Schwangerschaftsdiabetes durch Stillen entgegenwirken

Rubrik: Studien kurz und knapp

Stillen für die eigene Gesundheit

Brusternährung fördert nicht nur die Gesundheit des Neugeborenen, sondern verändert auch den Stoffwechsel der Mutter. Davon können Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes profitieren und der Entwicklung eines Typ 2 Diabetes entgegenwirken, wie eine Münchner Studie zeigt.

Stillen setzt für Frauen die Gefahr herab, an Depressionen, Brust- oder Ovarialkrebs sowie an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken [2]. Für letztere Erkrankung haben insbesondere Frauen mit einem Schwangerschaftsdiabetes ein erhöhtes Risiko. Verstärkt wird die Tendenz dadurch, dass diese Frauen seltener ihre Kinder über die Brust ernähren und wenn doch, dann kürzer als gesunde Frauen [3]. Eine Langzeitstudie [4] hat jedoch gezeigt, dass ein mehr als 3-monatiges Stillen das Krankheitsrisiko erheblich mindern kann und dass dieser Schutz sogar über 15 Jahre hinweg anhält.

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In seiner aktuellen Arbeit [1] untersuchte das an die TU München angebundene Forscherteam, in welcher Weise das Stillen die Zusammensetzung der Stoffwechselprodukte im Körper beeinflusst. 197 Frauen mit einem Schwangerschaftsdiabetes während ihrer letzten Schwangerschaft wurden durchschnittlich 3,6 Jahre (0,7 bis 6,5 Jahre) nach der Entbindung einem Zuckerbelastungstest unterzogen. Die entnommenen Blutproben wurden auf Glukose, Insulin und 156 Metabolite untersucht. Anschließend wurden die Ergebnisse mit den Angaben über Stilldauer und –intensität sowie der seit der Entbindung und dem Abstillen verstrichenen Zeit verglichen.

Stillen über einen Zeitraum von mehr als 3 Monaten begünstigt demnach die Zusammensetzung und Menge der im Blutplasma vorhandenen Stoffwechselprodukte, die mit der frühen Phase der Krankheitsentwicklung eines Diabetes mellitus Typ 2 in Zusammenhang stehen. Die positive Wirkung war auch bei jenen Frauen nachweisbar, deren Stillzeit schon länger zurücklag.

Die Babyfibel

Die Babyfibel

Jede Frau ist anders – und so fühlt sich auch jede Frau von anderen Maßnahmen angesprochen. Daher haben die Autoren in diesem Ratgeber eine Vielzahl von Tipps zur Schwangerschaft und ersten Stillzeit zusammengestellt: von B wie Blutdruck bis Z wie Zahnpflege.

1871

 

Einschätzung:

Den genauen Wirkungsweg des Stillens auf die Stoffwechselmechanismen im Zusammenhang mit der Pathogenese eines Typ 2 Diabetes kann die vorliegende Studie zwar nicht aufklären, jedoch konnten die beteiligten Metaboliten näher definiert werden. Die Arbeit liefert somit wichtige neue Ansätze für weitere Nachforschungen.

Literatur

1) Much D, Beyerlein A, Kindt A, et al. Lactation is associated with altered metabolomics signatures in women with gestational diabetes. Diabetologia 2016, [Epub ahead of print].  Opens external link in new windowAbstract

2) Ip S, Chung M, Raman G, et al. Breastfeeding and maternal and infant health outcomes in developed countries. Evid Rep Technol Assess (Full Rep) 2007; (153): 1-186.  Opens external link in new windowAbstract

3) Much D, Beyerlein A, Roßbauer M, Hummel S, Ziegler, A-G. Beneficial effects of breastfeeding in women with gestational diabetes mellitus. Mol Metab 2014; 3(3): 284-292.  Opens external link in new windowAbstract

4) Ziegler A-G, Wallner M, Kaiser I, et al. Long-term protective effect of lactation on the development of type 2 diabetes in women with recent gestational diabetes mellitus. Diabetes 2012; 61:3167-3171.  Opens external link in new windowAbstract


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