Carstens-Stiftung: Lindert Wandern die Symptome einer Depression?

Rubrik: Unsere Projekte

Lindert Wandern die Symptome einer Depression?

Carstens-Stiftung fördert Projekt mit 43.000 EUR

Schätzungen zufolge leiden global bis zu 350 Millionen Menschen an einer depressiven Erkrankung, Tendenz steigend. Die Depression stellt damit die zweithäufigste Volkskrankheit der Welt dar (1,2). Moderne Antidepressiva sind zwar effektiv, können jedoch auch Nebenwirkungen verursachen. Zudem kehren bei manchen Patienten leider trotz gut ansprechender medikamentöser Behandlung Symptome zurück. Eine selbstwirksame Methode, die Symptome einer Depression zu lindern, ist für die Betroffenen daher überaus wertvoll. Ein von der Carstens-Stiftung gefördertes Projekt prüft, ob das Wandern eine solche Methode ist.

Denn das Wandern bietet eine einzigartige Kombination aus moderater Bewegung, Kontakt zur Natur und – da es sich in dem Projekt um Wanderungen in der Gruppe handelt – sozialem Kontakt. Das von Julian Böhm geleitete Projekt ist zweigeteilt und befindet sich aktuell in der Pilotphase, d.h. zunächst wird eine kleinere Machbarkeitsstudie mit 50 Patienten durchgeführt. Diese verfügen über die Hauptdiagnose Depression und werden aus einer Station und zwei Tageskliniken des Klinikums Christophsbad in Göppingen rekrutiert.

Wandern bei Depression

Im Rahmen dieser Machbarkeitsstudie absolvieren die Probanden über den Zeitraum von sechs Wochen jeweils eine Wandereinheit pro Woche. In Gruppen von maximal acht Personen begeben sich die Teilnehmer dabei je nach körperlicher Verfassung auf Touren mit einer Länge zwischen 4-10 km, was in etwa einer Dauer von drei Stunden entspricht. Durch Fragebögen und Interviews zur Selbst- aber auch Fremdbeurteilung des Befindens soll ermittelt werden, ob und auf welche der vielschichtigen Symptome einer Depression das Wandern einen Einfluss hat. Darüber hinaus wird die Machbarkeitsstudie Aufschluss darüber geben, welche typischen Barrieren aus dem Weg geräumt werden müssen, damit die Patienten reibungslos an den Einheiten teilnehmen können und Stationsabläufe durch die Studie nicht beeinträchtigt werden.

Auf Grundlage dieser Ergebnisse und der gezogenen Schlussfolgerungen hinsichtlich relevanter Zielmessgrößen und optimierter Abläufe ist im zweiten Schritt eine größer angelegte Folgestudie geplant. Grundlage für die Anzahl der Teilnehmer in der Hauptstudie wird die aktuelle Pilotstudie sein (Fallzahlschätzung). Diese Teilnehmer werden sich in zwei Gruppen aufteilen: eine Gruppe wird zusätzlich zur konventionellen Behandlung die Wandertherapie absolvieren, die Kontrollgruppe wird die konventionelle Behandlung allein erhalten. Anschließend werden die Ergebnisse miteinander verglichen.

Julian Böhm

ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Sportmedizin, Medizinische Klinik im Universitätsklinikum Tübingen. Weitere Informationen
Lesen Sie bitte auch das Interview mit Julian Böhm: Forschungslandschaft Medizin? Mehr Verantwortung!

Literatur

1) Bundesministerium für Gesundheit: Depression (Zugriff am 14.02.2020). Link
2) World Health Organization: Depression (Zugriff am 14.02.2020). Link


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„Der Arzt und die Ärztin der Zukunft sollen zwei Sprachen sprechen, die der Schulmedizin und die der Naturheilkunde und Homöopathie. Im Einzelfall sollen sie entscheiden können, welche Methode die beste für den Patienten ist.“

(Veronica Carstens)

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