Integrative Medizin
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Rosmarin für ein fittes Gehirn im Alter.
Studien kurz und knapp

Rosmarin für ein fittes Gehirn im Alter

Von Daniela Hacke

Phytotherapie Nervensystem Demenz

Das Nachlassen des Gedächtnisses gehört zu den unwillkommenen Begleiterscheinungen des Älterwerdens. Diesem Prozess könnte Rosmarin entgegenwirken.

Das Nachlassen des Gedächtnisses gehört zu den unwillkommenen Begleiterscheinungen des Älterwerdens. Laut einer aktuellen Studie könnte Rosmarin dem entgegenwirken.

Demenz

Demenz

Naturheilverfahren und Ordnungstherapie – Vorbeugung, Linderung von Symptomen und Steigerung der Lebensqualität

Annette Kerckhoff · Johannes Wilkens

ISBN: 978-3-945150-95-5
Erscheinungsjahr: 2018, 2. Aufl.

6,90 EUR

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Die Gewürz- und Zierpflanze Rosmarin (Rosmarinus officinalis) ist ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet, wird aber seit geraumer Zeit auch im mitteleuropäischen Raum kultiviert. Seine ätherischen Öle enthalten Inhaltsstoffe wie Campher, Cineol, Carnosol, Flavonoide, Saponine sowie Bitter- und Gerbstoffe. Schon die Griechen schätzten Rosmarin für sein hirnstimulierendes und gedächtnisförderndes Potenzial.

In einer kleinen Doppelblindstudie wurden nun die Effekte verschiedener Dosen pulverisierter Rosmarinblätter im Vergleich mit Placebo auf die mentale Leistungsfähigkeit von Senioren zwischen 65 und 90 Jahren untersucht. Das Rosmarinpulver wurde jeweils in einem Getränk aus Tomatensaftkonzentrat verabreicht. Die 28 Studienteilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip auf fünf Gruppen aufgeteilt: Gruppe 1 erhielt ein Placebo-Pulver, Gruppe 2 750 Milligramm, Gruppe 3 1500 Milligramm, Gruppe 4 3000 Milligram und Gruppe 5 6000 Milligramm des getrockneten Rosmarins, eingerührt in 458 Milliliter des Tomatensafts. Parallel erhielten alle Probanden Kapseln, die sie für zur Therapie zugehörig glaubten, welche jedoch ein unwirksames Pulver enthielten.

Mit Hilfe eines computerisierten Testmoduls wurden den Senioren Aufgaben verschiedener Art gestellt, anhand derer aufmerksamkeits- und hirnleistungsspezifische Faktoren getestet wurden. An fünf Tagen in der Woche für einen Zeitraum von fünf Wochen wurden die Tests vor und nach dem Trinken des Test-Getränks durchgeführt.

Forschungsplattform Demenz

Forschungsplattform Demenz

Zusammenstellung der derzeitigen Forschungsergebnisse ergänzt durch Erfahrungen aus der Praxis

Elmar Gräßel · Anna Pendergrass

ISBN: 978-3-945150-72-6
Erscheinungsjahr: 2017

19,80 EUR

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Ergebnisse

Insbesondere hinsichtlich der Geschwindigkeit der Hirnleistung und der Wachsamkeit schnitt Rosmarin im Vergleich mit Placebo deutlich besser ab. Auffällig war, dass diese Effekte zwar bei der niedrigen Dosis von 750 Milligramm, aber nicht bei der Höchstdosis von 6000 Milligramm zu beobachten waren. Im Gegenteil: hier kehrte sich der Effekt um, und die Hirnleistung nahm ab. Auf die Aufmerksamkeitsdauer und die Qualität des Arbeitsgedächtnisses zeigte Rosmarin eine eher negative Wirkung.

Einschätzung

Die Tatsache, dass laut vorliegender Studie niedrigere Rosmarindosen die Gedächtnisleistung (hinsichtlich ihrer Geschwindigkeit) erhöhen, ist als positiv zu bewerten. Diese Menge entpricht eher der Gewürzmenge, die man in der Küche für die Zubereitung von Speisen mit Rosmarin gebraucht.

Die Diversität in der Wirkung verschiedener Dosen des Rosmarinpulvers können die Wissenschaftler zwar nicht erklären. Sie verweisen jedoch auf die mögliche Komplexität des Wirkmechanismus zwischen den einzelnen (psycho-)aktiven Komponenten in der Gewürzpflanze.

Ganz unschuldig an dem Ergebnis ist die Wahl der Darreichungsform sicher nicht, denn es ist bekannt, dass Flüssigkeitszufuhr kurzfristig zu gesteigerter kognitiver Leistungsfähigkeit führen kann. Möglicherweise beeinflussten auch die im Tomatensaft enthaltenen Inhaltsstoffe die erhaltenen Werte.

Eine Wiederholung der Studie unter angepassten Bedingungen (andere Darreichungsform, größere und gemischtere Studienpopulation) erscheint wünschenswert.

Literatur

Pengelly A, Snow J, Mills SY, Scholey A, Wesnes K, Butler LR. Short-term study on the effects of rosemary on cognitive function in an elderly population. J Med Food 2012; 15(1): 10-17 Abstract