Carstens-Stiftung: Thymianhonig gegen Mundtrockenheit durch Krebstherapie

Rubrik: Studien kurz und knapp

Thymianhonig gegen Mundtrockenheit durch Krebstherapie

In einer Machbarkeitsstudie erwies sich das Bienenprodukt als wirksames und sicheres Mittel, eine durch Strahlentherapie verursachte Xerostomie zu lindern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.

Mundtrockenheit (Xerostomie) ist eine der häufigsten Nebenwirkungen einer Strahlen- oder Chemotherapie gegen Kopf-/Halstumore. Die therapieinduzierte Reduktion der Speichelproduktion kann bis zu 80 % betragen, was das Essen und Schlucken extrem erschwert und dadurch eine Mangelernährung der Betroffenen verursachen kann. Darüber hinaus ist eine trockene Mundhöhle einschließlich des Zahnapparates anfällig für Infektionen und Entzündungen. Eine erfolgreiche Behandlung der Xerostomie wirkt sich somit auf die gesamte Verfassung der Patienten aus.

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Eine zyprische Forschergruppe untersuchte in einer randomisierten klinischen Studie erstmals, inwieweit eine Behandlung mit einer Thymianhonig-Mundspülung die durch Krebstherapie verursachte Mundtrockenheit lindern kann. Patienten mit verschiedenen Kopf-/Halstumoren, die einer strahlentherapeutischen und zum Teil auch einer zusätzlichen chemotherapeutischen Behandlung unterzogen wurden, vollzogen Mundspülungen entweder mit 20 ml Thymianhonig in 100 ml Wasser (Untersuchungsgruppe) oder mit Kochsalzlösung (Kontrollgruppe). Begonnen wurde mit den Spülungen jeweils in der vierten Woche der insgesamt siebenwöchigen strahlentherapeutischen Behandlung, und zwar unmittelbar vor und nach der Bestrahlung sowie sechs Stunden danach. Die Patienten wurden instruiert, die jeweilige Mundspüllösung so im Mund zu bewegen, dass Mundhöhle und Rachen gut benetzt werden. Im Anschluss sollte die Flüssigkeit ausgespuckt werden. Nach Abschluss der Strahlentherapie setzten die Patienten für weitere vier Wochen zu Hause dreimal täglich die Mundspülungen fort. Als primärer Zielparameter wurde der Grad der Xerostomie untersucht, und als sekundäre Zielparameter mittels Patientenfragebögen die empfundene Intensität der Mundtrockenheit, der Schmerzen, der Geschmacksbeeinträchtigung und der Schluckstörungen sowie die Beeinträchtigung der Lebensqualität.

Sowohl der objektive und subjektive Schweregrad der Xerostomie sowie die damit verbundenen Schmerzen, Geschmacks- und Schluckstörungen wurden durch die Behandlung mit Thymianhonig im Vergleich zur Ausgangssituation und zur Kontrollgruppe signifikant herabgesetzt. Ihre Lebensqualität stuften die Patienten der Honiggruppe entsprechend deutlich höher ein. Unerwünschte Nebenwirkungen traten durch die Mundspülungen nicht auf.

Einschätzung:

Das Gold der Bienen, wie Honig auch genannt wird, zeigte in dieser Machbarkeitsstudie eine sehr erfolgreiche Wirkung bei der Behandlung der durch Strahlentherapie ausgelösten Mundtrockenheit von Kopf-/Halstumorpatienten. Die Autoren vermuten, dass die verschiedenen im Honig enthaltenen organischen Säuren wie Ascorbinsäure und Zitronensäure den Speichelfluss anregen. Gleichzeitig hat Honig erwiesenermaßen eine antibakterielle Wirkung, die Infektionen vorbeugt bzw. eindämmt.

In der vorliegenden Studie wurde der auf Zypern häufig genutzte Thymianhonig verwendet. Zwar unterscheiden sich die Honigsorten je nach ihrer geographischen und botanischen Herkunft in ihrer chemischen Zusammensetzung, möglicherweise sind aber auch andere Honigsorten für den Einsatz gegen strahlentherapieinduzierte Xerostomie geeignet. Es wäre also bei der Wahl des Honigs darauf zu achten, dass die aktiven Inhaltsstoffe in ausreichender Menge enthalten sind. Mundspülungen mit Honig könnten somit als einfaches, preisgünstiges, effektives und, sofern keine Allergie gegen Honig besteht, als sicheres Mittel gegen Mundtrockenheit im Zusammenhang mit einer Krebstherapie eingesetzt werden.

Literatur

Charalambous A, Lambrinou E, Katodritis N, Vomvas D, Raftopoulos V, Georgiu M, Paikousis L, Charalambous M. The effectiveness of thyme honey for the management of treatment-induced xerostomia in head and neck cancer patients: A feasibility randomized controlled trial. Eur J Oncol Nurs 2017; 27: 1-8. Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract

Petra Koczy

Petra Koczy, Dipl.-Biol.
Fachbereich Bibliothek | Informationsmanagement

Telefon: 0201 56 305 0
E-Mail: Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailp.koczy@carstens-stiftung.de


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