Carstens-Stiftung: Natürliches Antibiotikum Honig

Rubrik: Studien kurz und knapp

Natürliches Antibiotikum Honig

Deshalb ist er so erfolgreich bei Wundinfekten: In einem Laborversuch entdeckten Wissenschaftler in Bienen lebende Milchsäurebakterien, die auch im Honig enthalten sind – eine effektive Waffe gegen Wundpathogene.

Schwedische Wissenschaftler entdeckten nun den Schlüssel zur antimikrobiellen Wirksamkeit von Honig. Milchsäurebakterien, die mit Bienen in Symbiose leben, erweisen sich in dem Laborversuch dabei als viel flexibler als herkömmliche Antibiotika. Die aus den Honigmägen von Bienen isolierten Symbionten wurden an mehreren multiresistenten Wundpathogenen wie Staphylococcus aureus, Pseudomonas aeruginosa und Enterococcus getestet. Dabei stellte sich heraus, dass die Milchsäurebakterien auf die abzuwehrenden Wundpathogene abgestimmte bioaktive und für die Pathogene schädliche Substanzen produzieren. Dies, so entdeckten die Wissenschaftler, sei dem perfekten Zusammenwirken der Milchsäurebakterien zu verdanken.

Einschätzung:

Die Wissenschaftler haben erstmalig eine Erklärung für die antimikrobiellen Effekte von Honig geliefert. Damit eröffnet sich ein weites Spektrum für die Behandlung von schwierig zu behandelnden Wundinfektionen. Bisher verwendete, kostenintensive jod- oder silberenthaltende Wundverbände mit Nachteilen für Umwelt und Patienten könnten durch einen natürlichen, umweltfreundlichen Verband aus speziell für die Wundheilung zusammengestelltem Honig ersetzt werden. Ob ein solcher Verband sich auch in der klinischen Behandlung von Wundinfektionen bewährt, müssen Untersuchungen am Patienten erst noch zeigen.

Literatur

Olofsson TC, Butler E, Markowicz P, Lindholm C, Larsson L, Vásquez A. Lactic acid bacterial symbionts in honeybees – an unknown key to honey’s antimicrobial and therapeutic activites. Int Wound J 2014; doi: 10.1111/iwj.12345 [Epub ahead of print] Opens external link in new windowAbstract


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