Carstens-Stiftung: Husten-Stopp dank Homöopathikum?

Rubrik: Studien kurz und knapp

Husten-Stopp dank Homöopathikum?

Anhaltender Husten ist häufig ein lästiger Begleiter von Infektionen der oberen Atemwege. Schafft ein homöopathischer Sirup Abhilfe?

Anhaltender Husten ist häufig ein lästiger Begleiter von Infektionen der oberen Atemwege. Wissenschaftler der Universität Bologna führten nun eine klinische Studie mit insgesamt 80 Probanden mit Husten aufgrund einer akuten Atemwegsinfektion durch.

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Der Sirup, ein Produkt eines weltweit aktiven Herstellers homöopathischer Arzneimittel, enthält eine Kombination aus neun verschiedenen Komponenten aus dem Pflanzen-, Tier- und Mineralienreich in Tiefpotenzen. Die 80 Studienteilnehmer, nach dem Zufallsprinzip gleichmäßig auf die Verum- und die Kontrollgruppe aufgeteilt, wurden angehalten, über den Zeitraum von sieben Tagen viermal täglich 15 ml des homöopathischen Hustensirups oder aber einen Placebosaft ohne Wirkstoffe einzunehmen. Die Hustenreduktion wurde mit Hilfe von Fragebögen, die die Probanden an Tag 2, 4, 7 und 14 (Nachbeobachtungszeit) auszufüllen hatten, und im Labor gemessener Viskosität des Hustensekrets erhoben.

Die Patienten, die der Homöopathie-Gruppe zugeteilt waren, profitierten im Vergleich zu den Teilnehmern in der Placebo-Gruppe von der Behandlung besonders nach vier bis sieben Tagen der Einnahme. Der Unterschied zwischen beiden Gruppen war zu diesen Zeitpunkt statistisch signifikant. Auch die Labormessungen fielen positiv für die homöopathische Therapie aus. Zwar konnte die Sputum-Viskosität nach vier Tagen gleichermassen in beiden Gruppen reduziert werden, der hustenbedingte Auswurf war in der Homöopathie-Gruppe jedoch bedeutend flüssiger als in der Placebo-Gruppe.

Einschätzung:

Entscheidend für den Erfolg des homöopathischen Sirups scheint die Verflüssigung des Auswurfs zu sein, der zu einem verbesserten Abfluss des Sekrets und einem beschleunigten Rückgang des Hustens geführt haben mochte.

Ob die Bezeichnung "homöopathisch" im Falle des untersuchten Hustensirups aber gerechtfertigt erscheint, ist streitbar. Die Autoren selbst weisen hinsichtlich der Wirkungsweise des Sirups auf das synergistische Zusammenspiel der verwendeten, nur geringfügig verdünnten Substanzen hin. Die einzelnen Komponenten enthielten antitussiv wirksame Inhaltstoffe wie Antioxidantien und entzündungshemmende Stoffe, die der Infektion entgegenwirkten.

Stellt sich vor dem Hintergrund dieser Argumentation nun die Frage, warum die Substanzen im untersuchten Sirup überhaupt in potenzierter Form verwendet wurden. Zumindest wird die Wirksamkeit dieser speziellen Kombination einzelner Komponenten, wie in diesem Hustensirup vorzufinden, nicht hinreichend begründet. Letztendlich wurde die Publikation der Studie von dem Hersteller des Hustensirups mitfinanziert – gab es also Einflussnahme auf die Darstellung der Ergebnisse?

Fazit: Zu euphorisch sollte man vor den genannten Hintergründen die Studienergebnisse also nicht betrachten. Eine Anregung für weitere Forschung sind sie jedoch allemal.

Literatur

Zanasi A, Mazzolini M, Tursi F, Morselli-Labate AM, Paccapelo A, Lecchi M. Homeopathic medicine for acute cough in upper respiratory tract infections and acute bronchitis: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial. Pulmon Pharmacol Ther 2013; 31 May [epub ahead of print]. Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract


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