Integrative Medizin
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Carstens-Stiftung: Über die Wirksamkeit von Lavendelöl.
Studien kurz und knapp

Lavendelöl hemmt den Pilzbefall

Von Daniela Hacke

Immunsystem Lavendel Aromatherapie

Einer aktuellen portugiesischen Studie zufolge, kann ein ätherisches Öl gegen Pilzbefall helfen.

Da sind wir uns wohl alle einig: Pilze gehören in den Wald, aber nicht auf Haut, Finger, Fußnagel oder gar in den Genitalbereich. Auch ein Befall mit Candida albicans oder Aspergillus fumigatus gehört wohl eher zu den unerwünschten Ereignissen. Gefährlich wird es, wenn die Pilze über das Blut innere Organe befallen. Ist das Immunsystem des betroffenen Patienten geschwächt, kann dies zum Tod führen.

Umso erfreulicher ist es, dass sich in einer aktuellen, portugiesischen Studie ein ätherisches Öl als wirksam gegen die unbeliebten Eindringlinge bewährt hat. Im Rahmen der experimentellen Untersuchung wurde das aus luftgetrocknetem portugiesischen Lavendel (Lavandula viridis) destillierte ätherische Öl analysiert und die Effekte der insgesamt 51 einzelnen identifizierten Komponenten in verschiedenen Konzentrationen auf Hefe- und Fadenpilze untersucht.  
Die höchste antifungale Aktivität des Öls wurde bei Cryptococcus neoformans beobachtet, einem hefenähnlichen Pilz, der in Form einer Kryptokokkose insbesondere AIDS-Patienten befällt.
Hinsichtlich der inhaltlichen Einzelkomponenten bewies sich das α-Pinen als aktivster antifungaler Bestandteil, während andere Hauptbestandteile des Lavendelöls (1,8-Cineol, Kampfer, und Linalool) vergleichsweise niedrige antifungale Effekte zeigten. Dennoch weisen die Wissenschaftler darauf hin, dass bei den meisten ätherischen Öle die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Komponenten für die Wirksamkeit verantwortlich sei, aber dass spezifische biologische Effekte nur sehr schwierig einzelnen Bestandteilen zuzuordnen seien.

Die Beobachtung, dass verschieden hohe Konzentrationen des Öls hemmende bzw. den Zelltod verursachende Effekte verursachen, erklären die Wissenschaftler mit der Vermutung, dass das ätherische Öl durch direktes Eindringen durch die Zellmembran und der Zerstörung der Organellen im Zellinneren den Zelltod verursache. Sie mutmaßen, dass eine höhere Konzentration des ätherischen Öls und/oder eine längere Einwirkungsdauer den Effekt noch verstärken und beschleunigen könnten.

Einschätzung

Weitere Untersuchungen müssen diese Ergebnisse aber noch festigen, bevor klinische Untersuchungen auf diesem Gebiet erfolgen können.