Rubrik: Studien kurz und knapp

Kümmel kontra Kalorien

Echter Kümmel (Carum carvi) hat in vielen Kulturen eine lange Tradition bei der Zubereitung von Speisen, aber auch als Mittel zur Gewichtsreduktion. Seine appetithemmende Wirkung untersuchte eine internationale Forschergruppe an übergewichtigen Frauen.

„Globesity“, eine neue Wortschöpfung aus global und obesity, bezeichnet die weltweite Zunahme von Übergewicht und Fettleibigkeit in der Bevölkerung. Seit 1980 hat sich laut WHO die Zahl der schwergewichtigen Menschen verdoppelt. Trotz der vielfältigen Angebote an Schlankheitsmitteln und Behandlungsmethoden bleibt der Trend steigend. Folgeerkrankungen belasten nicht nur den jeweiligen Menschen, sondern auch die Gesundheits- und Sozialsysteme. Daher wird nach weiteren Möglichkeiten zur Bekämpfung dieser Zivilisationskrankheit gesucht und die Wirkung traditionell verwendeter Heilmittel klinisch überprüft.

Körperlich aktiven, übergewichtigen bis fettleibigen Frauen wurde nach dem Zufallsprinzip entweder ein wässriger Extrakt aus Kümmel oder ein Placeboprodukt mit Kümmelgeschmack verabreicht. In den 90 Behandlungstagen sollten die Frauen ihre bisherigen Ess- und Lebensgewohnheiten beibehalten.
Dokumentiert wurden am Anfang und am Ende der Studie anthropometrische Indizes (Größe, Bauchumfang, Waist-to-hip-ratio, Oberarm- und Oberschenkelumfang), Kalorien- und Nährstoffaufnahme sowie Hunger- bzw. Sättigungsgefühl. Am letzten Tag wurden alle Frauen einem Ad libitum-Pizza-Test  unterzogen, bei dem die Anzahl der jeweils bis zum Eintritt der Sättigung gegessenen Pizzastücke notiert wurde.

Die Heilkraft der Gewuerze, Band 2

Die Heilkraft der Gewürze

32 Gewürzportraits und zahlreiche Rezepte – eine echte Medizin aus der Küche.

Logo des KVC Verlags in Essen: Lesen Sie sich gesund!

Vegetarisch vollwertig kochen, Band 2

Vegetarisch vollwertig kochen

Neueste Erkenntnisse aus der Ernährungsforschung, vegetarische Rezepte aus der mediterranen Vollwert-Küche, Geschmack, Genuss und Raffinesse.

Logo des KVC Verlags in Essen: Lesen Sie sich gesund!

Im Vergleich zum Studienbeginn und auch im Vergleich zur Placebo-Gruppe lagen die anthropometrischen Indizes in der Kümmelextrakt-Gruppe am Ende der Studie signifikant niedriger. Ebenso war der durchschnittliche Appetitlevel nach 90 Tagen Kümmelextrakt-Einnahme verringert. Zwar nahmen beide Gruppen am Ende der Studie weniger Nahrung auf als zu Beginn, jedoch war der Unterschied mit Kümmelextrakt deutlicher. Die verzeichnete geringere Kalorienaufnahme beruhte insbesondere auf einer geringeren Kohlenhydrataufnahme. Beim Ad libitum-Pizza-Test aßen die Frauen aus der Placebo-Gruppe durchschnittlich 0,7 Pizzastücke mehr als die Frauen der Kümmelextrakt-Gruppe.

Einschätzung:

Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass die Einnahme von Kümmelöl-Extrakt eine sichere Begleittherapie zur Gewichtskontrolle für Übergewichtige und Fettleibige ist. Allerdings ergeben sich aus den publizierten Daten folgende Fragen: Könnte es sich bei dem Ergebnis des Ad libitum-Pizza-Tests um ein Zufallsergebnis handeln? Der Test wurde vor Behandlungsbeginn nicht durchgeführt, so dass ein Vergleich innerhalb der beiden Gruppen nicht möglich ist. Veränderten sich auch das Gewicht und der Body-Mass-Index der Studienteilnehmerinnen? Im Ergebnisteil wird lediglich erwähnt, dass alle Teilnehmerinnen zu Studienbeginn einen BMI von über 25 kg/m² hatten. Weitere Angaben zu Gewicht oder BMI fehlen in dem Text. Die Einnahme von Kümmelextrakt könnte also einen positiven Effekt bei der Gewichtsreduktion haben, die vorgestellte Studie lässt jedoch keinen eindeutigen Schluss zu.

Literatur

Kazemipoor M, Hamzah S, Hajifaraji M, et al. Slimming and appetite-suppressing effects of caraway aqueous extract as a natural therapy in physically active women. Phytother Res 2016; 30(6): 981-987.Opens external link in new windowAbstract


Dieser Artikel erschien in der Kategorie: Rubrik: Studien kurz und knapp

Unterstützen Sie unsere Arbeit

und fördern Sie mit Ihrer Spende aktiv Forschung zur Komplementärmedizin.

 

„Der Arzt und die Ärztin der Zukunft sollen zwei Sprachen sprechen, die der Schulmedizin und die der Naturheilkunde und Homöopathie. Im Einzelfall sollen sie entscheiden können, welche Methode die beste für den Patienten ist.“

(Veronica Carstens)

Immer gut informiert –

der Newsletter der
Carstens-Stiftung
 

✓ einmal im Monat
✓ gratis
✓ jederzeit kündbar

 

Mitglieder profitieren
mehrfach –

alle Infos zur
Fördermitgliedschaft
 

mehr erfahren

Sommerhitze?
Was Sie jetzt tun können.

Stiche und Sonnenbrand?
Welche Heilpflanzen helfen.

Sie verreisen?
Was Sie nicht vergessen sollten.

Bluthochdruck?
Was Sie jetzt tun können.

Ihre innere Uhr geht falsch?
Wie Sie sie richtig stellen.

Tierisch krank?
Homöopathie für Hund und Katze.