Carstens-Stiftung: Osteopathie schlägt Ultraschall

Rubrik: Studien kurz und knapp

Osteopathie schlägt Ultraschall

Schmerz weg – Steifheit bleibt. Das ist das Fazit einer Studie, die die osteopathische Methode mit der Ultraschalltherapie bei unspezifischen, chronischen Kreuzschmerzen verglich.

Während bei der Ultraschallbehandlung Wärme durch Schallwellen in hohem Frequenzbereich an den schmerzhaften Stellen erzeugt wird, versucht die Osteopathie Funktionsstörungen im menschlichen Körper zu lokalisieren und zu beseitigen. Zum Erreichen dieses Ziels werden bestimmte Techniken angewandt, die mit den Händen ausgeführt werden.

Bewegungseinschränkungen, z.B. verursacht durch Muskelverspannungen, sollen beseitigt und dadurch ein Selbstheilungsprozess angestoßen werden. Eine an einer texanischen Universität durchgeführte Studie verglich nun beide Interventionen in der Therapie chronischer Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich. Es wurden vier Gruppen unter Verwendung des faktoriellen Designs gebildet, welchen die insgesamt 455 Patienten per Zufallsprinzip zugeteilt wurden. Das Design sah folgende Gruppierungen vor: Osteopathie und Ultraschallbehandlung, Osteopathie und Placebo-Ultraschallbehandlung, Placebo-Osteopathie und Ultraschallbehandlung oder Placebo-Osteopathie und Placebo-Ultraschallbehandlung. Acht Wochen lang erhielten die Probanden sechs Behandlungseinheiten. Vor jeder Behandlung wurde mittels einer visuellen Analogskala die Schmerzintensität und -symptomatik gemessen.

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„Der Arzt und die Ärztin der Zukunft sollen zwei Sprachen sprechen, die der Schulmedizin und die der Naturheilkunde und Homöopathie. Im Einzelfall sollen sie entscheiden können, welche Methode die beste für den Patienten ist.“

(Veronica Carstens)

Nach zwölf Wochen konnten die Wissenschaftler das Fazit ziehen, dass 63 % der osteopathisch behandelten Patienten und 46% der Placebo-Gruppe eine Besserung ihrer Schmerzsymptomatik erfahren hatten. Die Schmerzintensität sank in der Osteopathiegruppe um die Hälfte, in der Placebogruppe war es nur ein Drittel der Behandelten, die von einer Schmerzlinderung berichten konnten. Dieser Effekt führte gleichzeitig zu einem verminderten Schmerzmittelkonsum. In keiner der Gruppen war hingegen eine Besserung hinsichtlich der Beweglichkeit und funktionellen Beschwerden zu beobachten. Die Ultraschallbehandlung indes konnte auf keiner Ebene eine statistisch relevante Besserung bewirken.

Einschätzung:

Die Studie relativiert die bisher eher negativ ausgefallenen Forschungsergebnisse zur osteopathischen Behandlung nichtspezifischer Rückenschmerzen. Zumindest in der begleitenden Therapie kann sich die Osteopathie hinsichtlich einer kurzfristigen Schmerzlinderung gerade in der problematischen chronischen Krankheitssituation bewähren. Ganz ohne Wermutstropfen fällt diese Studie jedoch nicht aus: Die Beweglichkeit der Rückenschmerzgeplagten konnte in keiner Hinsicht verbessert werden. Auch auf der Ebene der Arbeitsfähigkeit konnten keine Fortschritte erzielt werden. Da die Effektgrößen der Studie den Anforderungen der Cochrane Back Review Group mehr als genügten, kann das erhaltene Ergebnis als statistisch signifikant und klinisch relevant betrachtet werden. Ob die osteopathische Behandlung auch auf der Ebene der Kosteneffizienz punkten konnte, wurde in dieser Studie leider nicht untersucht und könnte deshalb als eine Fragestellung für zukünftige Studien dienen.

Literatur

Licciardone JC, Minotti DE, Gatchel RJ, Kearns CM, Singh KP. Osteopathic manual treatment and ultra-sound therapy for chronic low back pain: a randomized controlled trial. Ann Fam Med 2013; 11(2): 122-129. Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract


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