Integrative Medizin
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Studien kurz und knapp

Omega 3-Fettsäuren bei Multipler Sklerose

Von Michèl Gehrke

Multiple Sklerose

Doch keine positiven Effekte? Eigentlich nahm man an, dass die entzündungshemmende, neuroprotektive Wirkung von Omega 3-Fettsäuren MS-Patienten zu Gute kommen könnte – eine aktuelle Studie spricht dagegen.

Etwa 2,5 Millionen Menschen leiden weltweit an Multipler Sklerose, einer chronisch-entzündlichen Entmarkungserkrankung, bei der sich Läsionen im zentralen Nervensystem bilden. Die entzündungshemmenden und neuroprotektiven Effekte von Omega 3-Fettsäuren könnten – so nahm man an – Betroffenen zu Gute kommen, zumal Untersuchungen bereits zu positiven Ergebnissen kamen(2). Eine norwegische Studie spricht nun jedoch dagegen(1).

Insgesamt 92 Patienten mit Multipler Skleorse im Alter zwischen 18 und 55 Jahren wurden in die multizentrische, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie eingeschlossen. Ziel war es, die Effekte von nahrungsergänzenden Omega 3-Fettsäuren zum einen als Monotherapie und zum anderen in Kombination mit Injektionen von Beta-Interferonen (eine konventionelle Therapie bei MS) zu überprüfen.

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Die eine Hälfte der Probanden (46) nahm hierzu die Omega 3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (1350mg) und Docosahexaensäure (850mg) täglich ein. Die andere Hälfte (46) bekam ein Placebo. Nach sechs Monaten erhielten alle Patienten zusätzlich dreimal in der Woche Injektionen mit Beta 1a-Interferonen, für eine Dauer von 18 weiteren Monaten.

Mittels Magnetresonanz-Tomographie machten die Forscher neue Läsionen sichtbar, um die Krankheitsaktivität zu überprüfen. Dabei zeigte sich nach sechs Monaten kein signifikanter Unterschied zwischen der Omega 3-Gruppe (3 Läsionen) und der Placebo-Gruppe (2 Läsionen). Gleiches galt für die Rückfall-Quote nach sechs und 24 Monaten. Auch krankheitsbedingte Erschöpfungssymptome (Fatigue) und Lebensqualität waren in beiden Gruppen vergleichbar.

Einschätzung

Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass die nahrungsergänzende Einnahme von Omega 3-Fettsäuren keine positiven Effekte auf den Krankheitsverlauf bei Multipler Sklerose hat – weder als Monotherapie, noch in Kombination mit Interferon-Injektionen.

Sie betonen allerdings ebenfalls, dass die Omega 3-Fettsäuren keine negativen Effekte haben und die Interferon-Therapie nicht beeinflussen. Die Einführung der Beta 1a-Injektionen nach sechs Monaten hatte erwartungsgemäß in beiden Gruppen gleichermaßen zu einer deutlichen Reduzierung der Krankheitsaktivität geführt.

Literatur

1) Øivind Torkildsen, MD, PhD et al. Omega-3 Fatty Acid Treatment in Multiple Sclerosis (OFAMS Study). A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial. Arch Neurol. Published online April 16, 2012. doi:10.1001/archneurol.2012.283 Abstract

2) Nordvik I, Myhr KM, Nyland H, Bjerve KS. Effect of dietary advice and n-3 supplementation in newly diagnosed MS patients. Acta Neurol Scand. 2000 Sep;102(3):143-9. Abstract

Michèl Gehrke

Michèl Gehrke

M.A. Pressesprecher der Karl und Veronica Carstens-Stiftung

Telefon: 0201 56 305 61

E-Mail: m.gehrke@carstens-stiftung.de