Integrative Medizin
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Studien kurz und knapp

Schwitzen in der Sauna bei Bluthochdruck

Von Daniela Hacke

Bluthochdruck Sauna

Vergangene Studien konnten zeigen, dass sich regelmäßiges Saunabaden positiv auf die Herzfrequenz von Patienten mit chronischer Herzschwäche auswirkt. Ob die Schwitzkur auch zur Beeinflussung der Herzfrequenz bei Senioren mit unbehandeltem Bluthochdruck geeignet ist, untersuchte nun eine kanadische Studie.

Ist der Regelkreis des Blutdrucks durcheinander, spricht man auch auch von einer Störung der kardiovaskulären Homöostase. Durch die Messung der Herz-Raten-Variabiliät (HRV) lässt sich eine potenzielle Fehlregulation leicht feststellen.

Bluthochdruck

Bluthochdruck

den Druck mithilfe der Naturheilkunde senken

Andreas Michalsen · Karen Schmidt · Marc Werner

ISBN: 978-3-96562-004-9
Erscheinungsjahr: 2020

6,90 EUR

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Wissenschaftler aus Montreal überprüften nun in einer kleinen Studie, welche Auswirkungen ein einmaliges Saunabad auf die Herzfrequenz von Patienten mit unbehandeltem, leichtem Bluthochdruck hat. Außerdem wurde die Fragestellung untersucht, ob zusätzlicher Sport den Effekt des Saunierens noch erhöhen könnte. Zehn Patienten höheren Alters mit leicht erhöhtem Blutdruck wurden nach dem Zufallsprinzip entweder zu zwei aufeinanderfolgenden 8-minütigen Saunabad-Sitzungen (Temperatur zwischen 85 und 90 Grad Celsius), einer 30-minütigen Trainingseinheit auf dem Fahrrad-Ergometer (Belastung: maximal 75% ihrer HRV) mit anschließenden zwei Saunagängen von jeweils acht Minuten oder aber absoluter Ruhe angehalten. Die HRV-Messungen erfolgten während sowie 15 Minuten und 120 Minuten nach dem Saunagang.

Es stellte sich heraus, dass zusätzliches Ausdauertraining keine zusätzlichen positiven Effekte auf die Herzfrequenz der Patienten hatte. Der einmalige Saunagang allein bewirkte jedoch eine kurzfristige, signifikante Regulierung der autonomen Kontrolle des kardiovaskulären Systems, die sich in einem erhöhten sympathischen und reduzierten parasympathischen Tonus äußerte.

Einschätzung

Das Ergebnis der Studie kann allenfalls nur eine Tendenz aufzeigen, die es mit einer höheren Patientenzahl, aber einen längeren Zeitraum durchgeführt, zu beweisen gilt. Trotzdem gilt die Erkenntnis als vielversprechend: Erstmalig konnte bei Patienten höheren Alters mit unbehandeltem, leichtem Bluthochdruck eine kurzfristige, positive Beeinflussung der autonomen vegetativen Kontrolle und Herzfrequenzvariabilität beobachtet werden. Regelmäßige Saunabesuche könnten langfristig den Blutdruck senken und somit helfen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Zu diesem Ergebnis kommen bereits frühere Studien, die allerdings mit jüngeren, gesünderen Probanden durchgeführt worden waren. Wirklich repräsentativ ist die vorliegende Studie nicht, da viele Bluthochdruckpatienten Medikamente einnehmen. Dies sollte in zukünftigen Untersuchungen berücksichtigt werden.

Achtung:

Je nach Verträglichkeit sollte gegebenenfalls auf die milden Saunavarianten (bis zu 60 Grad Celsius) zurückgegriffen werden. Eine vorherige Beratung beim Arzt wird empfohlen.

Literatur

Gayda M, Bosquet L, Paillard F, Garzon M, Sosner P, Juneau M, Bélanger M, Nigam. Effects of sauna alone versus postexercise sauna baths on short-term heart rate variability in patients with untreated hypertension. J Cardiopul Rehab Prev 2012; 32: 147-154 > Abstract