Carstens-Stiftung: Bei Dehydrierung infolge eines Magen-Darm-Infekts kann vor allem Kleinkindern mit verdünntem Apfelsaft geholfen werden.

Carstens-Stiftung: Bei Dehydrierung infolge eines Magen-Darm-Infekts kann vor allem Kleinkindern mit verdünntem Apfelsaft geholfen werden.

Rubrik: Studien kurz und knapp

Apfelsaft für Kinder mit Magen-Darm-Infekt

Dehydrierung infolge eines Magen-Darm-Infekts kann vor allem Kleinkinder in einen kritischen Zustand versetzen. Verdünnter Apfelsaft ist eine gute Möglichkeit, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, wie eine aktuell in der Zeitschrift JAMA veröffentlichte Studie zeigt.

Bei Durchfall und Erbrechen verliert der Körper viel Flüssigkeit und Mineralstoffe, die durch Trinken oder schlimmstenfalls durch Infusionen ersetzt werden müssen, um eine lebensbedrohliche Dehydration zu verhindern. Kinder sind besonders gefährdet, so dass eine frühzeitige Intervention in der noch unkritischen Krankheitsphase wichtig ist. Mit speziellen Elektrolytgetränken kann dieser Flüssigkeitsausgleich erzielt werden. Allerdings sind diese relativ teuer und haben oft einen unangenehmen Geschmack, der insbesondere bei Kindern dazu führen kann, dass sie die Aufnahme verweigern. Apfelsaft hingegen ist bei Kindern beliebt, reich an Mineralien und kann gut gegen leichte Dehydration bei Kleinkindern mit Magen-Darm-Infekt eingesetzt werden [1].

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Knapp 650 Kinder im Alter von 6 bis 60 Monaten, die wegen Durchfall und/oder Erbrechen von ihren Eltern zu einer Kinderambulanz in einem kanadischen Krankenhaus gebracht wurden, erhielten entweder eine Elektrolytlösung mit Apfelaroma oder verdünnten Apfelsaft in Kombination mit bevorzugten Getränken. Der (Miss-)Erfolg der jeweiligen Behandlung wurde daran gemessen, ob trotz der Behandlung 1) ein stationäre Aufnahme im Krankenhaus oder eine intravenöse Rehydration oder 2) innerhalb von 24 Stunden eine erneute ärztliche Konsultation erfolgte, 3) die Symptome (Erbrechen/Durchfall) länger als 7 Tage anhielten, 4) ein ärztliche verordneter Wechsel zur jeweils anderen Art der Flüssigkeitszufuhr (die behandelnden Ärzte waren gegenüber den Behandlungsmethode verblindet) oder 5) ein zu hoher Gewichts- bzw. Flüssigkeitsverlust verzeichnet wurde.

Die Misserfolgsquote lag bei der mit Elektrolytlösung behandelten Gruppe mit 25 % höher als bei der Apfelsaft-Gruppe (16,7 %). Während in der Apfelsaft-Gruppe 2,5 % der Kinder eine Infusion erhalten  und 0,9 % stationär in ein Krankenhaus aufgenommen werden mussten, waren es in der Elektrolytgruppe 9,0 % (Infusion) und 2,8 % (Krankenhaus).
Eine differenzierte Analyse der Daten hinsichtlich des Alters der Kinder zeigte, dass die Behandlung mit verdünntem Apfelsaft besonders erfolgreich bei Kindern im Alter von 24 Monaten und älter war.

Einschätzung:

Bei Kleinkindern mit leichter Dehydrierung infolge eines Magen-Darm-Infektes kann ein Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes mit verdünntem Apfelsaft und den vom Kind bevorzugten Getränken erfolgversprechender sein als eine Behandlung mit Elektrolytlösung, da letztere aufgrund ihres Geschmacks häufiger auf Ablehnung stoßen könnte. Die Behandlung sollte allerdings unbedingt unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, damit bei einer Verschlechterung des Zustandes andere Behandlungsmaßnahmen eingeleitet werden können.

Literatur

1) Freedman SB, Willan AR, Boutis K, Schuh S. Effect of dilute apple juice and preferred fluids vs electrolyte maintenance solution on treatment failure among children with mild gastroenteritis. A randomized clinical trial. JAMA 2016; 315(18): 1966-1974. Opens external link in new windowAbstract

Petra Koczy

Petra Koczy, Dipl.-Biol.
Fachbereich Bibliothek | Informationsmanagement

Telefon: 0201 56 305 0
E-Mail: Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailp.koczy@carstens-stiftung.de


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