Carstens-Stiftung: Über die Wirksamkeit von Ginkgo bei Demenz.

Rubrik: Studien kurz und knapp

Langzeiteinnahme von Ginkgo: Schutz vor Demenz?

Ginkgo-Extrakt zeigt sich der Standardmedikation überlegen: Erstmalig konnte gezeigt werden, dass die frühzeitige Einnahme des Ginkgo-Spezialextrakts EGb 761® Gedächtnisschwund verzögern kann.

Die aus öffentlichen Geldern geförderte PAQUID-Studie stellt die erste Langzeituntersuchung zur Entwicklung von Demenz und Hirnleistung dar. Im Mittelpunkt der Langzeit-Auswertung stand die Rolle des Ginkgo-Spezialextrakts EGb 761® in der Prävention von schwindender Gedächtnisleistung.

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Im Rahmen der über einen Beobachtungzeitraum von 20 Jahren laufenden PAQUID-Studie der Universität Bordeaux wurden 3777 Teilnehmer im Alter von 65 Jahren und älter ohne diagnostizierte Demenzerkrankung drei Gruppen zugeordnet. 589 Probanden nahmen regelmäßig EGb 761® ein, 149 Probanden Piracetam, ein konventionelles Antidementivum, und der Großteil, 2874 Teilnehmer, nahmen weder den Gingko-Extrakt noch Piracetam ein. Alle zwei bis drei Jahre wurden die Probanden von ausgebildeten Psychologen befragt. Außerdem wurden Tests zur Erhebung der Entwicklung von Gedächtnisproblemen, unter anderem der „Mini-Mental-State-Test“, durchgeführt.

Insgesamt 800 Probanden erkrankten in den 20 Jahren der Beobachtung an Demenz. Die Teilnehmer, die EGb 761® einnahmen, zeigten eine signifikant langsamere Verschlechterung ihrer Gedächtnisleistungen als jene, die weder den Gingko-Spezialextrakt noch Piracetam verwendeten. Dagegen verschlechterte sich die geistige Leistungsfähigkeit bei Probanden, die Piracetam einnahmen, deutlich stärker.

Einschätzung:

Die Erkenntnisse zur Verzögerung von Abbauprozessen im Hirn, wie sie die vorliegende Langzeitstudie liefert, stellen sich als besonders aussagekräftig dar, da die lange Beobachtungszeit von 20 Jahren den langsamen und schleichenden Prozess der Demenzentwicklung berücksichtigt. Zudem ist positiv zu bewerten, dass die Studie aus öffentlichen Geldern und nicht von der pharmazeutischen Industrie gefördert worden ist.

Die Wissenschaftler resümieren, dass eine frühzeitige und regelmäßige Einnahme des monographierten Gingko-Spezialextrakts EGb 761® den meist altersbedingten Schwund der Gehirnleistung wenn nicht aufhalten, aber doch zumindest verlangsamen kann. Da bisher keine wirkliche kurative Lösung von Demenzerkrankungen existiert, kann das Ergebnis als vielversprechender Ansatz gesehen werden, den es sich lohnt weiterzuverfolgen.

Bisher wird der Gingko-Extrakt nur zur symptomatischen Behandlung der Alzheimer-Krankheit und vaskulärer Demenz sowie Mischformen von den gesetzlichen Krankenkassen verordnet. Ergebnisse aus weiteren derart aussagekräftigen Studien wären wünschenswert, um auch eine präventive Einnahme erstattungsfähig zu machen.

Daniela Hacke

Daniela Hacke, M.A.
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Literatur

1) Amieva H, Meillon C, Helmer C, Barberger-Gateau P, Dartigues JF. Ginkgo-Biloba-Extrakt und der langfristige Abbau kognitiver Fähigkeiten: eine 20-jährige populationsbasierte Follow-Up-Studie. PLOS one 2012; 8(1): e52755 Opens external link in new windowAbstract

2) Amieva H, Meillon C, Helmer C, Barberger-Gateau P, Dartigues JF. Ginkgo biloba extract and long-term cognitive decline. A 20-year follow-up population-based study. PLOS one 2012; 8(1): e52755 Opens external link in new windowAbstract


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