Integrative Medizin
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Carstens-Stiftung: Demenz – Bessere Versorgung, weniger Krankheitssymptome
Optimierungsstrategien bei Demenz

Bessere Versorgung – weniger Krankheitssymptome

Von Redaktion Carstens-Stiftung

Demenz

Das Graduiertenkolleg "Optimierungsstrategien bei Demenz" (OptiDem) zeigt Wege auf, wie Prävention, nicht-pharmakologische Therapie und Versorgung bei Demenz optimiert werden können.

Die Karl und Veronica Carstens-Stiftung förderte mit 300.000 EUR ein Graduiertenkolleg, in dem 11 Doktorandinnen und Doktoranden die international verfügbare Literatur zu wichtigen Themen bei Demenz wissenschaftlich analysiert haben. Wichtige Erkenntnisse des 3-jährigen Projektes sind:

  • Geistige und körperliche Aktivierung als eine Form der Mehrkomponentenintervention senkt Verhaltensauffälligkeiten bei Demenz.
  • Bei psycho-sozialen Interventionen, wie beispielsweise Ergotherapie, stehen Kosten und Nutzen in einem günstigen Verhältnis.
  • Massagetherapien können helfen, Unruhezustände günstig zu beeinflussen.
  • Depressive Symptome können nachweislich durch technologie-basierte Interventionen, wie beispielsweise Telefonberatung, reduziert werden.
  • Telefonische Betreuung senkt auch die depressiven Symptome pflegender Angehöriger.
  • Für Gesunde, die keine geistige Leistungseinschränkung haben, hat die Einnahme von Vitamin B keinen Vorteil in der Prävention.
  • Wohlmeinende Täuschungen in der Versorgung von Menschen mit Demenz, wie z.B. Bushaltestellen, die nur zum Schein aufgebaut sind, müssen vor ihrer Anwendung ethisch kritisch hinterfragt werden.

Seit 2015 forschen dazu unter der Leitung von Professor Dr. Elmar Gräßel Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus drei deutschen Universitäten in Bayern, Baden-Württemberg und Brandenburg: PD Dr. Carolin Donath, Prof. Dr. Peter Kolominsky-Rabas (Universitätsklinikum Erlangen), Prof. Dr. Andreas Frewer (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg), Prof. Dr. Stefanie Joos (Universitätsklinikum Tübingen) und Prof. Dr. Dr. Michael Rapp (Universität Potsdam). Zusammen haben sie im Rahmen von OptiDem insgesamt 11 Doktorarbeiten betreut.

Pressefoto (314ppi; 3,3mb) | Presseinformation als PDF (60kb)

Die Forschungsarbeiten betreffen die Bereiche Prävention, nicht-pharmakologische Behandlungsverfahren und Versorgungsstrategien. Damit war das Projekt thematisch sehr breit angelegt, um der Komplexität der Demenz und den mit ihr verbundenen Herausforderungen gerecht zu werden. So ist z.B. bekannt, dass Menschen, die mit 70 Jahren eine Alzheimer-Demenz diagnostiziert bekommen, vermutlich bereits ab dem 40. Lebensjahr von der Demenz betroffen sind – unbemerkt. Dies unterstreicht die Wichtigkeit von Präventionsmaßnahmen im mittleren Lebensalter und die Notwendigkeit von zuverlässigen und frühzeitigen Diagnosemöglichkeiten.

Wenn eine Demenz bereits entstanden ist, dann gilt es die Betroffenen bestmöglich zu versorgen. Was OptiDem aus der bisherigen Forschungslandschaft zur Demenz, die sich hauptsächlich auf die medikamentöse Behandlung konzentriert, heraushebt, ist die bewusste Fokussierung auf psycho-soziale Interventionen. "Unser Schwerpunkt lag auf Maßnahmen, bei denen mit den Betroffenen und ihren Angehörigen interagiert wird – damit sind wir näher am Menschen, als es die Pharmakologie sein kann", sagt Prof. Dr. Elmar Gräßel.


Nicole Germeroth, Geschäftsführerin der Carstens-Stiftung, ergänzt: "Mit OptiDem sind wir dem Ziel der Carstens-Stiftung, Patienten eine ganzheitliche Versorgung zu ermöglichen, einen Schritt nähergekommen."

Die Ergebnisse des von der Carstens-Stiftung geförderten Projektes werden Anfang 2019 über den KVC Verlag in einem Abschlussband veröffentlicht.