Integrative Medizin
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Parkinson: Mehr Beweglichkeit durch Massage?
Studien kurz und knapp

Parkinson: Mehr Beweglichkeit durch Massage?

Von Dr. Jürgen Clausen

Nervensystem Massage Parkinson

Studie mit ersten Hinweisen: Bei einer Parkinson-Erkrankung ist die konventionelle Therapie unverzichtbar – zusätzlich können die Verfahren der Komplementärmedizin helfen, die Lebensqualität der Betroffenen zu bessern. Eine Studie untersucht, ob die traditionelle Japanische Massage einen günstigen Einfluss bei Parkinson-Patienten hat.

Patienten, die an Morbus Parkinson leiden, versuchen oft, ihre Beschwerden durch zusätzliche komplementärmedizinische Verfahren zu lindern, da eine ursächliche Behandlung der Parkinson-Krankheit derzeit noch nicht möglich ist. Ziel ist es normalerweise, die Bewegungseinschränkungen zu verringern. Dementsprechend nehmen diese Patienten am häufigsten zusätzliche Massagen in Anspruch (1). In Japan wurde jetzt anhand von 10 Fallberichten untersucht, ob die Traditionelle Japanische Massage einen günstigen Einfluss bei Parkinson-Patienten hat (2).

Parkinson

Parkinson

Das Leben mit der Erkrankung länger selbstbestimmen - mit Hilfe von Homöopathie und Anthroposophie

Annette Kerckhoff · Johannes Wilkens

ISBN: 978-3-945150-69-6
Erscheinungsjahr: 2017, 2. Aufl.

6,90 EUR

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Die zehn Patienten (Durchschnittsalter 70 Jahre, 4 Frauen, 6 Männer) erhielten zusätzlich zu ihrer konventionellen Medikamentation eine 30 minütige Massage. Anschließend wurden verschiedene Parameter untersucht. Bei einem (von vier) Patienten, die noch selbstständig laufen konnten, erhöhte sich die Fortbewegungsgeschwindigkeit ungefähr um den Faktor 5. Bei den anderen drei Patienten blieb sie nahezu gleich. Ein weiterer Patient, der vorher nicht alleine laufen konnte, konnte dies aber nach der Behandlung. Auch bei Patienten mit Schultersteife („Frozen Shoulder“) oder Sprachschwierigkeiten erzielte die Behandlung z.T. deutliche Verbesserungen.

Einschätzung

Ob die erzielten Verbesserungen wirklich ursächlich durch die Massagen bedingt oder anekdotisch sind, lässt sich mit dem gewählten Studiendesign nicht beweisen; erst recht nicht, ob die Traditionelle Japanische Massage besser geeignet ist als andere Massageformen. Darüber sind sich die Autoren im Klaren und diesen Anspruch haben sie hier auch nicht, da es nur um eine Vorabuntersuchung geht, um erste Hinweise zu erhalten.

Literatur

1) Ferry P, Johnson M, Wallis P. Use of complementary therapies and non-prescribed medication in patients with Parkinson's disease. Postgrad Med J. 2002 Oct;78(924):612-4. Abstract

2) Donoyama N, Ohkoshi N. Effects of traditional Japanese massage therapy on various symptoms in patients with Parkinson's disease: a case-series study. J Altern Complement Med. 2012 Mar;18(3):294-9. Abstract