisation (IVF), bei der die Befruchtung der Eizellen nicht im Körper der Frau, sondern im Labor stattfindet. Ein Problem für den Erfolg einer solchen Methode stellt der in Plastik enthaltene Weichmacher Bisphenol A (BPA) dar, der in vielen Lebensmittelverpackungen wie Plastikwasserflaschen und Konservendosen versteckt ist und nachweislich die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen senken kann. Eine Kohortenstudie nimmt sich nun der Fragestellung an, wie die Chance auf eine Schwangerschaft unter In-Vitro-Fertilisationsbehandlung durch den regelmäßigen Verzehr von phytoöstrogenhaltigen Lebensmitteln wie Sojaprodukten erhöht werden kann.

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ISBN: 978-3-933351-78-4
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In experimentellen Versuchen konnte bereits gezeigt werden, dass die schädigenden Effekte des BPA durch die Aufnahme von Soja-Phytoöstrogenen positiv beeinflusst werden können. [1,2] Im Rahmen der EARTH-Studie (EARTH = Environment and Reproductive Health) unterzogen sich insgesamt 239 Frauen 347 IVF-Zyklen, in deren Verlauf je bis zu zweimal die BPA-Konzentration in ihrem Urin festgestellt wurde. Außerdem wurde per Fragebogen erhoben, wie häufig und welche Mengen an Sojaprodukten (Tofu, Sojamilch oder -yoghurt, Sojabohnen, Misosuppe, Sojariegel oder -pulver u.a.) die Probandinnen in den drei Monaten vor Durchführung des IVF-Zyklus zu sich genommen haben.
 
Es stellte sich heraus, dass zwar die BPA-Belastung im Urin sowohl bei Frauen, die Sojaprodukte bevorzugen, als auch bei Frauen, die keine sojahaltigen Lebensmittel zu sich nahmen, gleich hoch blieb. Allerdings war die Erfolgsquote in der Studienpopulation der Sojakonsumentinnen hinsichtlich Implantation, Schwangerschaft und erfolgreicher Geburt signifikant höher als in der Gruppe der Frauen, in deren Ernährung Soja keine Rolle spielte.

Artikal: Soja unterstützt den Kinderwunsch

Einschätzung

Die Studie liefert erste Hinweise darauf, dass eine BPA-Belastung für den Erfolg einer künstlichen Befruchtung keine Rolle spielt, solange die betroffenen Frauen im Vorfeld der In-Vitro-Fertilisationsbehandlung Phytoöstrogene aus Sojaprodukten zu sich nehmen. Wie groß die Dimension chemischer Belastungen für die Gesundheit der Bevölkerung sein kann, zeigen Zahlen aus den USA, nach denen bei mehr als 90 Prozent der amerikanischen Bevölkerung eine Belastung mit BPA im Urin nachgewiesen wurde. [4] In weiteren Studien, so die Wissenschaftler, sollte geprüft werden, ob sich weitere Ernährungsmaßnahmen sowie Lebensstilveränderungen positiv auf die Belastung mit BPA oder anderen chemischen Stoffen auswirken können.

Literatur

[1] Muhlhauser A, Susiarjo M, Rubio C. Bisphenol A effects on the growing mouse oocyte are influenced by diet. Biol Reprod 2009; 80: 1066-1071 > Abstract

[2] Dolinoy DC, Huang D, Jirtle RL. Maternal nutrient supplementation counteracts bisphenol A-induced DNA hypomethylation in early development. Proc Natl Acad Sci USA 2007; 104: 13056-13061 > Abstract

[3] Chavarro JE, Minguez-Alarcon L, Chiu Y-H, Gaskins AJ, Souter I, Williams PL, Calafat AM, Hauser R. Soy intake modifies the relation between urinary Bisphenol A concentrations and pregnancy outcomes among women undergoing assisted reproduction. J Clin Endocrinol Metab 2016; 101, epub ahead of print, doi: 10.1210/jc.2015-3473 > Abstract

[4] Calafat AM, Ye X, Wong LY, Reidy JA, Needham LL. Exposure of the U.S. population to bisphenol A and 4-tertiary-ocrylphenol: 2003-2004. Environ Health Perspect 2008; 116: 39-44 > Abstract