Carstens-Stiftung: Grüner Tee zur Krebsvorbeugung.

Studien kurz und knapp

Grüner Tee in der Krebsprävention

Auf der Suche nach krebsvorbeugenden Substanzen stoßen Wissenschaftler in den letzten Jahren häufig auf Inhaltsstoffe von Pflanzen, darunter z.B. das sog. Epigallocatechingallat (EGCG), das in hohem Maße im Grünen Tee vorzufinden ist.

Unter der Bezeichnung "Krebs" werden eine Reihe unterschiedlicher (Tumor-)Erkrankungen zusammengefasst, die die Gemeinsamkeit haben, dass sie mit einem vermehrten Gewebewachstum einhergehen. Laut den aktuellen Erhebungen der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland erkranken jährlich insgesamt ca. 424.250 Menschen an Krebs (ca. 218.250 Männer und ca. 206.000 Frauen). [1]

Bei der Entstehung von Krebserkrankungen spielen die sogenannten vermeidbaren Risikofaktoren wie Rauchen, ungesunde Ernährung, hoher Alkoholkonsum, Umwelteinflüsse wie Feinstaub, aber auch häufige Sonnenbrände, sowie Toxin- oder Strahlenexposition am Arbeitsplatz eine bedeutende Rolle, wobei das Rauchen in der Ursachenliste mit einer Rate zwischen einem Viertel und einem Drittel aller Krebstodesfälle ganz oben anzutreffen ist.

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Auf der Suche nach krebsvorbeugenden Substanzen stoßen die Wissenschaftler in den letzten Jahren häufig auf Inhaltsstoffe in Organismen wie Gemüse- oder Gewürzpflanzen, deren krebshemmende Wirkung in Experimenten und klinischen Studien geprüft wird. In den letzten Jahren ziehen vermehrt gesundheitserhaltende Substanzen pflanzlichen Ursprungs die Aufmerksamkeit der Wissenschaftlicher auf sich, wie sie in hohem Maße im Grünen Tee vorzufinden sind, so z.B. das sog. Epigallocatechingallat (EGCG), ein Katechin, das zur Untergruppe der Polyphenole gehört. Diesem Katechin wird neben antioxidativen Eigenschaften eine höhere Schutzfunktion der Zellen nachgesagt. In Verbindung mit Krebs würde dies eine Hemmung von Prozessen des Krebszellenwachstums bedeuten.

Grüner Tee wird wie Schwarzer Tee und Oolong-Tee aus der Teepflanze, Camellia sinensis, hergestellt, unterläuft aber in der weiteren Verarbeitung nicht wie diese beiden Teesorten dem Fermentationsprozess [a,2]. So lässt sich die (rötlich-)braune Farbe mancher Teesorten erklären, während der Grüne Tee seine grüne Farbe beibehält. Besonders im asiatischen Raum wird Grüner Tee konsumiert, findet aber im westlichen Raum immer mehr Anhänger. Neben der krebshemmenden Wirkung konnte in experimentellen Untersuchungen und klinischen Studien auch gezeigt werden, dass den Inhaltsstoffen des Grünen Tees eine wichtige Rolle als Radikalfänger in der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen [b] und der Verhinderung der Zellschädigung durch Oxidation (z.B. bei Rauchern) zukommen. Da Camellia sinensis die Pflanze mit dem höchsten Fluoridgehalt ist, trägt das Trinken von (Grünem) Tee zudem noch zur Kariesprophylaxe bei.

Mehrere in Japan durchgeführte epidemiologische Studien weisen auf dessen krebshemmende Wirkung hin [3]. Dabei wurde in einer Studie festgestellt, dass die Lebenszeitverlängerung von Krebspatienten, die Tag für Tag um die zehn Tassen Grünen Tee tranken, 8,7 Jahre (Frauen) bzw. 3 Jahre (Männer) betrug. In der Kontrollgruppe, die täglich lediglich drei Tassen des Tees zu sich genommen hatten, konnte dieser Effekt nicht beobachtet werden.

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Besonders die Erkrankung an Krebsarten wie Darm-, Blasen-, Brust-, Magen-, Bauchspeicheldrüsen-, Lungen-, Speiseröhrenkrebs und insbesondere Prostatakrebs könnte durch den regelmäßigen Konsum mehrerer Tassen Grünen Tees pro Tag verhindert werden, wie die meisten der vorliegenden Studien vermitteln. In einer aktuellen randomisierten [c] Studie erhielten 60 männliche Probanden, die an einer Vorstufe des Prostatakrebs litten, über einen Zeitraum von einem Jahr entweder drei Kapseln à 200 mg Extrakt aus den Katechinen des Grünen Tees oder Placebo [d,4] Nur bei einem der 30 Probanden in der Gruppe, die Grünen Tee zu sich genommen hat, wurde nach Ende der Studienzeit ein Tumor festgestellt, während in der Placebo-Gruppe 9 von 30 Probanden Tumoren aufwiesen.

Eine kürzlich in Japan durchgeführte Beobachtungsstudie (Ohsaki-Studie) konnte jedoch die in den letzten Jahren aufgezeigten positiven Effekte nicht bestätigen [5,6]. Die Langzeitstudie, in deren Rahmen die Effekte verschieden hohen Konsums Grünen Tees bei über 40.000 Erwachsenen im Alter zwischen 40 und 79 über 11 Jahre beobachtet worden waren, konnte allerdings keine verminderte Sterblichkeit hinsichtlich auftretender Krebserkrankungen aufzeigen. Insbesondere die in früheren Studien gezeigten Erfolge bei Prostatakrebs konnten nicht bestätigt werden. Demgegenüber steht ein deutlicher Rückgang von Sterbefällen in Verbindung mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Gruppe, die täglich mehr als 3 bzw. 4 Tassen Grünen Tee getrunken haben.

Aufgrund der aktuellen Widerlegungen der positiven Erwartungen hinsichtlich einer krebsvorbeugenden Wirkung von Grünem Tee kann jedoch keine entgültige Empfehlung ausgesprochen werden, bevor nicht weitere, vergleichbare Studien die aktuellen Ergebnisse bestätigen oder widerlegen.

In den klinischen Beobachtungen verursachte der Grüne Tee kaum unerwünschte Wirkungen. Vor einem übertrieben hohen Konsum – auch in der Schwangerschaft – ist zu warnen.

Einschätzung:

Zur möglichen Wirksamkeit von Grünem Tee bei verschiedenen Erkrankungen kann auf zahlreiche klinische Studien zurückgegriffen werden. Die meisten Studien wurden im asiatischen Raum durchgeführt, so dass sich die Ergebnisse nur bedingt auf die westliche Lebenssituation übertragen lassen, da Faktoren wie eine gesündere Ernährung in den asiatischen Ländern die Studien positiv beeinflusst haben könnte. Die vermehrte Durchführung von Studien mit Grünem Tee in westlichen Ländern wäre also zu Vergleichszwecken wünschenswert.

Die Studien sind größtenteils als Langzeitkohortenstudien angelegt und erscheinen wegen der hohen Anzahl von Probanden sowie der langen Studiendauer durchaus glaubwürdig. Hinsichtlich der angenommenen (vorbeugenden) Wirkung bei Krebserkrankungen müssen die negativen Ergebnisse der aktuellen Untersuchungen bezüglich einer (vorbeugenden) Wirkung bei Krebserkrankungen zunächst unklar bleiben, bis genügend Studien vorliegen, die diese Ergebnisse stützen. Die gesundheitsfördernde Wirkung des Grünen Tees im Hinblick auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleibt bis jetzt aber unangefochten.

Warum der Grüne dem Schwarzen Tee vorzuziehen ist, konnte man bisher ebenfalls nicht klären. Man vermutet, dass es an der hohen Menge des Epigallocatechingallat (EGCG) liegt, die im Grünen Tee in fünffach höherer Menge vorkommt als im Schwarzen Tee.

Wegen seiner gesundheitserhaltenden Effekte kann Grüner Tee für den (maßvollen) täglichen Konsum als Beitrag einer gesunden Ernährung empfohlen werden. Da Grüner Tee wie Kaffee auch Koffein enthält, sollten nicht viel mehr als 3 bis 5 Tassen am Tag getrunken werden. Wegen der harntreibenden Wirkung des Tees sollte immer Wasser dazugetrunken werden. Tee aus biologischem Anbau ist zu bevorzugen, da im konventionellen Teeanbau vermehrt Pestizide verwendet werden.

Auch wenn Sie mit wenigen und milden Nebenwirkungen rechnen können, sollten Sie bei Problemen den Tee nicht mehr zu sich nehmen und einen Arzt konsultieren.

Literatur

1) Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V., Robert Koch Institut (Hrsg.). Krebs in Deutschland. Häufigkeiten und Trends. 5. überarb. , aktual. Aufl. Saarbrücken, 2006

2) Netsch M, Kreuter MH. Der grüne Tee (Camellia sinensis), Z Phytother 2003; 24(4): p 197-202

3) Cooper R, Morré DJ, Morré DM. Medicinal benefits of green tea: Part II. Review of anticancer properties, J Altern Complement Med 2005; 11(4): p 639-652 Opens external link in new windowAbstract

4) Bettuzzi S, Brausi M, Rizzi F, Castagnetti G, Peracchia G, Corti A. Chemoprevention of human prostate cancer by oral administration of green tea catechins in volunteers with high-grade prostate intraepithelial neoplasia: A preliminary report from a one-year proof-of-principle study, Cancer Res 2006; 66(2): p 1234-1240 Opens external link in new windowAbstract

5) Kikuchi N, Ohmori K, Shimazu T, Nakaya N, Kuriyama S, Nishino Y, Tsubono Y, Tsuji I. No association between green tea and prostate cancer risk in Japanese men: The Ohsaki cohort study, Brit J Cancer 2006; 95: 371-373 Opens external link in new windowAbstract

6) Kuriyama S, Shimazu T, Ohmori K, Kikuchi N, Nakaya N, Nishino Y, Tsubono Y., Tsuji I. Green tea consumption and mortality due to cardiovascular disease, cancer and all causes in Japan (The Ohsaki Study), JAMA 2006; 296:1255-1265 Opens external link in new windowAbstract

Daniela Hacke

Daniela Hacke, M.A.
Fachbereich Bibliothek | Informationsmanagement

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(Veronica Carstens)