Carstens-Stiftung: Was hilft besser bei Nackenschmerzen?

Rubrik: Studien kurz und knapp

Was hilft besser bei Nackenschmerzen?

75 Prozent der Menschen leiden mindestens einmal in ihrem Leben unter Nackenschmerzen. Eine eindeutige Therapieempfehlung gibt es derzeit nicht. Eine Studie aus den USA legt nahe, dass Bewegungsübungen und Chirotherapie einer alleinigen Medikamententherapie überlegen sind.

Die am häufigsten von Ärzten verordneten Therapien bei Nackenschmerzen sind Schmerzmittel, manuelle Verfahren und die Durchführung von Übungen in den eigenen vier Wänden (nach Anleitung). Bisher konnten für diese Verfahren aber nur unzureichende wissenschaftliche Belege geliefert werden. In einer vom National Institute of Health (Nationale Gesundheitsbehörde der USA) geförderten Studie gehen Wissenschaftler der Frage nach, welche dieser Therapien am besten bei Nackenschmerzen hilft.

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Insgesamt 272 Patienten mit einer seit mindestens zwei Wochen anhaltenden Nackenschmerz-Problematik wurden beliebig auf drei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe wurde während der Studiendauer von zwölf Wochen von ausgebildeten Chirotherapeuten mit manuellen Maßnahmen behandelt, die zweite Gruppe erhielt schmerz- und entzündungshemmende Medikamente wie Paracetamol, nichtsteroidale Antirheumatika und/oder Muskelrelaxantien, und die dritte Gruppe vollführte Selbstmobilisierungsübungen, die Ihnen im Vorfeld von Physiotherapeuten erklärt worden waren. Die Effekte der verschiedenen Maßnahmen wurden über ein Jahr hinweg beobachtet und gemessen.

Nach zwölf Wochen zeigten die Patienten in der Chirotherapie-Gruppe die deutlichste Besserung, denn die manuellen Maßnahmen konnten ihren Nackenschmerz um die Hälfte verbessern. Die Gruppe, die täglich mehrmals Übungen absolvierte, schnitt mit einem kleinen Unterschied vergleichbar gut ab. Im Vergleich konnten nur ein Drittel der Patienten in der Medikamenten-Gruppe von der Einnahme der Schmerzmittel deutlich ( = um mindestens 75%) profitieren. In der Langzeitanalyse – also nach 26 und nach 52 Wochen – waren die chirotherapeutischen Maßnahmen wie auch die Selbstmobilisierungsübungen der Schmerzmedikation immer noch überlegen.

Einschätzung:

Ob die vorliegende Studie nun zu einer eindeutigen Therapieempfehlung hinsichtlich der erfolgreichen Behandlung von Nackenschmerzen kommt, sei dahingestellt. Zumindest zeigte sich, dass – längerfristig gesehen – manuelle Verfahren sowie Übungen zur Selbstmobilisierung einer alleinigen medikamentösen Therapie überlegen sind.

Richtet man sein Augenmerk auf die Nebenwirkungen, die in Begleitung der einzelnen Verfahren auftreten können, erscheinen die muskulären Beschwerden (wie z.B. Muskelkater), die die Patienten in der Chirotherapie- sowie in der Mobilisierungsgruppe zu beklagen hatten, gegenüber den Beschwerden in der Medikamenten-Gruppe (wie z.B. Magen-Darm-Probleme und Schwindel) eher harmloser. Leider war wegen der Charakteristik der einzelnen Behandlungen keine Verblindung der Patienten und Therapeuten möglich, was die Aussagekraft der Studie erhöht hätte. Auch wurden unspezifische Effekte, hervorgerufen durch die Patienten-Therapeuten-Interaktion, nicht berücksichtigt.

Gemessen am langfristigen Effekt und den als unbedenklich einzustufenden Nebenwirkungen erscheint die regelmäßige Durchführung von Übungen in der Prävention und Behandlung von Nackenschmerzen empfehlenswert. Vorsicht ist allerdings geboten bei chirotherapeutischen Anwendungen, die  unsachgemäß im Nackenbereich durchgeführt  zu Schlaganfällen führen könnten.

Literatur

1) Bronfort G, Evans R, Anderson AV, Svendsen KH, Bracha Y, Grimm RH. Spinal manipulation, medication, or home exercise with advice for acute and subacute neck pain. A randomized trial. Ann Int Med 2012; 156: 1-10. Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract


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(Veronica Carstens)