Carstens-Stiftung: Hilft Knoblauch bei Scheidenpilz?

Rubrik: Studien kurz und knapp

Hilft Knoblauch bei Scheidenpilz?

Die häufig durch Candida-Pilze ausgelöste Vaginalmykose kann im einfachen Fall meist schnell beseitigt werden. Kompliziertere Verläufe und immer wiederkehrender Scheidenpilz jedoch erfordern Langzeittherapien, die möglichst nebenwirkungsarm sind. Knoblauch, bisher nicht im Kontext mit dieser Erkrankung untersucht, könnte eine pflanzliche Alternative darstellen.

Da sich der im Knoblauch enthaltene Inhaltsstoff Allicin in Laborversuchen bereits als effektiv bei der Bekämpfung von Pilzen der Candidagruppe erwiesen hat, realisierten australische Forscher nun eine Studie, um diesen Effekt an unter Scheidenpilz leidenden Frauen einer Prüfung zu unterziehen.

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An der Doppelblindstudie nahmen insgesamt 264 Teilnehmerinnen mit einer Neigung zu vaginaler Pilzinfektion teil, von denen nur 63, die auch wirklich einen Scheidenpilz entwickelten in die Studie eingeschlossen wurden. Nachdem die verbleibenden Probandinnen per Zufallsprinzip einer der beiden Gruppen zugeteilt worden waren, nahmen sie entweder zwei Mal täglich drei Knoblauch- oder gleichaussehende Placebokapseln oral über einen Zeitraum von 14 Tagen ein. Der Beobachtungszeitraum wurde der Mensis der Frauen angepasst und zwei Wochen vor Menstruationsbeginn angesetzt, da kurz vor diesem Zeitpunkt die Besiedlung besonders intensiv auftritt. Das verwendete Knoblauchpräparat enthielt 350 mg Knoblauchpulver pro Kapsel, was 3200 mg Allicin entspricht. Die Probandinnen wurden angehalten, täglich Proben des Scheidenausflusses zu nehmen und diese am selben Tag in einem Spezialbehältnis dem Labor zukommen zu lassen. Über das Wochenende wurden die Proben zur Vermeidung eines übermäßigen Pilzkulturwachstums in der Probe eingefroren.

Das Knoblauchpräparat konnte im Vergleich mit dem Placebo weder die Symptome der 59 für die Auswertung zur Verfügung stehenden Teilnehmerinnen verbessern, noch zeigte sich ein Erfolg hinsichtlich der Reduktion der Pilzbesiedlung.

Einschätzung:

Entgegen der Hypothese auf Basis der Erkenntnisse zur antimykotischen Wirkung von Allicin im Laborversuch blieb der erwartete Effekt im Humanversuch aus. Die Wissenschaftler vermuten mehrere Faktoren hinter diesem Ergebnis. Die Relation zwischen Pilzbesiedlung und subjektiv empfundener Symptomatik war nicht immer ganz übereinstimmend. Die Frauen klagten auch über Symptome, obwohl in ihren Proben die Kolonisierung nur sehr gering war. Die umgekehrte Situation war ebenfalls zu beobachten. Zudem war der Beobachtungszeitraum von 14 Tagen viel zu kurz. Ein längerer Zeitraum von mindestens zwei bis sechs Menstruationszyklen wäre in zukünftigen Studien laut Meinung der Wissenschaftler anzusetzen, um verlässlichere Ergebnisse zu erhalten. Möglicherweise wäre eine andere Applikationsform als die orale Gabe sinnvoll, wie z.B ein Gelatin-Pessar, das den Wirkstoff enthält. Forscher, die diesen Ansatz im Rahmen weiterer Studien aufgreifen wollen, sollten sich also die erhaltenen Erkenntnisse zunutze machen.

Literatur

Watson CJ, Grando D, Fairley CK, Chondros P, Garland SM, Myers SP, Pirotta M. The effects of oral garlic on vaginal candida colony counts: a randomised placebo controlled double-blind trial. BJOG 2014; 121: 498-506 Opens external link in new windowAbstract


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