Integrative Medizin
Zum Hauptinhalt springen Zum Seiten-Footer springen
Carstens-Stiftung: Vitamin D Mangel begünstigt Darmkrebs
Studien kurz und knapp

Vitamin D Mangel begünstigt Darmkrebs

Von Rainer Lüdtke

Vitamine Nahrungsergänzung

Wer an einem Vitamin D-Mangel leidet, hat nicht nur ein erhöhtes Risiko an Osteoporose zu erkranken, sondern auch an Darmtumoren. Das zeigen die Daten einer internationalen Forschergruppe, die die Forschungsergebnisse zum Thema systematisch zusammengetragen und ausgewertet hat.

Wer an einem Vitamin D-Mangel leidet, hat nicht nur ein erhöhtes Risiko an Osteoporose zu erkranken, sondern auch an Darmtumoren. Das zeigen die Daten einer internationalen Forschergruppe, die die Forschungsergebnisse zum Thema systematisch zusammengetragen und ausgewertet hat. Insgesamt fanden die Forscher 35 Studien, die den Vitamin D-Spiegel mit der Entstehung von Darm-, Prostata- und Brustkrebs in Verbindung brachten. Demzufolge verringert sich das Risiko eines Patienten, an Darmkrebs zu erkranken um 15%, wenn er/sie einen um 10ng/ml höheren Vitamin D-Spiegel aufweist als ein Kontrollpatient. Bei Brustkrebs liegt die entsprechende Risikoreduktion zwischen 3% und 11%, bei Prostatakrebs ist keine Risikoreduktion nachzuweisen.

In ihren Schlussfolgerungen betonen die Autoren die klaren Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Vitamin D und Darmkrebst, verneinen aber einen Zusammenhang zum Brustkrebs. Das scheint etwas übertreiben, da die Datenlage nicht eindeutig ist: Ja nachdem, welche Studientypen man zulässt, ergibt sich ein deutlicher, statistischer signifikanter Effekt oder aber ein kleiner, nicht-signifikanter Effekt.

Einschätzung

Eine Schlussfolgerung sollte man aber auf keinen Fall ziehen: Diese Studie beweist in keinem Fall, dass eine Nahrungsergänzung mit Vitamin D in der Therapie eines Darmkrebses hilfreich ist. Ja, sie zeigt nicht einmal, dass eine Vitamin D-Supplementation zur Vorbeugung eines Darmkrebses sinnvoll ist. Hierzu wären tatsächlich nicht epidemiologische Studien, sondern Interventionsstudien notwendig.

Literatur

1) Gandini S, Boniol M, Haukka J, Byrnes G, Cox B, Sneyd MJ, Mullie P, Autier P. Meta-analysis of observational studies of serum 25-hydroxyvitamin D levels and colorectal, breast and prostate cancer and colorectal adenoma. Int J Cancer 2011; 128(6):1414-1424. Abstract