Rubrik: Wir für Journalisten

Carstens-Stiftung konzentriert Fördertätigkeit

Die Essener Karl und Veronica Carstens-Stiftung fördert seit ihrer Gründung im Jahre 1982 die Wissenschaft und Forschung in Naturheilkunde und Komplementärmedizin. Nun stellt sie ihre Förderpolitik neu auf und reagiert damit auf Veränderungen der modernen Universitäts- und Kliniklandschaft.

Als die Karl und Veronica Carstens-Stiftung ihre Fördertätigkeit aufnahm, waren Naturheilkunde und Komplementärmedizin kaum erforscht. Die Anwendung entsprechender Verfahren hing im Wesentlichen von der Erfahrung des einzelnen Therapeuten ab. Durch die Förderung von Forschungsarbeiten und studentischen Arbeitskreisen sowie die Durchführung von Aus- und Fortbildungen legte die Stiftung einen wichtigen Grundstein für die ganzheitliche Patientenversorgung, die wir heute an vielen Orten vorfinden und die auf große Akzeptanz in der Bevölkerung trifft.

Wesentliche Funktionen, die bisher in der Stiftung übernommen wurden, sind mittlerweile an den Universitäten vertreten. Aktuell gibt es zehn Stiftungslehrstühle für Naturheilkunde und Komplementärmedizin, die nachhaltig und dauerhaft gestärkt werden sollen. Um dies zu erreichen, müssen die verfügbaren Mittel konzentriert werden. Die Stiftung trennt sich daher von einigen Teilen des operativen Geschäfts und fokussiert sich auf den wesentlichen Förderauftrag im Sinne der Stifter: "Der Arzt und die Ärztin der Zukunft sollen zwei Sprachen sprechen, die der Schulmedizin und die der Naturheilkunde und Homöopathie. Sie sollen im Einzelfall entscheiden können, welche Methode die besten Heilungschancen für den Patienten bietet." (Dr. med. Veronica Carstens)

Richtungsweisend für die neue Ausrichtung sind Initiativen wie das Alois Schnaubelt-Habilitationsprogramm, mit dem vier ÄrztInnen in Berlin, Essen und Zschadraß die Habilitation ermöglicht wird, oder das Projekt zur Integrativen Pädiatrie mit dem in Landshut und Essen Strukturen für eine ganzheitliche Patientenversorgung ausgebaut werden konnten.

Ergänzung:

Auf Grund von Nachfragen und offensichtlichen Missverständnissen möchten wir an dieser Stelle erläutern, was die angesprochene Trennung von Teilen des operativen Geschäftes konkret bedeutet:

Die Datenbanken CORE-Hom und HomBRex stehen zur Selbstrecherche weiterhin zur Verfügung, eingestellt wurde der Bibliotheksservice. Das Promotionsseminar, die Kolloquien und die Einzelbetreuung werden wir im Hause nicht mehr anbieten. Die Betreuung der Promovierenden findet an den Universitäten statt und soll dort auch verstärkt werden.

Die Förderaktivitäten, d.h., die Unterstützung des gesamten Nachwuchses sowie die Forschungsprojekte der Carstens-Stiftung, sind durch diesen Schritt nicht beschnitten worden, diese sollen zukünftig sogar ausgebaut werden.

Gerade gemeinnützige Stiftungen müssen sich auch immer wieder hinterfragen, wie die anvertrauten Fördermittel so eingesetzt werden können, dass sie bestmöglich dem Stiftungszweck dienen und die Regeln der Gemeinnützigkeit erfüllen.

Auch die Homöopathie-Förderung der Carstens-Stiftung läuft in Gänze unberührt weiter, inklusive der Förderung von Arbeitskreisen und Wahlfächern, der Vergabe von Promotionsstipendien und der Ausrichtung der KVC-Foren, in denen Studierende betreut werden. Die Forschungsförderung wird mit der Forschungsplattform Homöopathie in diesem Jahr einen weiteren Meilenstein setzen. Darüber hinaus werden weiterhin Promotionsstipendien in der gesamten Integrativen Medizin vergeben. Auch wird der Bereich der Förderung nach der Promotionsphase mit einem neuem Projekt verstärkt. Das Habilitationsprogramm läuft noch zwei Jahre.

Die gemeinnützige Karl und Veronica Carstens-Stiftung wurde vom damaligen Bundespräsidenten und seiner Ehefrau gegründet. Mehr als 35 Jahre nach ihrer Errichtung ist die Carstens-Stiftung eine bedeutende Wissenschaftsorganisation auf dem Gebiet der Komplementärmedizin – in Deutschland und Europa. So sind bisher über 35 Millionen Euro für Wissenschaft und Forschung aufgewendet worden.

In der Bundesrepublik Deutschland hat die Stiftung Pionierarbeit geleistet und die ersten universitären Strukturen für die Komplementärmedizin geschaffen: Modellprojekte in der Biochemie an der Tierärztlichen Hochschule Hannover und in der Pädiatrie am Dr. von Haunerschen Kinderspital der LMU München, die erste universitäre Ambulanz für Naturheilkunde in Deutschland überhaupt an der Universitätsfrauenklinik in Heidelberg, die erste Fachambulanz für Naturheilkunde in der Onkologie am Universitätsklinikum Jena und das Zentrum für Naturheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg.

Insgesamt wurden rund 1.000 große und kleinere Projekte gefördert, darunter etwa zur Homöopathie bei Heuschnupfen (1985–1988) und Homöopathie in der Tiermedizin (1987–2004). Aber auch Immunmodulation durch Thuja (1987–1993), Ruta bei Multipler Sklerose (1989–1997) sowie Blutspende bei Bluthochdruck (2011–2015), Integrative Pädiatrie (2015-2018) und die Forschungsplattform Demenz (2016-2018) waren dabei. Höhepunkte stellen die Förderung einer Stiftungsprofessur an der Charité in Berlin (2008-2013), das Alois Schnaubelt-Habilitationsprogramm (ab 2018) und die Forschungsplattform Homöopathie (ab 2018) dar.


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„Der Arzt und die Ärztin der Zukunft sollen zwei Sprachen sprechen, die der Schulmedizin und die der Naturheilkunde und Homöopathie. Im Einzelfall sollen sie entscheiden können, welche Methode die beste für den Patienten ist.“

(Veronica Carstens)

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