Carstens-Stiftung: Meditieren für ein starkes Immunsystem

Rubrik: Studien kurz und knapp

Meditieren für ein starkes Immunsystem

Tiefenentspannung aktiviert Selbstheilungskräfte.

Ein wesentliches Element der Meditation bildet die Achtsamkeit, bei der die Gedanken auf eigene körperliche, geistige und emotionale Erscheinungen gerichtet werden, ohne wertend zu sein, sich nur auf das Hier und Jetzt konzentrierend. Dabei wird der Geist in eine innere Ruhe versetzt – ein Zustand, der Stress auf geistiger und körperlicher Ebene entgegenwirkt.

Welche Auswirkungen die Achtsamkeitsmeditation auf die Prozesse des Alterns und dem Entstehen von Krankheiten hat, ist bisher nicht vollständig geklärt. Mittlerweile belegen aber zahlreiche Beispiele aus 50 Jahren der Meditationsforschung, dass Meditieren positive Effekte auf körperliche Beschwerden wie Bluthochdruck, Herzprobleme, chronische Schmerzen, Nebenwirkungen einer Chemotherapie und die Symptomatik chronischer Krankheiten wie Krebs und AIDS haben kann.

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Erstmals bewerteten Wissenschaftler im Rahmen einer umfassenden Übersichtsarbeit die Auswirkungen von Achtsamkeitsmeditationen auf messbare Parameter des Immunsystems wie Entzündungsproteine, zelluläre Transkriptionsfaktoren und Genexpression, immunreaktive Zellzahlen, Zellalterung und Antikörperreaktion. Die Wissenschaftler schlossen zwanzig Studien mit einer Gesamtzahl von mehr als 1600 Patienten ein, wobei die Hälfte der Studien mit Probanden durchgeführt wurden, die an einer speziellen Erkrankung (z.B. Brustkrebs, HIV, Colitis ulcerosa, Arthritis etc.) litten. Des Weiteren wurden Studien mit Patienten, bei denen potenzielle Risikofaktoren (Übergewicht, Schlaflosigkeit etc.) nachgewiesen wurden sowie Studien mit gesunden Probanden in die Analyse miteinbezogen.
 
Die vorsichtige Einschätzung der Wissenschaftler lautet, dass Achtsamkeitsmeditation einzelne Immunparameter wie z.B. das Entzündungsgeschehen, die zellvermittelte Immunantwort und die Enzymaktivität im Hinblick auf die Zellalterung positiv beeinflussen kann. Manche Effekte waren jedoch abhängig davon, wie intensiv bzw. wie oft die Probanden meditiert hatten. Nicht in allen analysierten Studien wurde dieser Aspekt akribisch nachgehalten bzw. berichtet. Wegen dieses und weiterer Kritikpunkte sehen die Wissenschaftler dringenden Bedarf der weiteren Erforschung des immunmodulierenden Potenzials meditativer Verfahren.

Einschätzung:

Wie die Zusammenhänge zwischen Stress, Immunsystem und Erkrankungen im Detail aussehen, kann diese Arbeit sicher nicht beantworten. Durch regelmäßige Meditationsübungen kann man sein Immunsystem aber durchaus stärken – wie oft, wie lang und auf welche Weise, das ist bisher noch unzureichend geklärt. Wer sich nicht allein an die Praxis der Meditation über Handbücher oder audiovisuelle Medien heranwagt, kann sie unter Anleitung im Rahmen eines Kurses erlernen. Moderne Formate wie Apps für das Smartphone wie z.B. 7Mind helfen dem interessierten Selbstanwender bei der Umsetzung im Alltag.

Literatur:

1. Black DS, Slavich GM. Mindfulness meditation and the immune system: a systematic review of randomized controlled trials. Ann NY Acad Sci 2016; epub ahead of print. doi:10.1111/hyas.12998 Öffnet externen Link in neuem Fenster Abstract


Dieser Artikel erschien in der Kategorie: Rubrik: Studien kurz und knapp

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„Der Arzt und die Ärztin der Zukunft sollen zwei Sprachen sprechen, die der Schulmedizin und die der Naturheilkunde und Homöopathie. Im Einzelfall sollen sie entscheiden können, welche Methode die beste für den Patienten ist.“

(Veronica Carstens)

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