Komplementäre und
Integrative Medizin
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Carstens-Stiftung: Katechinreicher Extrakt aus grünem Tee kann eine vorbeugende Wirkung gegen Grippeinfektionen entfalten.
Studien kurz und knapp

Grüner Tee schützt vor Grippe

Bisher konnte nur in experimentellen Studien oder wenigen, klein angelegten klinischen Studien die grippevorbeugenden Effekte des Grüntees gezeigt werden. Eine japanische Gruppe von Wissenschaftlern untersuchte diesen Aspekt nun im Rahmen einer Doppelblindstudie.

Grüner Tee, seit 4700 Jahren in Asien bekannt, hat seinen Weg längst auch in die Trinkgewohnheiten der westlichen Regionen gefunden. Die Tatsache, dass Grüntee reich an Katechinen (sekundäre Pflanzenstoffe) ist, insbesondere an dem mittlerweile gut erforschten EGCG (Epigallocatechin-3-Gallat, ein Katechin, das zur Untergruppe der Polyphenole gehört), macht ihn so interessant für die Wissenschaft - besonders auch hinsichtlich seiner Potenziale bezüglich der Grippe-Prävention.

Bisher konnte nur in experimentellen Studien oder wenigen, klein angelegten klinischen Studien die grippevorbeugenden Effekte des Grüntees gezeigt werden. Eine japanische Gruppe von Wissenschaftlern untersuchte diesen Aspekt nun im Rahmen einer Doppelblindstudie.

Insgesamt 197 im Gesundheitswesen beschäftigte Personen (Ärzte, Pfleger, Krankenschwester etc.) wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe (98 Probanden) erhielt Katechin/Theanin-Kapseln, die zweite (99 Probanden) bekam Placebo-Kapseln, die in Aussehen und Geschmack mit den Grüntee-Kapseln identisch waren, aber keinen Wirkstoff enthielten. Sechs Kapseln mussten die Teilnehmer jeweils über den Tag verteilt für einen Zeitraum von fünf Monaten einnehmen.

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Hinsichtlich der Grüntee-Gabe entspricht dies einer Tagesdosis von 378 mg Katechin (davon 270 mg EGCG) und 210 mg Theanin. Während dieser Zeit wurden die Teilnehmer dazu angehalten, ihren üblichen Teekonsum jedweder Art auf weniger als 250 ml pro Tag zu beschränken. Pro Monat lieferten die Probanden ihre Fragebögen ab, die Informationen über das Auftreten von Grippe-Symptomen, präventive Maßnahmen wie z.B. Hygiene, sowie zu Nebenwirkungen und der Einhaltung der Einnahmevorgaben enthielten. Erstaunlich viele Probanden nahmen die Kapseln regelmäßig ein - über 90 Prozent in beiden Gruppen. Während in der Gruppe mit dem Scheinmedikament bei 13 Probanden im Rahmen der klinischen Untersuchung eine Grippe-Infektion festgestellt wurde, waren es in der Grüntee-Gruppe nur vier Teilnehmer.

Einschätzung

Die Resultate dieser Studie lassen vermuten, dass katechinreicher Extrakt aus grünem Tee eine vorbeugende Wirkung gegen Grippeinfektionen entfalten kann. Leider gibt es eine kleine Einschränkung des positiven Resultats: Da die Gesamtheit der Studienteilnehmer in Krankenhäusern arbeitet, ist anzunehmen, dass sich die Mehrheit gegen Grippe geimpft hat, was die Effekte des Grüntee-Extrakts natürlich einschränken würde. Weitere klinische Untersuchungen an einer größeren und geeigneteren Studienpopulation sind also nötig, um die Resultate dieser Studie zu stützen.