Carstens-Stiftung: Aromatherapie im Krankenhaus als Hilfe gegen Schmerz, Übelkeit und Angst

Carstens-Stiftung: Aromatherapie im Krankenhaus als Hilfe gegen Schmerz, Übelkeit und Angst.

Studien kurz und knapp

Aromatherapie in der Akutpflege

Wie hilfreich eine unterstützende Therapie mit Aroma-Ölen bei typischen Symptomen während eines Krankenhausaufenthalts sein kann, zeigt eine aktuelle Studie.

Stationäre Patienten in Krankenhäusern haben häufig unter Schmerzbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen, bedingt durch Medikamente, Chemotherapie, oder Narkotika bei Operationen, sowie Angstempfinden zu leiden. Generell fällt es dem Pflegepersonal zu, die Situation der Patienten erträglicher zu gestalten. Konventionelle medikamentöse Maßnahmen sind aber oft unverträglich und verschlimmern das Leiden der Patienten dann noch mehr. Vor diesem Hintergrund wurde nun an zehn Krankenhäusern im US-amerikanischen Minneapolis eine Beobachtungsstudie durchgeführt, um die Wirksamkeit von Aromatherapie bei typischen akuten Leiden von Krankenhauspatienten zu untersuchen.

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Die Krankenschwestern und -pfleger dokumentierten insgesamt 27.552 Einsätze aromatherapeutischer Maßnahmen, indem sie vor und nach der Behandlung mittels eines Fragebogens die Intensität der Beschwerden (Schmerz, Übelkeit/Erbrechen und Angstempfinden) erfassten. Des Weiteren gaben sie an, welche essenziellen Öle sie in der Behandlung der Patienten eingesetzt haben. Die Pflegekräfte konnten zwischen vier ätherischen Ölen wählen, deren Wirksamkeit für die untersuchten Beschwerden dokumentiert ist: Ingwer-, Lavendel-, Mandarinen- und Majoranöl. Zuvor war das Personal via Online-Training in der praktischen Anwendung von Aroma-Ölen geschult worden.

Über Dreiviertel der Anwendungen wurde als Inhalation verabreicht, seltener entschied sich das Pflegepersonal für ein direktes Auftragen auf die Haut. Das am häufigsten verwendete Öl war Lavendel, gefolgt von Ingwer, süßem Majoran, Mandarine und einer Kombination aus den Ölen aus der Auswahl. Nach Ausschluss nicht zutreffender Behandlungen bzw. fehlender Details in der Dokumentation standen den Wissenschaftlern für die Auswertung insgesamt 7939 dokumentierte Therapieeinsätze bei 5873 stationär aufgenommenen Patienten zur Verfügung.

Die Auswertung der Dokumentationen ergab, dass süßer Majoran das Schmerzgeschehen am besten beeinflussen konnte. Gegen die Angstgefühle halfen Lavendel und ebenfalls süßer Majoran, bei Übelkeit war Ingwer am erfolgreichsten. Insgesamt konnten die Beschwerden der Patienten während ihres stationären Aufenthalts durch die Therapie mit ätherischen Ölen reduziert werden.

Einschätzung:

Das Fazit der Wissenschaftler: Aromatherapie in Begleitung der regulären Behandlung kann Beschwerden wie Übelkeit, Schmerz und Angst bei stationären Patienten deutlich verringern. Da die Studie an mehreren Krankenhäusern mit einer großen Anzahl Patienten durchgeführt wurde, erscheint das Ergebnis vertrauenswürdig. Durch den Einsatz anderer komplementärer Therapien kann die reguläre Pflege und Versorgung des Patienten sinnvoll ergänzt werden. Abgesehen von der in den Pflegewissenschaften bereits berücksichtigten Aromatherapie wäre eine Integration von Modulen, die auch andere Verfahren der Komplementärmedizin in der Pflege behandeln, in die Ausbildungspläne von Pflegeberufen wünschenswert. 

Literatur

Johnson JR, Rivard RL, Griffin KH, Kolste AK, Joswiak D, Kinney ME, Dusek JA. The effectiveness of nurse-delivered aromatherapy in an acute care setting. Complement Ther Med 2016; 25: 164-169 Opens external link in new windowAbstract


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(Veronica Carstens)