Carstens-Stiftung: Wandern ist gesund

Rubrik: Studien kurz und knapp

Wandern ist gesund

Dass sich Bewegung an der frischen Luft positiv auf die Gesundheit auswirkt, ist allgemein bekannt – eine Studie belegt es nun.

Bereits vor einigen Jahren entwickelte der Deutsche Wanderverband (DWV) das Konzept des sogenannten Gesundheitswanderns – was bislang jedoch zur Anerkennung als Präventionsmaßnahme durch die Krankenkassen fehlte, war der wissenschaftliche Beweis für die gesundheitsfördernde Wirkung des Wanderns. Anfang des Jahres beauftragte der DWV deshalb das Institut für Leistungsdiagnostik und Gesundheitsförderung (ILUG) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, diese Wirkung zu überprüfen. Die Ergebnisse liegen nun vor.

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48 berufstätige, gesunde Männer und Frauen zwischen 30 und 65 Jahren waren in die Untersuchung eingeschlossen worden. Die Probanden waren wenig oder gar nicht sportlich aktiv, zeigten aber Interesse an körperlichem Training. Per Los wurden sie gleichmäßig in zwei Gruppen eingeteilt. Die Interventionsgruppe nahm für sieben Wochen nach der Arbeit regelmäßig an angeleiteten Wanderungen durch naturhahe Gesundheitsparks teil. Aufgelockert wurden die Wanderungen über eine Distanz zwischen 3,8 und 5,6 km durch physiotherapeutische Übungen. Die Kontrollgruppe betätigte sich hingegen körperlich nicht. Vor Beginn und nach der Intervention wurden verschiedene körperbezogene Werte gemessen, mit unterschiedlichen Ergebnissen in den beiden Gruppen.

So war der Anteil an Körperfett in der Interventionsgruppe nach den sieben Wochen um 1% gesunken, in der Kontrollgruppe lediglich um 0,5%. Auch der Body Mass Index, der die Relation des Körpergewichts zur Körpergröße angibt, verbesserte sich in der Interventionsgruppe um 0,4, in der Kontrollgruppe lediglich um 0,2 Punkte. Eine der wohl deutlichsten Veränderungen zeigte sich beim Blutdruck: In der Interventionsgruppe sank dieser von 152/92 deutlich auf 142/85, in der Kontrollgruppe kaum von 152/92 auf 149/91.

Bei einer Belastung durch 2 km Walking wiesen die Probanden in der Interventionsgruppe zu Beginn der Studie eine durchschnittliche mittlere Herzfrequenz von 131 Schlägen/Minute auf, nach den sieben Wochen waren es nur noch 122 Schläge/Minute, was einer Verminderung von 9 Schlägen entspricht. In der Kontrollgruppe verringerte sich dieser Wert lediglich um 4 Schläge von einer durchschnittlichen mittleren Herzfrequenz von 134 auf 130. Auch subjektiv empfand die Wandergruppe die Belastung weniger anstrengend als die Kontrollgruppe.3654

Einschätzung:

Eine interessante Studie, die dazu beitragen könnte, das gesundheitsfördernde Wandern für Bewegungsmuffel attraktiver zu machen. Der DWV möchte die Ergebnisse zum Anlass nehmen, Gespräche mit dem GKV-Spitzenverband über eine offizielle Anerkennung als Präventionsmaßnahme zu führen.

Kritisieren lässt sich allerdings die ohnehin geringe Probandenzahl, von der nach der Abschlussuntersuchung lediglich 32 Probanden verblieben: 20 in der Interventionsgruppe und 12 in der Kontrollgruppe. Die Gründe, welche die Teilnehmer zum Abbruch bewegt hatten, bleiben unbekannt.

Literatur

1) Prof. Dr. Kuno Hottenrott, Annika Lösche, Stephan Schulze, Martin Radetzki: Zwischenbericht: Studie zur Evaluation des Gesundheitswanderkurses des Deutschen Wanderverbands. Institut für Leistungsdiagnostik und Gesundheitsförderung e.V., Martin-Luther-Universität, Halle-Wittenberg. April 2012. Link

2) Pressemitteilung des Deutschen Wanderverbandes: Studie zum Gesundheitswandern. Wirksamkeit deutlicher als erwartet. 25. April 2012. Link

Michèl Gehrke, M.A.

Pressesprecher

Telefon: 0201 56 305 61
E-Mail: m.gehrke@carstens-stiftung.de


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